BVB-Gegner im Fokus: Wie stabil ist der Aufwärtstrend des VfB Stuttgart?

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Es ist nicht lange her, da schien das Aus von Stuttgart-Trainer Markus Weinzierl unausweichlich. Doch es kam anders, der Sportvorstand musste gehen. Und seitdem ist der VfB im Aufschwung.

von Oliver Trust

Stuttgart

, 09.03.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fans des VfB Stuttgart erinnern sich nur ungern an die Zeit, bevor die Schwaben anfingen vom Aufwärtstrend zu sprechen. Das ist noch nicht lange her. Drei Spieltage um genau zu sein.

Es war ein Sonntag als Aufsteiger Fortuna Düsseldorf den Deutschen Meister von 2007 zerlegte. Das 0:3 am 10. Februar kam einer Demütigung gleich. Das Ende von Trainer Markus Weinzierl schien unausweichlich. Nach nur 14 Spielen. Der 44-Jährige durfte zu aller Überraschung bleiben. Sportvorstand Michael Reschke musste gehen – und Thomas Hitzlsperger, bisher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, übernahm seinen Job.

Das 5:1 gegen Hannover macht dem VfB Mut

Trotzdem stehen die Stuttgarter weiter auf Relegationsplatz 16, sprechen aber vom Aufwärtstrend. Der geht in Stuttgart so: 1:3 gegen RB Leipzig, 1:1 bei Werder Bremen, 5:1 gegen Hannover 96.

Zur Person

Oliver Trust

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Oliver Trust schreibt als Freier Journalist über den VfB Stuttgart.

Nun haben viele Bundesligaklubs (16) den Krisenklub aus Hannover (55 Gegentore) geschlagen. Als es dem VfB Stuttgart gelang, war der jedoch nicht mehr der Klub, der bei Fortuna untergegangen war.

Gibt es in Stuttgart einen Hitzlsperger-Effekt?

Als Dortmunds Trainer Lucien Favre vor dem Duell gegen den „neuen“ VfB feststellte, der VfB sei besser als in der Vorrunde, hatte der Schweizer schlicht genau hingeschaut. Ob es nun der Reschke-Effekt (der impulsive 61-Jährige war extrem unbeliebt) oder der Hitzlsperger-Effekt (der besonnene 37-Jährige ist extrem beliebt) oder gar Weinzierls „Glücksbringer“ ist, ist umstritten.

Geändert hat sich nicht nur die taktische Grundordnung (von 4-4-2 zu 5-4-1), sondern vor allem die Wettkampfeinstellung der Stuttgarter. Beim furiosen Sieg über historisch unterirdische Niedersachsen rieb sich mancher VfB-Supporter verwundert die Augen. War das der VfB, der in Düsseldorf . . .?

Markus Weinzierl trägt seit drei Spielen auf der Spieltags-Pressekonferenz die gleiche Trainingsjacke. Wird sie dem VfB auch in Dortmund Glück bringen?

Markus Weinzierl trägt seit drei Spielen auf der Spieltags-Pressekonferenz die gleiche Trainingsjacke. Wird sie dem VfB auch in Dortmund Glück bringen? © imago

Nach 16 Spielen hatte Weinzierl „seine“ Mannschaft gefunden. Die Spieler scheinen ihren Ehrgeiz entdeckt zu haben, nicht noch einmal abzusteigen. Auf dem Trainingsplatz im Stadtteil Bad Cannstatt wurde „gute Laune“ beobachtet, wo vorher Tristesse fest in den Vereins-Statuten verankert schien.

Castro wie ein Phönix aus der Asche

Der aus Dortmund geholte, lange in der Versenkung verschwundene Gonzalo Castro tauchte wie ein Phönix aus der Asche auf – und zieht im Mittelfeld die Fäden.

Gesichter des VfB-Aufschwungs: Steven Zuber (v.l.), Benjamin Pavard, Christian Gentner und Gonzalo Castro.

Gesichter des VfB-Aufschwungs: Steven Zuber (v.l.), Benjamin Pavard, Christian Gentner und Gonzalo Castro. © imago

Die Abwehr funktioniert wesentlich besser seit Benjamin Pavard die Chefrolle in einer Dreier- (bzw. Fünferkette) übernommen hat. Der 18-´Jahre alte Ozan Kabak schoss zwei Tore gegen 96 – und ein alter Bekannter, nämlich Mario Gomez (33), traf auch wieder.

Stuttgart macht sich Hoffnungen gegen den BVB

Winter-Zugang Steven Zuber wirkt wie entfesselt seit Weinzierl das System umstellte. Der Schweizer kann sich endlich dem widmen, was er am besten kann, das Angriffsspiel mit Ideen füttern (zwei Treffer gegen Hannover).

Und nun Dortmund. Aussichtslos? Von wegen, sagen die Stuttgarter. Der BVB steckt in der Krise. Hitzlsperger hofft, dass diese noch mindestens einen Spieltag lang dauert. Und er hofft, das zarte Pflänzchen des Aufschwungs wird im Signal Iduna Park nicht gleich wieder niedergetrampelt. Einiges spricht dafür, dass der neue Fußball-Chef der Stuttgarter nicht enttäuscht wird.

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