BVB hat Planungssicherheit im Tor – und freut sich auf die Nummer drei

mlzBorussia Dortmund

Roman Bürki bleibt dem BVB als Torhüter erhalten, wie es mit Ersatzmann Marwin Hitz weitergeht, ist noch unklar. Dafür hat Borussia Dortmund aber eine „neue“ Nummer drei.

Dortmund

, 15.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der Vertragsverlängerung von Roman Bürki hat Borussia Dortmund Planungssicherheit auf der Torhüter-Position. Auch perspektivisch ist der Klub dort gut aufgestellt. Der für die kommende Saison neuen Nummer drei wird eine Menge zugetraut.

Weiße Weste: BVB-Keeper Roman Bürki ist gesetzt

Als das Dutzend voll war, stapfte auch Matthias Kleinsteiber trotz der unansehnlichen Vorstellung der Borussia beim 1:0 in Düsseldorf zufrieden vom Platz. Der Mann, der beim BVB seit zwei Jahren für die Torhüter zuständig ist, hatte einen soliden Auftritt der Dortmunder Nummer eins gesehen. Roman Bürki hatte zwei Mal Alu-Glück, als die Bälle neben ihm jeweils an den Pfosten knallten. Die Schüsse, die er halten konnte, parierte er unaufgeregt, aber sicher. Zum zwölften Mal beendete der Schweizer in dieser Saison eine Bundesliga-Partie ohne Gegentor. Acht dieser zwölf Spiele lieferte er in der Rückrunde ab. Eine starke Serie.

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Die anschließend vom 29-Jährigen selbst verkündete Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrags um weitere zwei Jahre bis 2023 bringt auch Torwarttrainer Kleinsteiber (42) Planungssicherheit. Der ehemalige Torhüter freut sich über die weitere Zusammenarbeit mit dem Schweizer und glaubt, aus Bürki auch noch Potenzial herauskitzeln zu können: „Er ist zweifellos gereift in den vergangenen Jahren, aber da ist sicher auch noch Luft nach oben.“

BVB-Torwarttrainer will noch mehr aus Bürki herausholen

Bürki habe den notwendigen Ehrgeiz, ohne dabei zu überdrehen, sagt Kleinsteiber: „Wenn man auch schwierigere Zeiten durchgemacht und durchgestanden hat, weiß man auch mit den guten Zeiten richtig umzugehen.“ Der Wille, sich stetig zu verbessern, sei vor allem bei Torhütern stark ausgeprägt. In Bürkis Genen, sagt Kleinsteiber, „ist er fest verankert.“

Bürkis neuer Vertrag bis 2023 löst ein Problem für Borussia Dortmund, bevor es so richtig entstanden ist. In seinem Rücken hat sich Marwin Hitz, lange Jahre in der Bundesliga eine Nummer eins, wie erwartet als äußerst zuverlässiger Vertreter entpuppt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es für einen Klub mit den Ambitionen der Borussia unabdingbar ist, mit zwei starken Torhütern in die Zukunft zu gehen. Offen ist noch, ob Hitz seinem Landsmann folgt und seinen 2021 auslaufenden Kontrakt ebenfalls verlängert.

BVB-Torhüter Luca Unbehaun wird feste Nummer drei

Als feste Nummer drei wird zur neuen Saison U19-Torhüter Luca Unbehaun endgültig in den Profi-Kader aufrücken. Nach einem vierten Torhüter läuft die Suche. Die Position ist vakant, weil Eric Oelschlägl den BVB nach Auslaufen seines Vertrages am 30. Juni verlassen wird.

Luca Unbehaun soll die neue Nummer drei des BVB werden.

Luca Unbehaun soll die neue Nummer drei des BVB werden. © Kirchner/Christopher Neundorf

Dortmunds neue Nummer drei ist eine spannende Personalie. Unbehaun galt im Juniorenbereich als herausragendes Torhüter-Talent, mit großen Perspektiven für die Zukunft. Im April 2019 bremste dann ein Knorpelschaden im Knie seinen rasanten Aufstieg für fast sechs Monate. Als „extrem ehrgeizig“, „fleißig“ und „mit guter fußballerischer Qualität ausgestattet“ beschreibt Kleinsteiber den 19-Jährigen.

Borussia Dortmund: Unbehaun kämpft sich nach Verletzung zurück

Nach auskurierter Verletzung hat sich Unbehaun zurückgekämpft. Er stand in der Youth League im Tor der Dortmunder U19, er spielte in der A-Junioren-Bundesliga und in der Rückrunde auch fünf Mal für die BVB-U23 in der Regionalliga. Als regelmäßiger Trainingsgast hat der gebürtige Bochumer schon Profi-Luft geschnuppert, doch der feste Wechsel in die Trainingsgruppe von Kleinsteiber wird für Unbehaun noch einmal ein gewaltiger Schritt. Die Intensität wird höher sein, das Niveau selbstredend auch. Konstant auf diesem Level zu trainieren, wird auch für das operierte Knie eine Belastung.

Mit seinen 1,85 Metern Körpergröße fehlen Luca Unbehaun zum Gardemaß für einen modernen Torhüter einige Zentimeter. Sein Torhüterspiel dieser Gegebenheit anzupassen und das Längendefizit durch kleine Veränderungen im Stellungsspiel und stärkerer Muskulatur-Entwicklung wettzumachen, das wird der erste Schritt sein auf der nächsten Entwicklungsstufe.

BVB will neue Nummer drei behutsam aufbauen

Unbehaun steht ganz am Anfang. Von allzu weiten Blicken in die Zukunft rät Kleinsteiber zum jetzigen Zeitpunkt daher ab. „Man sollte ihm jetzt keinen Rucksack aufsetzen. Er ist sehr jung, er muss sich entwickeln, er muss noch eine Menge lernen. Dazu soll er bei uns in aller Ruhe auch die Gelegenheit bekommen.“

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