Borussia Dortmund

BVB hält an Terzic fest – Experten raten Rose von Wechsel ab

Borussia Dortmund steckt in der Krise, will aber an BVB-Coach Edin Terzic festhalten. Seinem möglichen Nachfolger, Gladbach-Coach Marco Rose, raten Experten derweil von einem Wechsel ab.
Experten raten Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose von einem Wechsel zum BVB ab. © imago images/Uwe Kraft

Ob Marco Rose angesichts der erneuten BVB-Krise noch einmal verstärkt ins Grübeln kommt, ob er im Sommer zu Borussia Dortmund gehen soll, ist nicht überliefert. Riskant wäre ein Wechsel von der einen Borussia aus Mönchengladbach zur anderen nach Westfalen nach aktuellem Stand allemal. Nach dem furiosen 4:2 (2:2) von Roses Gladbachern am Freitag rutschte der BVB zum Rückrunden-Auftakt gar auf Platz sieben ab. Das auch wirtschaftlich eminent wichtige Minimalziel der erneuten Qualifikation für die Fußball-Königsklasse gerät in akute Gefahr. „Wir müssen uns dieser Situation realistisch stellen und schauen, was um uns herum passiert“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Samstag den Ruhr Nachrichten.

Borussia Dortmund hält an Terzic fest – und benötigt dringend Punkte

Nach 13 von 15 möglichen Punkten im neuen Jahr zog nicht nur Gladbach vorerst vorbei. Was Rose zudem zu Denken geben könnte: Nach nur wenigen Wochen im Amt ist sein aktueller BVB-Kollege Edin Terzic auf dem besten Weg, als nächster Trainer am hochwertigen, aber schwierigen Kader Dortmunds zu scheitern. „Edin hat viele richtige Dinge angestoßen. Wir werden den Weg weiter mit ihm gehen“, sagte Zorc der „Bild am Sonntag“. Für einen erneuten Trainerwechsel sind die BVB-Bosse noch nicht nervös genug. Doch klar ist nicht nur für Zorc: „Wir brauchen jetzt dringend Punkte.“ Auch Terzic selbst erkannte, „am besten damit nächste Woche gegen Augsburg damit anzufangen“.

Klar erscheint schon jetzt, dass es für Terzic über das Saisonende hinaus wohl kaum als Chefcoach weitergeht. Aus seinen ersten sieben Liga-Spielen als BVB-Trainer holte der 38 Jahre alte Ur-Borusse nur zehn Punkte. Erfolgloser war zuletzt Thomas Doll 2007. Schon vor dem Spiel in Gladbach monierte Terzic die hohe Anzahl an Niederlagen. Prompt folgte am Niederrhein die siebte in dieser Saison. Schon nach 18 Spielen kassierte Dortmund damit so viele wie in der gesamten Vorsaison. Ein Umbruch im Sommer erscheint unvermeidlich.

Rose als Trainer zum BVB? Eine Treuebekenntnisse zur Gladbacher Borussia bleibt aus

Diesen soll wohl Rose gestalten. Dessen Vertrag am Niederrhein läuft noch bis Ende Juni 2022, allerdings hat der 44-Jährige eine Ausstiegsklausel. Derzeit hält er sich alle Türen offen, Treuebekenntnisse zur Gladbacher Borussia vermeidet er. Doch sollte der aktuelle Trend weitergehen, Gladbach seine Aufholjagd auf die Tabellenspitze fortsetzen und der BVB womöglich tatsächlich zum ersten Mal seit sechs Jahren die Champions League verpassen, gäbe es für Rose noch ein Argument weniger, Gladbach schon nach zwei Jahren zu verlassen und nicht auf einen Wechsel zu einem größeren Klub hinzuarbeiten.

Ohne Champions League bekämen die Dortmunder angesichts eines coronabedingten Minus in dieser Saison von rund 75 Millionen Euro womöglich auch ein finanzielles Problem. Mindestens rund 30 Millionen Euro, die eigentlich eingeplant sind, gingen durch die Lappen.

Ein Wechsel zum BVB birgt ein Risiko für Rose

Risikoarm für die eigene Karriereplanung erscheint ein Wechsel für Rose nach Dortmund jedenfalls nicht. Dort scheiterten selbst international anerkannte Trainer wie Thomas Tuchel oder eben Favre – immerhin der BVB-Trainer mit dem besten Punkteschnitt – an den hohen Erwartungen, den Egos im Umfeld und den Sehnsüchten nach jemandem wie Jürgen Klopp. Im ehrgeizigen Klopp-Schüler und -Kumpel Rose scheinen die Bosse um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nun am ehesten das zu sehen, was den einstigen Meistercoach der Jahre 2011 und 2012 ausmachte. Doch die Zeiten haben sich verändert. Inzwischen scheint der Karrieresprung von der Niederrhein-Borussia zur westfälischen längst nicht mehr so groß zu sein, wie er dereinst für Spieler wie Reus (2012), Mo Dahoud (2017) oder Thorgan Hazard (2019) war.

Immer mehr Experten raten Rose zum Verbleib, zuletzt Ex-Weltmeister Per Mertesacker am Freitag als ZDF-Experte. „Ich glaube, momentan ist er sehr gut daran, bei Gladbach zu bleiben. Das ist eine sehr entwicklungsfähige Mannschaft“, sagte Mertesacker, der Gladbachs Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft sieht. „Ich traue ihm zu, mit Gladbach den nächsten Schritt zu gehen in den nächsten Jahren, konstant in der Champions League zu sein und die Bayern herauszufordern.“ Auch Club-Idole erinnern in der Hoffnung an eine neue Blütezeit Borussias fast wöchentlich an die dortigen Vorzüge. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel aufgebaut und tolle Spieler geholt, darum ist für einen ambitionierten Trainer wie Marco Rose noch einiges zu tun, er kann sich bei uns voll ausleben“, sagte etwa Vize-Präsident Rainer Bonhof der „Rheinischen Post“.

Hinweis: Das Spiel von Borussia Dortmund verpasst? Jetzt die BVB-Highlights auf DAZN anschauen. Hier geht’s zum Gratismonat für Neukunden.

Sie wollen keine News vom BVB verpassen? Dann laden Sie sich die Buzz09-App herunter! Jetzt im App Store (Apple) oder im Google Play Store (Android) vorbeischauen. Außerdem neu: Das schwarzgelbe BVB-Abo für 0,99 Euro im ersten Monat. Jetzt das Angebot sichern!

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.