BVB hofft in Leverkusen auf den perfekten Konterfußball - Bayers Angst vor Haaland

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Der BVB hofft in Leverkusen auf perfekten Konterfußball - wie im Hinspiel. Erling Haaland könnte dabei eine zentrale Rolle zukommen. Die Taktikanalyse.

von Tobias Escher

Dortmund

, 08.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Ballbesitz, zu wenig Torgefahr: Diesen Vorwurf musste sich Lucien Favre in Dortmund des Öfteren anhören. Zuletzt plagten den BVB beim 2:3 bei Werder Bremen diese Schwächen: Der BVB sammelte 72 Prozent Ballbesitz, benötigte aber mehr als eine Stunde, ehe er Torgefahr ausstrahlen konnte. Das Gastspiel bei Bayer Leverkusen kommt in dieser Hinsicht zum bestmöglichen Zeitpunkt: Die Leverkusener sind neben den Bayern das einzige Team in der Bundesliga, das in dieser Statistik einen höheren Wert aufweist als der BVB.

Bereits in der Hinrunde konterte Dortmund die ballbesitzlastigen Leverkusener aus. 4:0 lautete das Ergebnis - nicht trotz, sondern gerade wegen eines Ballbesitzwertes von gerade einmal 33 Prozent. Was spricht dagegen, dass dem BVB dieses Kunststück erneut gelingt? Bayer-Coach Peter Bosz hat seine Strategie seitdem nicht verändert. Den Ball lange durch die Abwehr laufen zu lassen, um mit flachen Pässen in die Spitze zu Torchancen zu gelangen, bleibt die Bosz-Philosophie.

BVB kassierte im Jahr 2020 bereits sieben Gegentreffer

Und doch haben sich seine Leverkusener seit dem letzten Aufeinandertreffen mit Dortmund verändert. Bosz hat die defensive Absicherung verbessert. Vor der Viererkette verteidigt eine Doppel-Sechs. Diese postiert sich wesentlich tiefer, als man dies von Mittelfeldspielern unter Boszs Regie gewohnt ist. Die Abwehr wird bei Kontern nicht mehr im Stich gelassen.

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Diese 4-2-3-1-Formation feierte ihr Debüt ausgerechnet beim Debakel in Dortmund. Seitdem hat sie sich aber erprobt: Die Leverkusener kassierten in dieser Variante weniger als einen Treffer pro Partie. Im Jahr 2020 fingen sie gerade einmal vier Gegentore in vier Pflichtspielen. Zum Vergleich: Der BVB kassierte bereits sieben. Ob Bosz gegen den BVB am erprobten 4-2-3-1 festhält, ist indes offen. Spielgestalter Kerim Demirbay fehlt nach einer Gelb-Roten Karte beim 1:2 in Hoffenheim, das Spielsystem ist jedoch auf seine Stärken als Ballverteiler aus der Tiefe zugeschnitten. Auch Nebenmann Julian Baumgartlinger, Garant für die defensive Absicherung, droht auszufallen.

Leverkusen zittert vor BVB-Neuzugang Haaland

Bosz könnte zu einer Umstellung gezwungen sein. Diese Möglichkeit besteht vor allem im Hinblick auf Dortmunds neuen Wunderstürmer Erling Haaland. Bosz betonte vor dem Spiel, Haaland lasse sich nur mit einer starken Mannschaftsleistung verteidigen. Das bedeutet: Der BVB darf gar nicht erst Pässe in die Spitze spielen.

Ob sich Bosz an Werders Taktik orientiert? Bremen blockierte Dortmunds Mittelfeld mit einem 5-2-3-System. Die Fünferkette half, Dortmunds Außenstürmer aus dem Spiel zu nehmen. Die Verteidiger konnten Jadon Sancho und Thorgan Hazard überall hin verfolgen. Grundsätzlich ist Leverkusen diese Variante zuzutrauen.

BVB droht Gefahr durch Leverkusens Außenstürmer

Ob Favre Wunderkind Haaland überhaupt aufstellt? Der Schweizer dürfte kaum auf Haalands Tempo verzichten können - besonders dann nicht, wenn der BVB, wie im Hinspiel, auf Konter setzt. In diesem Fall könnte sich Dortmund im zuletzt praktizierten 3-4-1-2-System weiter zurückziehen.

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Der BVB bereitet sich auf das Topspiel in Leverkusen vor

Gefahr droht Dortmund durch die schnellen, nach innen startenden Außenstürmer, eine große Waffe der Leverkusener. Stürmer Kevin Volland lauert dann an der Abseitsgrenze auf ihre Pässe. Gegen hohes Tempo hatte der BVB zuletzt Probleme, vor allem auswärts. Wenn es nach Favre geht, soll aber nur eine Mannschaft am Samstagabend kontern.

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