BVB lässt viele Hochkaräter ungenutzt

1:1 in Stuttgart

Ein besseres Bewerbungsschreiben für die Bundesliga kann man sich kaum vorstellen. In einem enorm unterhaltsamen Spiel trennten sich der VfB Stuttgart und Borussia Dortmund am Samstagnachmittag 1:1 (1:1).

STUTTGART

von Von Matthias Dersch

, 29.10.2011, 17:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neven Subotic (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Borussen Tamas Hajnal.

Neven Subotic (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Borussen Tamas Hajnal.

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Fußball-Bundesliga: VfB Stuttgart - BVB

29.10.2011
/
Cristian Molinaro (l.) foult Mario Götze - der fällige Elfmeterpfiff blieb aus.© Foto: DeFodi
Starke Leistung in Stuttgart: Mats Hummels.© Foto: DeFodi
Unter Strom: BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.© Foto: DeFodi
Sebastian Kehl (l.) im Gespräch mit Jürgen Klopp.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski traf in Stuttgart nur den Pfosten.© Foto: DeFodi
Marcel Schmelzer zog sich eine Zerrung in der Wade zu.© Foto: DeFodi
Lukasz Piszczek (l.) jubelt mit Robert Lewandowski über das 1:1.© Foto: DeFodi
Neven Subotic (r.) scheitert an VfB-Torhüter Sven Ulreich (M.).© Foto: dpa
Robert Lewandowski (M.) gewinnt dieses Luftduell gegen Cacau.© Foto: DeFodi
Lukasz Piszczek erzielte in Stuttgart seinen zweiten Saisontreffer.© Foto: DeFodi
Neven Subotic (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Borussen Tamas Hajnal.© Foto: DeFodi
Gute Laune vor dem Anpfiff: Jürgen Klopp (r.) und Bruno Labbadia.© Foto: dpa
Dortmunder Jubel nach dem Ausgleich (v.l.): Lukasz Pisczek, Robert Lewandowski und Shinji Kagawa.© Foto: dpa
Serdar Tasci (2.v.l.) erzielt die Stuttgarter Führung.© Foto: DeFodi
Tamas Hainal (r.) kommt vor Marcel Schmelzer an den Ball.© Foto: dpa
Martin Harnik bejubelt die Stuttgarter Führung.© Foto: dpa
Tamas Hajnal (r.) foult Ivan Perisic.© Foto: dpa
Neven Subotic (l.) ist vor Shinji Okazaki am Ball.© Foto: dpa
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Sowohl BVB-Trainer Jürgen Klopp als auch Stuttgarts Coach  Bruno Labbadia schwärmten anschließend von den Leistungen auf dem Rasen. „Das war ein super intensives Spiel“, meinte der gebürtige Stuttgarter Klopp, während Labbadia von einer „unglaublich schönen Partie“ sprach: „Es kam nie Langeweile auf.“ Am Ende, so das einhellige Urteile der beiden Fußball-Lehrer, hätte der BVB den Sieg verdient gehabt. „Doch wir hatten das nötige Quäntchen Glück“, sagte Labbadia.

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Tamas Hajnal (r.) foult Ivan Perisic.© Foto: dpa
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Im Vergleich zum Pokalspiel gegen Dresden (2:0) änderte BVB-Trainer Jürgen Klopp seine Elf auf zwei Positionen. Der am vergangenen Dienstag geschonte Roman Weidenfeller rotierte zurück ins Tor, Ivan Perisic trat im linken Mittelfeld an die Stelle von Kevin Großkreutz. Jakub Blaszczykowski musste kurzfristig mit Rückenproblemen passen. Der VfB konnte auf die angeschlagenen Nationalspieler Serdar Tasci und Cacau zurückgreifen, in der Zentrale sollte erwartungsgemäß der Ex-Borusse Tamas Hajnal die Fäden der schwäbischen Angriffsmaschinerie ziehen.

Doch es war der BVB, der offensiv das erste Feuerwerk zündete. Keine drei Zeigerumdrehungen nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe setzte sich Robert Lewandowski im Strafraum gegen drei Stuttgarter durch und setzte den Ball an den linken Pfosten. Nur Sekunden später strich Mario Götzes Schuss um Zentimeter am Gehäuse vorbei. VfB-Keeper Sven Ulreich wäre in beiden Szenen chancenlos gewesen.Doch wenn die rund 8000 mitgereisten Dortmunder Fans anschließend dachten, einen ähnlich entspannten Nachmittag wie beim letzten Bundesliga-Auftritt des BVB gegen Köln (5:0) zu erleben, wurden sie enttäuscht. Der VfB reagierte – und wie! Nach den Chancen von Molinaro (8.) und Cacau (9.) hätte es gut und gerne schon 2:2 stehen können. Beide Teams präsentierten sich spielerisch voller Übermut, entsprechend lückenhaft war es jedoch zunächst um die Abwehrreihen auf beiden Seiten bestellt.

