BVB-Kapitän Reus: Ich habe schon schlimmere Sachen im Leben erlebt

Champions League

Marco Reus hat gegen Barcelona mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß, verschießt einen Elfmeter - und verliert das Privatduell mit ter Stegen. Trotzdem sieht er den BVB auf dem richtigen Weg.

Dortmund

, 18.09.2019, 02:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Kapitän Reus: Ich habe schon schlimmere Sachen im Leben erlebt

BVB-Kapitän Marco Reus sagt: „An diesem Auftritt müssen wir uns messen lassen.“ © dpa

Wie bewerten Sie das 0:0?

Es sind gemischte Gefühle. In der ersten Hälfte haben wir uns nicht so viel zugetraut, in der zweiten Hälfte haben wir dann wirklich gut gespielt. Die Fans haben uns unfassbar unterstützt, es war gigantisch, auf die Süd zu spielen. Wir hatten gute Möglichkeiten, haben uns aber leider nicht belohnt. Wir können auf die Leistung aufbauen. Es war ein guter Schritt, vor allem auch in der Defensivarbeit. An diesem Auftritt müssen wir uns messen lassen.


Hätten der BVB das Spiel gewonnen, wenn beim FC Barcelona ein anderer Spieler im Tor gestanden hätte. Marc-Andre ter Stegen hat sehr gut gehalten, oder?

Mein Elfmeter war leider nicht sonderlich gut geschossen, aber in zwei, drei Situationen hat er richtig gut gehalten. Er ist nicht umsonst einer der besten Torhüter der Welt. Wir wissen alle um seine Qualität.

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Sie haben sehr viel Arbeit gegen den Ball verrichtet. Mats Hummels hat Sie dafür explizit gelobt. Was überwiegt? Die Enttäuschung über die vergebenen Torchancen oder die Zufriedenheit über die gute Leistung?

Ich weiß schon, dass ich schon schlimmere Sachen im Leben erlebt habe als einen verschossenen Elfmeter. In dem Moment tut es natürlich sehr weh. Das kommt heute Nacht auch nochmal wieder. Spätestens morgen oder übermorgen ist der Kopf dann aber wieder oben. Es muss weitergehen. An meinen Elfmetern werde ich arbeiten. Auch am Torabschluss. Wir haben uns heute nicht für eine gute Leistung belohnt. Am Sonntag wartet in Frankfurt ein schwieriges Spiel.


Ist die Art und Weise, wie die Mannschaft heute im Kollektiv verteidigt hat, etwas, dass Sie aus diesem Spiel mitnehmen?

Auf jeden Fall. Der Wille, den wir heute gezeigt haben, war gut. Wir haben uns auch in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig gepusht. Auch die Fans haben uns noch einmal gepusht. Darauf können wir aufbauen. Wir haben dem Gegner keine Räume geboten. Das ist der Weg, den wir gehen wollen. Diese Entschlossenheit, dieser Wille - das muss der Maßstab sein.


Was hat gefehlt, um Barcelona nicht nur an den Rand einer Niederlage zu bekommen, sondern am Ende auch als Sieger vom Platz zu gehen?

Das Tor, ganz einfach. Ich weiß nicht, ob wir besser spielen können als im zweiten Durchgang. Das Tor hat halt gefehlt, das ist leider manchmal so. Wir müssen zusehen, dass wir vorne die Dinger machen, weil es vieles einfacher werden lässt. Trotzdem dürfen wir uns nicht beirren lassen. Wir sind auf dem richtigen Weg.

BVB-Kapitän Reus: Ich habe schon schlimmere Sachen im Leben erlebt

Marc-Andre ter Stegen (r.) pariert den Elfmeter von Marco Reus. © imago

Was kann der BVB erreichen in der Champions League?

Wir wollen die Gruppenphase überstehen. Darum geht es erstmal, deswegen ist das auch unser Ziel. Die Gruppe ist ausgeglichen, es werden schwere Spiele. Wir müssen unsere Heimspiele in Zukunft gewinnen - und auswärts werden wir sehen, wie die Situation ist.


Steigert das 1:1-Unentschieden von Inter Mailand gegen Slavia Prag den Ärger über den verpassten Sieg des BVB gegen Barcelona?

Definitiv. Wir hätten Druck ausüben können. Aber es ist nun mal nicht so gekommen. Der Weg, den wir in den vergangenen beiden Spielen eingeschlagen haben, den müssen wir trotzdem weiter verfolgen.


Wie bewerten Sie die Leistung von Mats Hummels?

Dafür haben wir ihn geholt, würde ich sagen (lacht). Er bringt einfach unheimlich viel Qualität mit. Im Stellungsspiel, im Aufbauspiel. Er ist unheimlich wichtig - und so langsam findet sich unsere Innenverteidigung immer besser. Die Abwehr ist das Herzstück. Wenn sie sicher steht und uns Stabilität gibt, haben wir in der Offensive auch ein besseres Gefühl. Das ist so eine Art Domino-Effekt. Deswegen hoffen wir, dass die Abstimmung noch besser wird, aber heute war es schon sehr gut.

Aufgezeichnet von Tobias Jöhren in der Mixed Zone.
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