Marin Pongracic gab beim Benefizspiel in Hagen sein Debüt für den BVB. © Groeger
Borussia Dortmund

BVB-Neuzugang Marin Pongracic: So lief sein Start bei Borussia Dortmund

Hinter BVB-Neuzugang Marin Pongracic liegen turbulente Tage. Zwischen der Unterschrift und seinem Debüt für Borussia Dortmund lagen nur etwas mehr als 24 Stunden. So lief der Start beim BVB.

Die Tinte unter seinem Vertrag dürfte nicht einmal richtig getrocknet gewesen sein, da stand BVB-Neuzugang Marin Pongracic schon im Trainingsshirt mit der Nummer 34 in Brackel auf dem Rasen. Eine erste lockere Einheit für den Innenverteidiger, den Borussia Dortmund am letzten Tag der Transferperiode vom VfL Wolfsburg verpflichtet hatte. Nur etwas mehr als 24 Stunden später gab der 23-Jährige beim Benefizspiel in Hagen schon sein Debüt im BVB-Trikot. Er ist sofort mittendrin.

Neuzugang Marin Pongracic kann dem BVB sofort helfen

Und genau das ist neben seinen Fähigkeiten einer der Hauptgründe, warum sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc, sein designierter Nachfolger Sebastian Kehl, und Trainer Marco Rose für den Kroaten entschieden haben: Er kann sofort helfen, die Löcher, die durch die großen Verletzungsprobleme in der Innenverteidigung entstanden sind, zu stopfen. Soumaila Coulibaly und Dan-Axel Zagadou befinden sich noch immer im Reha-Training, die Patella-Sehne von Mats Hummels verursacht seit dem Auswärtsspiel in Freiburg wieder Schmerzen, Emre Can fällt mit einer Muskelverletzung vermutlich bis Ende September aus.

„Und es hat noch niemand darüber gesprochen, dass Manuel Akanji vielleicht auch einmal eine Pause braucht“, verweist Marco Rose darauf, dass der Schweizer nach seinem EM-Urlaub quasi ohne Vorbereitung in die Saison gegangen ist und bislang alle Spiele über 90 Minuten bestritten hat.

BVB-Trainer Marco Rose über Pongracic: „Ich weiß, was er kann“

Mit Marin Pongracic hat der BVB nun eine kurzfristige Lösung gefunden für das Defensiv-Problem. Der Innenverteidiger steht im Saft, hat unter Trainer Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg die gesamte Vorbereitung absolviert und wurde in dieser Länderspielphase – aus Sicht des BVB glücklicherweise – nicht für die kroatische Nationalmannschaft nominiert. So hat er nun fast zwei Wochen Zeit, um sich an das neue Umfeld, den neuen, alten Trainer – Pongracic und Rose kennen sich bereits aus Salzburg – und dessen Spielidee zu gewöhnen.

„Ich weiß, was er kann. Und das muss er versuchen, jetzt bei Borussia Dortmund dann auch abzurufen. Dabei werden wir ihm helfen, das werde ich aber auch einfordern“, sagt Rose über seinen Wunschspieler. Was Rose meint, wenn er sagt, er wisse, was Pongracic kann, war in Ansätzen schon beim Benefizspiel in Hagen am Mittwochabend zu sehen – natürlich in Anbetracht der Umstände, dass es sich bei den Gegenspielern um Amateur-Fußballer aus der Westfalenliga handelte.

BVB-Neuzugang verfügt neben Schnelligkeit über gutes Kopfballspiel

Pongracic spielte in Hälfte eins auf der linken Innenverteidigerposition neben Antonios Papadopoulos, von wo aus er immer wieder versuchte, Angriffe zu initiieren. Auch die von Michael Zorc vorab angesprochene Schnelligkeit und körperliche Robustheit des Neuzugangs war zu erkennen – vor allem in Kopfballduellen. Der 23-Jährige verlor keins davon und strahlte somit auch offensiv nach Ecken und Freistößen Gefahr aus.

Ein Tor, eine Vorlage: Es war ein guter Einstand für Marin Pongracic beim BVB. © Groeger © Groeger

Nach dem Seitenwechsel stellte Rose auf eine Dreierkette um – durchaus auch eine Option für die Bundesliga. Zuletzt fehlten ihm schlichtweg die Spieler dafür. „Mit wem soll ich Dreierkette spielen?“, hatte Rose vor dem Hoffenheim-Spiel betont. Offensichtlich hat sich das nun geändert: Marin Pongracic ist laut Rose zwar in erster Linie Innenverteidiger, könne mit Sicherheit aber auch in der Dreierkette verteidigen. Von dort aus schaltete er sich am Mittwoch noch deutlich stärker in die Offensivbemühungen der Dortmunder ein, trieb den Ball regelmäßig mit Läufen durchs Zentrum oder über die Außenbahn nach vorne.

Gelungener Einstand: Erstes Tor im ersten Spiel für den BVB

So wie bei seiner Vorlage auf Abdoulaye Kamara, als er zunächst vier Gegenspieler stehen ließ und dann klug auf den 16-Jährigen durchsteckte. Und er trat sogar gleich selbst als Torschütze in Erscheinung. Nach einer Flanke von Marius Wolf landete der Ball bei Pongracic. Der Neuzugang fackelte nicht lang und zog gnadenlos mit dem linken Fuß ab – sein Debüttreffer für den BVB.

Und wie fällt das Fazit des Trainers aus nach den ersten beiden Tagen? „Wichtig ist, dass er heute gesund geblieben ist und seine neuen Mitspieler, die Umstände und den Verein ein bisschen kennengelernt hat. Auch das Trikot getragen zu haben, das ist schön und wichtig für ihn. Ein Tor geschossen, eins vorbereitet, da kann man von einem guten Einstand sprechen.“

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