BVB gewinnt Borussen-Duell dank Barrios

1:0 in Mönchengladbach

MÖNCHENGLADBACH Borussia Dortmund hat nach sechs Liga-Spielen ohne Sieg einen wichtigen Schritt aus der sportlichen Krise gemacht. Am Samstagabend gewann der BVB bei Borussia Mönchengladbach verdient mit 1:0 (1:0). Neuzugang Lucas Barrios erzielte das Goldene Tor, es war sein erster Treffer in der Bundesliga.

von Von Dirk Krampe

, 03.10.2009, 20:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dede und Tinga als Aktivposten in der Anfangsphase Der BVB, den Trainer Jürgen Klopp im Vergleich zum 0:1 gegen Schalke auf zwei Positionen veränderte (Bender und Dede für Schmelzer und Santana), hatte in der Anfangsviertelstunde in Dede und Tinga zwei Aktivposten, die sich nach vorn einschalteten und einen großen Aktionsradius hatten. Chancen resultierten daraus nicht. Zidans Schuss aus spitzem Winkel nach Sahin-Einwurf sorgte in einem spielerischen Langeweiler für den ersten kleinen Höhepunkt (21.) – der Ball aber ging klar übers Tor der Gladbacher, bei denen Arango alle Standards schießen durfte (ohne Gefahr), und die offensiv allein durch Bobadilla ein wenig Esprit  ausstrahlten.

Dortmunds defensive Grundordnung mit Mats Hummels als Rückkehrer in die Innenverteidigung neben Subotic und Sven Bender wie in Hannover vor der Abwehr, geriet kaum in Gefahr. 30 Minuten waren gespielt, da machte sich erster Unmut breit im Borussia-Park – die Heimelf agierte umständlich, wenig druckvoll über die Flügel, und stumpf beim Anspiel in die Spitze. Es war Fußball zum Abgewöhnen.

Barrios mit sehenswertem Bundesliga-Premierentreffer  Das 1:0 änderte zumindest die Rollenverteilung: Endlich mal eine gelungene Stafette beim BVB, Tamas Hajnal auf Tinga, dessen Weiterleitung auf Lucas Barrios schloss der Südamerikaner mit einem Traumtor ab. Perfekte Ballannahme, enge Drehung um Roel Brouwers, strammer Rechtsschuss – Logan Bailly im Gladbacher Tor war gegen den platzierten Ball in die Ecke chancenlos (38.). Barrios´ erstes Tor in der Fußball-Bundesliga war zugleich ein sehr schönes.

Statt der Borussia in den weißen Trikots kam die in den gelben zunächst deutlich engagierter aus der Kabine. Hajnal hatte gleich in den ersten fünf Minuten nach der Pause mehr Aktionen als in der gesamten ersten Halbzeit, insgesamt wirkte beim Gast alles dynamischer, mehr um Zielstrebigkeit bemüht. Endlich agierte Dortmund auch aggressiver in den Zweikämpfen - insgesamt freilich blieb das Niveau auf beiden Seiten äußerst bescheiden.

Denn den Hausherren fiel wenig bis gar nichts ein, die Pfiffe gegen die Heimmannschaft nahmen zu. Und für Dortmund öffneten sich offensiv mit den zunehmenden Angriffsbemühungen der Gastgeber einige Räume, die der BVB viel zu inkonsequent ausnutzte. Zidan schloss einen schönen Konter nach Hajnals Pass mit einem Schuss knapp übers Tor ab (61.), es sollte die letzte Aktion des Ägypters gewesen sein. Zidan investierte viel und rieb sich in Zweikämpfen auf – ein gutes Spiel des Stürmers.

Mit Matmour für Marx brachte BMG-Trainer Michael Frontzeck eine weitere Offensivkraft, Gefahr entwickelte aber weiter nur Bobadilla, der ein Solo an drei Dortmundern vorbei mit einem Schuss nur knapp über das Tor abschloss (67.).

Dortmund verpasst eine frühere Entscheidung Das Dortmunder Spiel hatte zwar nach der Halbzeitpause deutlich mehr Struktur, der letzte Pass in die Spitze geriet aber weiter zu oft zu ungenau – und zu oft verschleppte der BVB in aussichtsreicher Position auch das Tempo. Mit dem weiter nur knappen Vorsprung wuchs die Gefahr, doch noch den Ausgleich zu kassieren. Roman Weidenfeller parierte einen Distanzschuss von Arango spektakulär (70.), nach Konter über Blaszczykowski und Barios verzog auf der Gegenseite Hajnal (75.).

Weil ein Tor die angesammelte Verunsicherung nicht wegwischen kann, blieb im Dortmunder Spiel noch einiges Stückwerk. Gladbach aber war an diesem Tag noch deutlich weiter neben der Spur. Tobias Levels´ Verlegenheitsschuss aus gut 25 Metern zeigte die ganze Ratlosigkeit Gladbachs (80.), auf der Gegenseite scheiterte der eingewechselte Valdez nach Blaszczykowskis Pass an Bailly (81.). Die Schlussminuten liefen dann ohne nennenswerte Gelegenheit für die Gastgeber herunter, Dortmund hätte durch Blaszczykowski nach Traumvorlage von Kevin Großkreutz das 2:0 machen müssen (88.). Am Ende siegte der BVB  verdient, die Erleichterung über das Ende der Negativserie war greifbar.

Lesen Sie jetzt