BVB-Maskottchen kehrt nach "Entführung" und Weltreise zurück

Eine Biene sieht die Welt

SÜDLOHN Die Biene Emma begeistert die Fans von Borussia Dortmund. Und nebenher bereist das BVB-Maskottchen auch noch die Welt. An die 20 Länder. Umrundet zweieinhalb mal den Erdball. Und kehrt dann triumphal am Samstag zurück. Vier holländische Piloten entführten die Borussia-Biene und nahmen sie auf ihre Reise mit - vor etwa einem Jahr.

von Von Tobias Kempkes

, 11.10.2009, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Emma vor dem Weißen Haus, Emma  in Kuala Lumpur

"Das war ja eine Herausforderung für uns und ein Spaß", sagt Hendriks. Froh darüber, dass Emma ein dankbares Entführungsopfer war, sich nicht wehrte. "Sie wollte, das merkte man, mit uns gehen", so Hendriks. Was aber die 85 BVB-Fans nicht wussten. "Wir waren stinksauer und hatten erst die zwei Schalke-Fans im Verdacht, die an dem Abend auch in der Kneipe waren", berichtet Dennis Falk, Vorsitzender des Südlohner BVB-Fanclubs. Anzeige erstatten wollten sie sogar. Die Wut der Borussen legte sich erst, als nach ein paar Wochen die ersten Postkarten kamen.

Emma vor dem Weißen Haus, Emma  in Kuala Lumpur

Monatlich dann immer zwei bis drei. Karten, auf denen ihre Emma zu sehen war. Einmal vor dem Weißen Haus in der amerikanischen Hauptstadt Washington D. C.. Ein anderes Mal vor den Petronas Towers in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Auf der Rückseite erzählte Emma, wie es ihr so geht und was sie dort und anderswo erlebt hatte.

Emma und Pam 

Zum Beispiel von dem Treffen mit der ehemaligen Baywatch-Nixe Pamela Anderson auf der Amsterdamer Messe für Millionäre, der "Millionair Fair". "Emma hat einfach gewinkt und das sah Pamela Anderson im Vorbeigehen und knuddelte sie unter dem Arm. Wenn Du Emma im Arm hältst, dann kriegst Du alle Frauen", sagt  "Entführer" Jerome und lacht. Ihm gehört eine Firma, die Privat-Jets vermietet. Dadurch hat der Hobby-Pilot Kontakte zu vielen Berufspiloten. "Insgesamt 20 waren an Emmas Reisen beteiligt. Die haben sie einfach bei sich im Cockpit mitgenommen", sagt Jerome.

Panama, England, Algerien, Israel, Norwegen, Kuba 

So kam Emma nach Panama, England, Algerien, Israel, Norwegen, Kuba und in viele andere Länder. Was nicht immer nur lustig war. Gab es doch auch Schrecksekunden. "Einmal hat ein Pilot Emma mit nach Jakarta genommen und bei einer Party verloren." Weil er sich am nächsten Morgen aber nur an die Straße erinnerte, wo die Feier war, musste er an sämtlichen Häusern klingeln, bis er Emma wiederfand. "Das war einer der Momente, wo wir richtig Angst hatten und danach sehr vorsichtig wurden." Denn eins hatten die holländischen "Entführer" den Südlohner BVB-Fans zwischenzeitlich per Postkarte versprochen: "In einem Jahr bin ich (Emma) zurück".

 Rückkehr mit Stretch-Limo und rotem Teppich

Am Samstag hielten sie Wort. Und wurden dafür empfangen wie Stars: Gefahren mit einer Stretch-Limousine und jubelnd empfangen am roten Teppich, der vor Emmas Heimat ausgerollt wurde. "Das, was Emma in dem Jahr erlebt hat, da können wir nur von träumen", sagt Theo Hendriks bei der Wiedersehensfeier.  Ihm und den anderen ist nun eine lebenslange Ehrenmitgliedschaft im Südlohner BVB-Fanclub sicher. Und tiefe Dankbarkeit, dass sie Emma die Welt gezeigt und wohlbehalten zurück gebracht haben.

"Jetzt gewinnen wir jedes Spiel", ist sich ein Fan sicher. Damit Emma in Zukunft vor Entführern sicher ist, trifft der Fanclub aber Vorkehrungen: "Wir lassen uns jetzt eine Glasvitrine machen. Das war zwar eine schöne Sache, aber das müssen wir nicht immer wieder haben", sagt Dennis Falk. Schließlich haben sich er und die anderen Sorgen gemacht. Und Emma? Die summt nicht mehr in der Welt herum. Sitzt wieder brav auf einer Zapfanlage in Südlohn. Vorerst.

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