BVB gegen Wolfsburg: Als Kevin-Prince Boateng den Kung-Fu-Tritt auspackte

Zeitspiel

Auch im Jahr 2009 stand für den BVB und Wolfsburg im direkten Duell viel auf dem Spiel. Für Leihgabe Kevin-Prince Boateng war es das unrühmliche Ende seiner BVB-Zeit. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 23.04.2021, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Dortmunder Kevin-Prince Boateng trifft Wolfsburgs Makoto Hasebe mit gestrecktem Bein im Gesicht.

Der Dortmunder Kevin-Prince Boateng trifft Wolfsburgs Makoto Hasebe mit gestrecktem Bein im Gesicht. © imago / Contrast

Wenn Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky) aufeinandertreffen, geht es für die Wölfe darum, den Champions-League-Qualifikationsplatz zu verteidigen. Der BVB möchte mit einem Sieg näher an den VfL heranrücken. In der Saison 2008/09 ging es in dem Spiel für Wolfsburg sogar um die Meisterschaft und für Dortmund generell um die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. Kevin-Prince Boateng erlebte in der Partie das unrühmliche Ende seiner Zeit bei den Schwarzgelben. Unser Zeitspiel.

Der BVB gewann vor Wolfsburg sieben Spiele in Folge

Als seine „letzte Chance“ hatte Boateng das Engagement beim BVB bezeichnet. In der Winterpause wurde der damals 22-Jährige von den Tottenham Hotspurs an Dortmund ausgeliehen. Insgesamt zehn Partien machte der Deutsch-Ghanaer in der Rückrunde. Sein letztes Spiel für die Borussia absolvierte Boateng in Wolfsburg.

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Am 12. Mai 2009 reiste der BVB nach Niedersachsen. Der VfL war vor dem 32. Spieltag punktgleich mit Bayern München, führte die Tabelle aber wegen der besseren Tordifferenz an. Dortmund hatte sich dagegen durch eine sieben Partien lange Siegesserie von Platz neun auf Rang fünf geschoben und konnte - ähnlich wie in dieser Saison - noch auf einen Champions-League-Qualiplatz schielen.

Dede macht sein 300. Spiel für Borussia Dortmund

In der Autostadt gab es für die Borussen aber nichts zu holen. Zwei Treffer von Edin Dzeko und einer von Grafite sorgten für eine klare 0:3-Auswärtsniederlage. Einzig Dede hatte beim BVB etwas zu feiern. Der Verteidiger bestritt sein 300. Bundesliga-Spiel für den Verein. Kevin-Prince Boateng war dagegen der Dortmunder Unglücksrabe.

Hasebe war nach dem Foul blutverschmiert und bekam einen Kopfverband.

Hasebe war nach dem Foul blutverschmiert und bekam einen Kopfverband. © dpa

In der 66. Minute für Tamas Hajnal eingewechselt, musste er neun Minuten später wieder vom Feld. Mit einem regelrechten Kung-Fu-Tritt sprang die Leihgabe Wolfsburgs Makoto Hasebe entgegen und traf ihn mit gestrecktem Bein im Gesicht. Erinnerungen an das Foul von Bayerns Oliver Kahn gegen Dortmunds Stephane Chapuisat aus dem Jahre 1999 wurden wach.

BVB-Leihgabe Boateng: „Hatte mir damit selbst ins Gesicht getreten

BVB-Trainer Jürgen Klopp sagte nach der Aktion. „Das war eine unnötige Rote Karte. Sein Zweikampfverhalten ist stark verbesserungswürdig. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er gedacht hat, da kommt der Hasebe, dem trete ich jetzt ins Gesicht.“

Nach der Roten Karte tröstete BVB-Trainer Jürgen Klopp Boateng.

Nach der Roten Karte tröstete BVB-Trainer Jürgen Klopp Boateng. © dpa

In seinem Buch schreibt Boateng: „Es sieht wirklich nach einem Rambo-Foul im Kung-Fu-Stil aus: hoch gestrecktes Bein im Anflug gegen Hasebe, Treffer mitten ins Gesicht. (...) Ich weiß, wie das aussah, und sage es noch einmal: Es war keine Absicht! Im Grunde hatte ich mir damit selbst ins Gesicht getreten.“

Borussia Dortmund verpasste die Europa-Qualifikation

Vier Spiele Sperre erhielt der Rotsünder vom DFB. Damit konnte er in den verbleibenden beiden Saisonpartien nicht mehr spielen und sich für eine feste Verpflichtung empfehlen. Seine Zeit beim BVB endete, weil Dortmund die Kaufoption nicht zog.

Am Ende der Spielzeit schaffte es Wolfsburg tatsächlich, seinen bisher einzigen Meistertitel zu gewinnen. Die Borussia verpasste dagegen sogar ganz das europäische Geschäft und wurde Sechster.

Nach BVB-Aus: Boateng kehrte nach Deutschland zurück

Boatengs Zeit in Deutschland war nach seinem BVB-Aus aber nicht vorbei. Vier Jahre später kehrte der aktuelle Spieler des AC Monza in Italien ins Ruhrgebiet zurück - ausgerechnet zum FC Schalke 04.

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