Die groß angekündigte Aufholjagd des FC Bayern entpuppt sich als Rohrkrepierer. Der BVB demonstriert auch nach zwei schwierigen Auswärtsspielen ungebrochenes Selbstbewusstsein. Sascha Klaverkamp kommentiert.

Frankfurt

, 03.02.2019, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vollmundig angekündigt war sie seit kurz nach Silvester, die Aufholjagd des Meisters auf den BVB. 17 Spiele könnten sie in der Rückrunde durchaus gewinnen und vor allem nun steten Druck ausüben auf die Dortmunder Borussia, so ließen es die Bayern öffentlich in der Winter-Vorbereitung ausrichten. Reizen wollten sie damit den Spitzenreiter, aus der Ruhe bringen, nervös machen. Und ungebrochenes Selbstbewusstsein demonstrieren.

Der BVB aber lässt sich bislang nullkommanull aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil, er setzt die Bayern stattdessen gehörig unter Druck, punktet unaufhörlich, nutzt jeden Patzer der Münchner. Und die kommen damit offenbar nicht klar. Keine Frage, das hatte sich der Serien-Champion genau andersherum vorgestellt.

Ein meisterlicher Weg

Sieben Punkte Vorsprung sind es nun für die Schwarzgelben an der Tabellenspitze, die Aufholjagd der Bayern entpuppt sich bislang als Rohrkrepierer. Zurückhaltung bei der Frage nach dem Ziel „Meistertitel“ dürfen sich die Borussen deshalb spätestens jetzt sparen. Wer Partien wie die in Frankfurt dazu nutzt, den Vorsprung nicht nur zu verteidigen, sondern diesen sogar auszubauen, der bewegt sich sehr, sehr sicher auf einem meisterlichen Weg.

Denn im Duell mit der Eintracht waren nicht allein die technische Brillanz oder das offensive Spektakel gefragt, die das aktuelle Spiel des BVB ansonsten so sehr auszeichnen. Nein, es galt an einem frostig kalten Nachmittag in Frankfurt einer bissigen, laufstarken und kämpferisch nie aufsteckenden Truppe inklusive einer gehörigen Angriffswucht vor allem mit kämpferischer Leidenschaft zu begegnen. Und genau das tat die Borussia - sie gewann 54 Prozent der direkten Duelle.

„Gegen die stärkste Mannschaft gespielt“

Und sie erkannte in der Schlussphase, dass es klug war, einen Zähler zu sichern, anstatt mit vollem Risiko auf den Siegtreffer zu gehen. Auch das darf als ein Zeichen von Reife verbucht werden, die als Tugend auf dem Weg zum immer realistischer werdenden Titel nicht schaden kann.

Adi Hütter, Trainer der Frankfurter Eintracht, bilanziert am Samstagabend nach dem Schlusspfiff in den Katakomben der Commerzbank-Arena: „Wir haben heute gegen die stärkste Mannschaft gespielt.“ Hütter hatte genau gesehen, dass die Borussia sich zuvor mit klugem Kopf gewehrt hatte gegen seine Elf, die eine Top-Leistung abrief und trotzdem den Spitzenreiter nicht ins Stolpern zu bringen vermochte. Andreas Möller hat Recht. Der BVB sei „das Nonplusultra der Liga“, hatte der frühere BVB- und Eintracht-Profi vor dem Anpfiff erklärt. Das Nonplusultra, das eine Aufholjagd aus dem Süden immer weniger fürchten muss.

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