BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl. © imago images/Nordphoto
Borussia Dortmund

BVB in Amsterdam vom Blitz getroffen – schwierige Arminia-Vorbereitung startet

Borussia Dortmund erlebt bei Ajax Amsterdam ein sportliches Gewitter, auch die Verantwortlichen sind wie vom Blitz getroffen. Eine schwierige Vorbereitung auf Arminia Bielefeld startet.

Der Rückweg dauerte gute drei Stunden. Bei der Fahrt durch die laue Herbstnacht war die Stimmung an Bord der beiden BVB-Mannschaftsbusse geknickt. Für die Spieler von Borussia Dortmund gab es genügend Zeit, das 0:4 aus der Johan-Cruyff-Arena sacken zu lassen – und am besten gleich mit der Aufarbeitung zu beginnen.

BVB erlebt herben sportlichen Rückschlag gegen Ajax Amsterdam

Der herbe sportliche Rückschlag traf Mannschaft und sportliche Leitung völlig unvorbereitet. Am Vormittag nach der Rückkehr aus Amsterdam verarbeitete auch Sebastian Kehl noch den schmerzhaften BVB-Abend: „Das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir dieses Spiel verloren haben, war nach der positiven Entwicklung in den vergangenen Wochen so nicht zu erwarten“, erklärte der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung von Borussia Dortmund im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, Ajax wurde nach den Toren aber immer selbstbewusster. Gleichzeitig haben wir uns nicht mehr in dem notwendigen Maße gewehrt.“

Die Ursachenforschung begann im internen Kreis schon auf der Rückreise. Wenn die Mannschaft und Trainerstab sich nach dem freien Mittwoch wiedersehen, dürfte eine schonungslose Analyse folgen. BVB-Trainer Marco hatte schon direkt nach dem Spiel klare Worte gefunden. Auch Kehl sprach am Mittwoch Klartext: „Es gibt nicht nur den einen Grund, da kamen viele Dinge zusammen. Es hat nach dem Spiel jeder gespürt, dass das viel zu wenig war für die Ansprüche, die wir haben.“

Nichts hatte das sportliche BVB-Gewitter angekündigt

Die Verfassung, in der sich der BVB präsentierte, traf alle nach vier Siegen in Serie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Nichts hatte das sportliche Gewitter angekündigt, auch Kehl gab die Darbietung Rätsel auf: „Wir müssen konstatieren, dass wir eigentlich über das gesamte Spiel hinweg auf verschiedenen Ebenen an diesem Abend nicht in der Verfassung waren, um Ajax zu schlagen“, meinte der 41-Jährige. „Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, das Ergebnis ist nicht nur auf die körperliche Verfassung einiger Spieler zurückzuführen, die nach Verletzungen noch nicht im Rhythmus sind.“ Die körperliche Komponente ist dabei nur die eine Seite der Medaille. Mehr Gegenwehr, eine bessere Zweikampfführung und mehr Wachsamkeit bedingen auch eine andere mentale Einstellung. Auch auf dieser Ebene war Dortmund am Dienstag in Amsterdam nicht wettbewerbsfähig.

Nach einem freien Tag, der helfen soll, um die Köpfe wieder etwas freier zu bekommen, beginnt die Vorbereitung auf die Samstag-Partie bei Arminia Bielefeld. Ein anderer Gegner, ein anderer Wettbewerb. Kehl verweist darauf „dass wir vor dem Spiel in Amsterdam eine gute Phase hatten. Wir werden uns berappeln und werden versuchen, in der Liga ein positives Signal zu setzen.“

BVB-Lizenzspielerleiter Kehl: „Es ist eine bittere Niederlage, die sehr schmerzt“

Wie von Rose trotz der Erfolge der vergangenen Wochen eigentlich immer betont, offenbarte die Partie im Nachbarland, dass längst noch nicht alles ineinandergreift, dass es auf vielen Ebenen noch Verbesserungspotenzial und -bedarf gibt. Auch Kehl sieht dies so: „Es ist eine bittere Niederlage, die sehr schmerzt. Aber wir werden uns von ihr nicht aus der Bahn werfen lassen. Wir werden arbeiten, es gibt viel zu tun. Wir werden sehr kritisch mit uns umgehen, werden aber die Richtung nicht aus den Augen verlieren.“

In zwei Wochen bekommt Borussia Dortmund dann die Gelegenheit, den Eindruck vom Dienstag im zweiten Aufeinandertreffen mit Ajax zurechtzurücken. Das solle die Mannschaft als Chance begreifen. Fast trotzig sagt Kehl: „Die Kritik, die jetzt kommt, nehmen wir an. Aber wir stellen nicht gleich alles infrage oder werden nervös. Und natürlich sind wir in der Lage, Ajax Amsterdam an einem anderen Tag und in einer anderen Verfassung zu schlagen.“

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Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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