Borussia Dortmund

BVB-Jahresbericht: Viele Talente, aber große Corona-Einschränkungen

Statt auf der Mitgliederversammlung legen die verschiedenen BVB-Abteilungen im Mitgliedermagazin Bericht ab. Es werden erfreuliche Erkenntnisse, aber auch negative Ergebnisse vermeldet.
Der BV. Borussia 09 e.V. bleibt stabil. © Neundorf/Kirchner-Media

Für gewöhnlich richtet Borussia Dortmund alljährlich eine Mitgliederversammlung aus, berichtet dort über die vorangegangene Spielzeit. „Und üblicherweise lassen wir einen solchen Tag bei westfälischer Erbsensuppe und einem Glas Selters oder Brinkhoff‘s ausklingen“, meint Präsident Dr. Reinhard Rauball. Nur: Was ist in diesem Jahr schon normal?

„Um die Ausbreitung des Coronavirus nicht noch zu fördern“, schreibt der BVB-Präsident im aktuellen Mitgliedermagazin, „war uns schon lange vor dem November-Lockdown klar, dass eine Präsenzveranstaltung in der Westfalenhalle nicht möglich sein kann.“ Einen Bericht über die aktuelle Lage hat die Borussia jetzt in schriftlicher Form vorgelegt – mit guten wie schlechten Ergebnissen.

Mitgliederzahlen des BVB sinken leicht

Der BV. Borussia 09 e.V., so heißt es dort, habe „das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Jahresfehlbetrag von 237.000 Euro abgeschlossen und liegt damit um 297.000 Euro unter dem Vorjahresniveau“. Derweil sei die Mitgliederzahl „trotz der Corona-Pandemie stabil geblieben“. Sie liege bei 158.000, was – bei Lichte betrachtet – ein minimales Minus beweist. 2019 zählte der BVB noch 159.037 Mitglieder.

Ob die Covid-19-Pandemie zu diesem minimalen Mitgliederschwund geführt hat, bleibt an dieser Stelle Spekulation. Sicher ist allerdings: Das Coronavirus hat zu massiven Veränderungen geführt – und vielerlei Improvisationskünste erfordert. Davon berichtet Wolfang Springer, seinerseits Abteilungsleiter Jugendfußball. Nach dem Corona-bedingten Spielstopp habe die Borussia vor „enormen Herausforderungen“ gestanden, erklärt er.

„Unsere Trainer entwickelten Pläne und Programme, mit denen sie ihre Spieler zu Hause beschäftigen konnten. Die Rückmeldung erfolgte per App“, schreibt der Abteilungsleiter Jugendfußball. „Auch haben die Trainer darauf geachtet, dass schulische Aufgaben erledigt wurden und die Jungs auch dort sprichwörtlich ‚am Ball‘ blieben.“ Zumindest versuchten sie es, so gut es eben geht in dieser Zeit. Springer fällt letztlich ein positives Fazit.

BVB-Talente haben es zu den Profis geschafft

„Abermals“ sei es der Borussia gelungen, Talente für die eigenen Profis auszubilden: Torhüter Luca Unbehaun, aktuell die Nummer drei beim BVB, und Youngster Giovanni Reyna gehören inzwischen zum Lizenzspielerkader. Darüber freut sich der Abteilungsleiter, erwähnt zudem Alaa Bakir und Malte Wengerowski, die aus der Jugend in die Dortmunder U23 wechselten – und lobt, dass von der U15- bis U19-Mannschaft „15 Jungs“ den Nationalspieler-Status besitzen.

Ein gutes Ergebnis am Ende eines durchwachsenen Jahres, das letztlich vom Coronavirus übernommen und dominiert wurde – alle Abteilungen eint vor allem eines: der Wunsch nach Normalität. Jakob Golz berichtet im Namen der Fan- und Förderabteilung darüber, dass die Mitarbeiter „voller Tatendrang“ gestartet seien. Vieles sei organisiert und umgesetzt worden, Vorlesetreffen mit kranken Kindern im Klinikum Dortmund zum Beispiel. Auch an den Spieltagen sei alles glatt gelaufen. Dann indes kam die Pandemie.

Das Wirken der Fan- und Förderabteilung musste zurückgefahren werden. „Wie vielen anderen Organisationen fiel uns das nicht leicht, denn unser Engagement baut auf zwischenmenschlicher Interaktion auf und lässt sich nicht einfach durch virtuelle Angebote ersetzen“, so Scholz. Integrationssport-Abteilungsleiter Hasan Caglikalp schreibt in seiner Bilanzschrift: „Es war und ist für alle Beteiligten eine schwierige Situation, da in 2020 niemand seine Lieblingssportart so ausüben konnte, wie sie/er es sich gewünscht hätte.“ Das fasst wohl ganz gut zusammen, was sie sich beim BVB im Allgemeinen denken.

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