BVB gegen Schalke: Auf diese Mentalitätsspieler kommt es im Derby an

mlzBorussia Dortmund

BVB gegen Schalke - das bedeutet immer auch hitzige Zweikämpfe und große Emotionen. Auf diese Mentalitätsspieler kommt es im Revierderby an.

DORTMUND/GELSENKIRCHEN

, 16.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt dieses Sprichwort im Sport: „Form schlägt Klasse“. Borussia Dortmund hat das nachhaltig unter Beweis gestellt, als eine junge, noch in ihrer Entwicklung befindliche Mannschaft 2011 zu einer sensationellen Meisterschaft stürmte und besser besetzte Mannschaften teilweise an die Wand spielte.

Für das Revierderby, ohnehin das speziellste Spiel der Saison für Schwarzgelb und Königsblau, galt in den vergangenen Jahren aus Dortmunder Sicht zu oft auch der Satz: „Mentalität schlägt Klasse“. Personell war der BVB eigentlich immer deutlich besser aufgestellt, auf dem Rasen schlug sich das nicht immer nieder.

Die gespenstische Atmosphäre in einem nahezu leeren Signal Iduna Park erschwert die Aufgabe für die Heimmannschaft zusätzlich. Doch auch der FC Schalke 04 benötigt in diesem ganz speziellen Revierklassiker Spieler, die die Ärmel aufkrempeln:


Mats Hummels (BVB): Von seiner natürlichen Ausstrahlung ist der Abwehrchef der ideale Anführer. Hummels ist mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet, der 31-Jährige hat viele Schlachten geschlagen. Hummels hat sich nach seiner Rückkehr aus München zunächst ganz bewusst ein wenig zurückgenommen, auf diese Rolle wird er sich aber nun nicht zurückziehen können. Als einer der Erfahrensten im Team wird er durch Lautstärke und Leistung vorangehen müssen.

Lukasz Piszczek (BVB): Der Vize-Kapitän wird heute wohl die Binde tragen und ist eigentlich ein stiller Vertreter, der nur redet, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Auf dem Platz aber braucht Borussia Dortmund in dieser ungewohnten Situation seinen erfahrensten Spieler auch als Führungsfigur. Mit seinen beständig starken Leistungen vor der Saisonunterbrechnung hat Piszczek nicht nur dafür geworben, seine Karriere in Dortmund über den Sommer hinaus noch verlängern zu können - ihm gilt auch der uneingeschränkte Respekt aller Mitspieler.


Thomas Delaney (BVB): Für den Dänen geht es von Null auf Hundert. Das Hinspiel auf Schalke war sein letztes BVB-Pflichtspiel vor einer langen Verletzungspause. Dennoch wird er heute als Can-Ersatz Zweikampfstärke und Unnachgiebigkeit ausstrahlen müssen. Sechs Monate ohne Matchpraxis muss er schlicht beseite schieben.


Daniel Caligiuri (Schalke): Der Derby-Spezialist schlechthin. Auch mit 32 Jahren brennt der Deutsch-Italiener noch vor Ehrgeiz. Jüngster Beweis war seine Innenbandverletzung, die der Routinier so schnell überwand, dass selbst die medizinische Abteilung des FC Schalke 04 aus dem Staunen nicht herauskam. Seine Einstellung könnte für Schalke im Derby Gold wert sein. Allein beim jüngsten 4:2-Sieg in Dortmund sowie beim legendären 4:4 der Vorsaison war er bei vier Toren in der Verlosung.

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Jonjoe Kenny (Schalke): Die Leihgabe des FC Everton ist bei den Königsblauen sportlich voll eingeschlagen. Der 23-Jährige ist als Rechtsverteidiger gesetzt und bewies in seinen bisher 26 Pflichtspielen für Schalke, wie leistungsstark er ist. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen und in der Kabine sorgt der 23-jährige Engländer für strahlende Gesichter. „In der Umkleidekabine ist er ebenso anerkannt wie bei unseren Fans“, schwärmt sein Trainer David Wagner. Kein Wunder, dass Schalke den lauf- und kampfstarken Kenny sehr gerne weiter verpflichten würde, denn die Leihe endet am Saisonende - Schalke besitzt aber keine Kaufoption.


Suat Serdar (Schalke): Wegen einer Zehenverletzung fiel der Nationalspieler länger aus als erwartet. Im Derby wird er sein Comeback feiern, was besonders dem Schalker Mittelfeldspiel guttun dürfte. Die Spielübersicht von Serdar wird dringend benötigt, um seinen Partner Amine Harit zu entlasten, seine Körpersprache soll die Schwarzgelben einschüchtern. Mit sieben Toren ist der Nationalspieler der Top-Torschütze seines Teams. Wie wichtig Serdar ist, belegt noch eine Statistik: Die Königsblauen verloren nämlich keine der Partien, in denen der deutsche Nationalspieler traf (vier Siege, drei Unentschieden).

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