Seit 40 Jahren ist Petra Stüker beim BVB - und damit die dienstälteste Mitarbeiterin. © BVB/Alexandre Simoes
Borussia Dortmund

BVB-Mitarbeiterin Petra Stüker: Seit 40 Jahren das Gesicht der Fans

Spieler, Trainer, Funktionäre: Sie alle kommen. Und sie alle gehen. Petra Stüker bleibt. Bis heute. Seit mittlerweile 40 Jahren arbeitet die heutige Fanbeauftragte beim BVB. So lange wie niemand anderes.

Der Marco Rose müsste jetzt der 28. Trainer sein, wenn ich mich nicht verzählt habe“, sagt Petra Stüker. Und sie hat sich nicht verzählt. Es stimmt exakt. 28 verschiedene Trainer hat sie in ihrer Ära beim BVB kennengelernt.

Am ersten Tag beim BVB fast das Handtuch geworfen

Der erste war Branko Zebec. Und wegen ihm hätte Petra Stüker fast schon an ihrem ersten Tag bei Borussia Dortmund das Handtuch geworfen. Sie hatte gerade ihren Dienst begonnen, als das Telefon klingelte. In der Leitung: Cheftrainer Branko Zebec. Das erkannte nur leider die junge kaufmännische Angestellte nicht. „Ich wäre am liebsten gleich wieder nach Hause gegangen“, sagt sie und lacht. Doch sie ist geblieben. 40 Jahre ist das jetzt her.

Am 6. Juli 1981, ihrem 24. Geburtstag, kam Petra Stüker zum BVB. In der Geschäftsstelle unter der Nordtribüne erledigte sie Schreibarbeiten und Telefondienste, kümmerte sich um die Versicherungen der Spieler. Der Startschuss ihrer langen beruflichen Laufbahn bei Borussia Dortmund.

Die gesamte Entwicklung des BVB hautnah miterlebt

In den folgenden Jahre erlebte Petra Stüker hautnah mit, wie sich der BVB von einem Verein mit ein paar tausend Mitgliedern zu einem Verein mit internationaler Strahlkraft entwickelte. Dementsprechend veränderten sich auch immer wieder ihre eigenen Aufgabenbereiche. Sie betreute phasenweise zusammen mit Fritz Lünschermann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, übernahm die Vermarktung der Bandenwerbung im Stadion, kümmerte sich um die Einführung von Fan-Artikeln und arbeitete im Marketing-Bereich. Fast alle Bereiche, die man durchlaufen konnte, ist sie durchlaufen.

Ein Bild aus älteren Zeiten: Fritz Lünschermann und Petra Stüker © Privat © Privat

Ein Thema, dass ihr aber die ganze Zeit über schon am Herzen lag: die Fans. „Eine echte Fanbetreuung gab es damals nicht“, erzählt die 64-Jährige. Doch durch den sportlichen Erfolg, sowohl national als auch international, wurde das Fanaufkommen rund um den BVB von Jahr zu Jahr größer. „Nach den Meisterschaften 1995 und 1996 hatten wir schon über 600 Fanclubs.“

Die Meisterschaften zählen übrigens auch zu ihren ganz persönlichen Highlights. Und der Pokalsieg 1989. „Da sind wir schon eine Woche vor dem Spiel mit einem Doppeldecker durch Berlin gefahren und haben in der Stadt Fan-Artikel verteilt“, erinnert sie sich. Darunter natürlich auch die aufblasbare Banane.

BVB setzt auf die „Abteilung Fanangelegenheiten“

Ende der 90er Jahre stellte der Verein dafür mit Aki Schmidt und Lothar Emmerich zwei ehemalige Spieler ein, die die Fanclubs besuchen sollten. Neben ihnen wurde aber vor allem Petra Stüker zum Kontakt und Gesicht für die BVB-Fans. „Man konnte von Jahr zu Jahr zuschauen, wie alles professioneller wurde“, sagt Petra Stüker. Insbesondere eben auch die Fanarbeit. Während sie lange Zeit als Einzelkämpferin unterwegs war, wurde die Betreuung der Fans nach und nach aufgestockt und ist inzwischen eine eigene Abteilung, in der sich neben der 64-Jährigen neun Mitarbeiter um die Anliegen der Fans kümmern.

Die „Abteilung Fanangelegenheiten“ ist in zwei Teams aufgeteilt: Spielbetrieb und Fanclubs. Neben der Begleitung der Spieltage umfasst das Aufgabenfeld des Bereichs Spielbetrieb auch das Krisen- und Konfliktmanagement oder die Verwaltung von Auswärtsdauerkarten. Der Bereich Fanclubs kümmert sich, wie der Name schon sagt, um das Fanclub-Ticketing oder Fanclub-Veranstaltungen.

Noch heute fährt Petra Stüker, sofern nicht gerade eine Pandemie herrscht, mit Siggi Held, Jörg Heinrich oder Teddy de Beer zu den Fanclubs.

Bindung zu Borussia Dortmund hat nicht gelitten

Die letzten Monate seien natürlich nicht leicht gewesen, dennoch habe man versucht, den Kontakt zu den Fans zu halten. Petra Stüker ist sich sicher: „Das Interesse am Fußball allgemein ist zurückgegangen, die Bindung zu Borussia Dortmund hat aber nicht gelitten.“ Womöglich auch wegen ihres Einsatzes.

Dass der BVB für Petra Stüker nicht nur ein normaler Arbeitgeber ist, sondern eine echte Herzensangelegenheit, erkennt man einer schmalen silbernen Kette um ihren Hals. Sie trägt einen BVB-Anhänger. Es ist eben schon seit 40 Jahren eine ganz besondere Verbindung. Gut, dass die nicht bereits am ersten Tag schon wieder ein Ende gefunden hat.

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