Und das Spektakel ging weiter: Nach Chancen durch Sebastian Kehl (12.) und auf der Gegenseite Cacau (18.) zappelte der Ball schließlich in der 21. Minute im Netz – und zwar in dem der so furios gestarteten Schwarzgelben. Im Anschluss an einen Hajnal-Freistoß ließ Kehl Martin Harnik laufen, dessen Schuss prallte vom Pfosten genau vor die Füße von Tasci. Der Innenverteidiger blieb cool – 1:0 für die Gastgeber, die damit bereits das achte Saisontor im Anschluss an eine Standardsituation erzielt hatten. Liga-Spitze! Für den BVB war es dagegen das erste Gegentor nach 349 Minuten. Und der VfB blieb am Drücker, schnürte den BVB nun in der eigenen Hälfte ein und verpasste durch Cacau nur knapp das 2:0 (24.). Die Borussen dagegen wirkten geschockt und kamen mit dem Stopfen der zahlreichen Löcher, die sich durch das starke Stuttgarter Pressing im schwarzgelben Defensivspiel auftaten, kaum nach. Offensive Entlastung? Fehlanzeige! Auch Mats Hummels` Außenrist, gegen Köln noch das spielbestimmendes Element, war in dieser Phase der Partie ausschließlich mit dem Abwehren von VfB-Angriffswellen beschäftigt.

Erst nach 37 Minuten brannte es wieder im Strafraum der Stuttgarter: Götze hatte den Turbo angeworfen und zwei VfB-Kicker aussteigen lassen, bevor ihn Molinaro in höchster Not per Grätsche stoppte (37.). Ein klarer Elfmeter für den BVB – doch Gräfes Pfeife blieb zum Entsetzen der Dortmunder stumm. Plötzlich war Dortmund jedoch wieder da und kam noch vor der Pause zum Ausgleich. Ein Schussversuch des in Hälfte eins blassen Shinji Kagawa hoppelte nach einem öffnenden Götze-Pass durch den VfB-Strafraum. Der aufgerückte Lukasz Piszczek bedankte sich für die unfreiwillige Vorlage mit seinem zweiten Saisontor (45.+1). Ein passendes Ende der bis dato vielleicht spektakulärsten 45 Minuten der laufenden Spielzeit.

Ohne Sven Bender (Knöchelprellung), dafür mit dem erst 18-jährigen Moritz Leitner ging der BVB in die zweite Hälfte. Und wieder setzten die Gäste die ersten Akzente: Erst zielte Lewandowski zu hoch (46.), dann lenkte Ulreich einen Kagawa-Schuss mit den Fingerspitzen um den Pfosten (50.). Und auch Hummels’ Außenrist hatte in der 51. Minute bei einem schönen Pass auf Kagawa seinen ersten Auftritt. Als dann Ulreich eine scharfe Schmelzer-Hereingabe durch die Finger flutschen ließ, lag die Führung der Dortmunder in der Luft, doch es war kein Schwarzgelber da, um vom Fehler des jungen Stuttgarter Torhüters zu profitieren (53.). Auf der anderen Seite scheiterte Zdravko Kuzmanovic mit einer technisch feinen Direktabnahme am starken Weidenfeller (55.), bevor Kagawa bei der bis dahin größten Chance der Partie aus elf Metern den Ball völlig unbedrängt über die Latte jagte (60.).

Das Spiel verlief genauso munter und unterhaltsam wie in Hälfte eins. Hin und her wogten bis zur 65. Minuten die Angriffe beider Teams. Erst danach gönnten sich die 22 Akteure auf dem Rasen erste Ruhepausen – auch weil der BVB nun stärker das Heft des Handelns in die Hand nahm und das eigene Aufbauspiel merklich beruhigte. Klopp zog seine letzten beiden Joker und brachte für die Schlussphase Lucas Barrios (für Lewandowski) und Kevin Großkreutz (für Perisic). Dem Tor am nächsten kam jedoch zunächst Schmelzer. Ulreich konnte seinen Freistoß allerdings trotz schlechter Sicht abwehren (85.). Piszczek (87., 89.), Götze (88.) und Subotic (88.) verfeuerten in der Schlussphase vier weitere Hochkaräter. Ein Tor wollte jedoch nicht mehr fallen hatten. Es blieb beim - für den VfB am Ende höchst glücklichen - 1:1.

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal (90.+2 Gentner), Okazaki (70. Traoré) - Cacau (78. Hemlein)
BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (46. Leitner), Kehl - Götze, Kagawa, Perisic (76. Großkreutz) - Lewandowski (72. Barrios)
Tore: 1:0 Tasci (22.), 1:1 Piszczek (45.+1)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Cacau (3), Kuzmanovic (1), Maza (2) / Kehl (2), Schmelzer (1)

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