BVB-Gegner im Fokus: Schommers muss Blockaden in Nürnberg lösen

mlzBorussia Dortmund

Am Montagabend kommt der BVB - Schwerstarbeit für den Club! Erst eine Woche ist es her, da hatte man in Nürnberg eine ähnlich harte Nuss zu knacken. Es endete in einem Neuanfang.

Harald Büttner

, 17.02.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie wird man einen nach 15 sieglosen Spielen massiv angezählten Trainer los, den laut Satzung aber nur der Mann feuern darf, der als Einziger noch an ihn glaubt Nicht 90 Minuten, stundenlang haben sie auf Sportvorstand Andreas Bornemann mit Engelszungen eingeredet, von seiner Nibelungentreue zu Michael Köllner abzurücken. Vergebens. Also mussten beide gehen. Bornemann wurde gegen Mitternacht abberufen, Köllner am Tag danach beurlaubt.

BVB-Gegner im Fokus: Schommers muss Blockaden in Nürnberg lösen

Trainer Michael Köllner (r.) und Sportvorstand Andreas Bornemann (l.) sind in Nürnberg mittlerweile Geschichte. © dpa

Deshalb hat nun Boris Schommers „die schönste Aufgabe, die man sich als Trainer vorstellen kann: seine Mannschaft auf das Duell gegen den Tabellenführer vorzubereiten“. Neue Impulse setzen, Blockaden lösen, neue Strategien entwickeln soll der Interimscoach, der bislang Köllners Co-Trainer war. Natürlich will der 40-Jährige eigene Ideen anbringen, aber nicht alles auf links drehen. „Denn wir haben vorher auch viele Sachen richtig gemacht“, sagt Schommers, dessen engster Mitarbeiter nunmehr Marek Mintal heißt.

Marek Mintal soll zeigen, wie man effizient agiert

Die Vereinslegende, zuletzt Coach der „U 17“, soll „den Jungs zeigen, wie man in der Offensive effizienter agiert und mehr Abschlüsse generiert“. Immerhin war der heute 41-jährige Mintal 2005 Nürnbergs erster Bundesliga-Torschützenkönig und 2007 Pokalsieger. „Wenn du so einen Mann im Verein hast, musst du ihn einbinden in dieser Situation“, konstatierte Kapitän Hanno Behrens.

Zur Person

Harald Büttner

BVB-Gegner im Fokus: Schommers muss Blockaden in Nürnberg lösen
Harald Büttner arbeitet als Fußballreporter bei der Nürnberger Zeitung und berichtete über den „Club“.

Ein echter Neuanfang war es zwar nicht, ein Stimmungswechsel ist aber sehr wohl zu registrieren. Es wird wieder gelacht im Training, „Freude ist auf den Platz zurückgekommen“, sagt Rheinländer Schommers, geboren in Leverkusen, der vor ein paar Jahren die B-Junioren des 1. FC Köln zur deutschen Meisterschaft geführt hat. Und er gönnte sich bei seiner ersten Pressekonferenz als Chefcoach vor dem Dortmund-Spiel gleich mal selbst ein Späßchen: „Wie ist das Hinspiel nochmal ausgegangen...? „

Schommers füttert das Phrasenschwein

Als ob das jemand in der Noris vergessen könnte. 0:7 unter Flutlicht Ende September. Die bitterste Bundesliga-Schlappe seit 35 Jahren, 1983 gab es ebenfalls mal ein 0:7 gegen den VfB Stuttgart. Auf eine Videoanalyse des Hinrunden-Debakels verzichtet Schommers, versucht sein Team vielmehr zu motivieren mit Sprüchen, über die sich das Phrasenschwein freuen würde: „Man hat in jedem Spiel eine Chance“, oder auch: „Jede Partie beginnt bei 0:0. „

BVB-Gegner im Fokus: Schommers muss Blockaden in Nürnberg lösen

Das Hinspiel endete deutlich: Jacob Bruun Larsen (9.), Maroc Reus (32., 58.), Achraf Hakimi (49.), Manuel Akanji (74.). Jadon Sancho (85.) und Julian Weigl (88.) trafen für den BVB. © imago

Grundsätzlich betrachtet er die Aufgabe freilich völlig realistisch: „Der BVB verfügt über eine brutale Qualität“. Von der Tatsache, dass der Spitzenreiter keines seiner letzten vier Pflichtspiele gewonnen hat, lässt sich Schommers nicht blenden, erwartet vielmehr, „dass sie uns in dieser Situation auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen werden“.

„Wir brauchen einen Tag, bei dem bei uns alles passt.“
FCN-Kapitän Hanno Behrens

Seinen Matchplan muss er ohne den aus persönlichen Gründen verhinderten Virgil Misidjan, den gesperrten Simon Rhein und den einzigen Winterneuzugang Ivo Ilicevic (Trainingsrückstand) schmieden. Ob es für die zuletzt angeschlagenen Abwehrroutiniers Georg Margreitter und Ewerton bis Montag reicht, ist fraglich.

„Wir brauchen einen Tag, bei dem bei uns alles passt und an dem sich die Dortmunder so präsentieren, dass wir sie irgendwie packen können“, weiß Hanno Behrens. In jedem Fall wird das für den Club wieder ein ganz kniffliger Montagabend.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Meistgelesen