BVB gegen Paris: Beim Milliarden-Spiel fehlt das Happy End

Zeitspiel

Der BVB und Paris Saint-Germain trafen zuletzt 2010 in der Europa League aufeinander. Verändert hat sich seither viel - vor allem bei den Franzosen. Unser Zeitspiel.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 18.02.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kosteten zusammen knapp 400 Millionen Euro Ablsöe: Neymar (r.) und Kylian Mbappe.

Kosteten zusammen knapp 400 Millionen Euro Ablsöe: Neymar (r.) und Kylian Mbappe. © imago / PanoramiC

In der Europa-League-Gruppenphase geht es für Borussia Dortmund im November 2010 in die französische Hauptstadt. Paris Saint-Germain ist zu dieser Zeit eine Durchschnittsmannschaft der Ligue 1, die sich durch den Pokalsieg für den europäischen Wettbewerb qualifiziert hat. Das Spiel endet 0:0. Gute neun Jahre später hat sich auf beiden Seiten viel verändert. Der BVB trifft heute Abend (21 Uhr) auf eine mit Top-Stars gespickte Mannschaft.

Die PSG-Investoren gehen All-In - Umbruch wird forciert

Die Entwicklung in den zurückliegenden Jahren verläuft rasant. In der Saison 2010/11 verpasst PSG denkbar knapp die Qualifikation für die Champions League. Platz vier in der Liga ist das beste Abschneiden seit Jahren - doch die Ziele werden weitaus höher gesteckt. Qatar Sports Investments erwirbt im Sommer 2011 für 30 Millionen Euro Aktienanteile des französischen Klubs, mit weiteren 20 Millionen Euro wurden die Schulden des Vereins gedeckt. Der Umbruch wird forciert.

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BVB gegen Paris: So lief der Tag vor dem Spiel

18 neue Spieler verpflichtet PSG unter der Leitung des neuen Präsidenten Nasser Al-Khelaifi für knapp 110 Millionen Euro, zudem wird in Carlo Ancelotti ein hochdekorierter Trainer verpflichtet. Paris schließt die kommende Spielzeit auf Rang zwei ab. Und PSG geht wieder All-In. Es werden weitere 151 Millionen Euro investiert: Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva und David Beckham werden mit riesigen Gehältern gelockt. Paris wird mit zwölf Punkten Vorsprung Meister - und der Shopping-Wahn geht weiter.

David Luiz wird zum teuersten Innenverteidiger der Welt

Die Mäzene aus dem Orient lassen noch einmal 140 Millionen Euro springen. Der Meistertitel geht erneut nach Paris, doch in der Champions League ist weiterhin Sand im Getrieben. Wieder ist im Viertelfinale Endstation. Da nutzt es auch nichts, dass PSG für die Rekordsumme von 49,5 Millionen Euro Abwehrspieler David Luiz verpflichtet. Dieses Millionen-Spiel wiederholt sich von Saison zu Saison - ohne durchschlagenden Erfolg.

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Im Gegenteil: Die Saison 16/17 wird zum Fiasko. In der Liga durchbricht Monaco die Titel-Serie des Hauptstadtklubs, in der Königsklasse gewinnt Paris das Achtelfinal-Hinspiel gegen Barcelona mit 4:0, um im Rückspiel mit 1:6 unterzugehen. Jetzt will es PSG endgültig wissen: Für 383 Millionen Euro werden unter anderem Neymar und Mbappe verpflichtet. Im Sommer 2018 übernimmt Thomas Tuchel das Traineramt von Unai Emery.

Paris erlebt gegen Manchester United ein böses Erwachen

Doch jährlich grüßt das Murmeltier: Die Meisterschaft ist zwar PSG-Sache, doch das Pokalfinale geht gegen Stade Rennes verloren. Und in der Champions League folgt das nächste Trauma - wenn auch äußerst unglücklich: Das Achtelfinal-Hinspiel bei Manchester United gewinnt PSG mit 2:0, der Einzug in die nächste Runde ist eigentlich nur noch Formsache.

In der vergangenen Saison scheiterte Paris in der Champions League im Achtelfinale an Manchester United.

In der vergangenen Saison scheiterte Paris in der Champions League im Achtelfinale an Manchester United. © imago / PanoramiC

Doch im Rückspiel folgte das böse Erwachen. Paris hatte das Spiel eigentlich im Griff, verlor dennoch in letzter Minute mit 1:3 und musste erneut früh die Segel streichen. Jetzt startet das Tuchel-Team gegen Borussia Dortmund einen neuen Versuch.

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