BVB-Neuzugang Nico Schulz blickt selbstkritisch auf seine bisherige Saison zurück

mlzBorussia Dortmund

BVB-Neuzugang Nico Schulz blickt nach dem 4:0 in Mainz selbstkritisch auf seine bisherige Spielzeit zurück. Für den weiteren Saisonverlauf stellt er eine klare Forderung an sich.

Mainz/Dortmund

, 16.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Trikot und in Badeschlappen schlenderte Nico Schulz nach dem Abpfiff in Mainz durch die Katakomben der Opel Arena. Wäre Schulz ein Kreisliga-Spieler, hätte er wohl auch das verdiente Sieger-Bier in der Hand gehabt, aber das geht natürlich bei einem Profi nicht. Schulz tippte zufrieden in sein Handy. Er hatte gute Nachrichten zu verschicken, denn das Spiel in Mainz könnte für den 26-Jährige so etwas wie der Aufbruch zu besseren Zeiten gewesen sein.

Schulz verpasst zwölf der bislang 23 BVB-Pflichtspiele

Der Sprung zu einem absoluten Top-Klub der Bundesliga verlief nun gar nicht so reibungslos, wie sich Nico Schulz und auch der BVB dies vielleicht vorgestellt hatten. Zwei Partien, bevor die Weihnachtspause für vier Wochen die Hatz unterbricht, liest sich seine Bilanz relativ ernüchternd. Zwölf der bislang 23 Pflichtspiele hat Nico Schulz verpasst. Sechs wegen einer bei der Nationalmannschaft erlittenen Fußverletzung, sechs aber auch, weil er 90 Minuten nur auf der Bank schmorte.

BVB-Neuzugang Nico Schulz blickt selbstkritisch auf seine bisherige Saison zurück

© Deltatre

Sinnbildlich für ein sehr durchwachsenes erstes BVB-Halbjahr des Linksverteidigers stand die Champions-League-Partie im Camp Nou in Barcelona und sein kläglicher Schussversuch gegen Marc-Andre ter Stegen. Der zeigte überdeutlich, wie gering das Selbstvertrauen bei Nico Schulz ausgeprägt war. Schulz war gut 25 Meter vor dem Tor von Achraf Hakimi freigespielt worden, er lief allein auf ter Stegen zu, doch an der Strafraumgrenze verließ ihn der Mut. Der Schussversuch geriet äußerst kläglich, die Chance, früh in Barcelona die Gastgeber mit einem Treffer unter Druck zu setzen, verpuffte.

Schulz-Auftritt in Mainz macht Mut

In den drei Pflichtspielen danach verzichtete Trainer Lucien Favre auf Schulz. Etwas überraschend stand er nun in Mainz in der Startelf. „Ich war froh“, gab er nach dem Spiel zu, „dass ich wieder spielen durfte und meinen Teil dazu beitragen konnte, dass wir hier gewinnen.“

„Ich weiß, dass ich in den ersten Monaten nicht den besten Fußball gespielt habe, den ich spielen kann.“
Nico Schulz

Die schöpferische Pause, die Favre Schulz nach dem schwachen Auftritt in Barcelona gab, verfehlte ihre Wirkung nicht. Schulz war von Beginn an besser im Spiel und präsent, er nutzte die Möglichkeiten, die ihm das neue 3-4-3-System bot, zu vielen Vorstößen. Defensiv wurde er nicht gefordert, er konnte seinen Offensivdrang ausleben. Schulz belohnte sich mit seinem ersten Treffer im schwarzgelben Trikot für einen ordentlichen Auftritt in Mainz. Einen, der Mut macht. „Er hatte schon in der ersten Hälfte gute Abschlussmöglichkeiten, da fehlte ihm vielleicht noch Selbstvertrauen“, urteilte Sportdirektor Michael Zorc.

Nach dem Spiel analysierte Nico Schulz sehr selbstkritisch seine ersten Monate in Dortmund. „Ich weiß nicht, woran es gelegen hat“, meinte er. „Ich weiß nur, dass ich in den ersten Monaten nicht den besten Fußball gespielt habe, den ich spielen kann.“

Dass Schulz seine stärkste Phase als Bundesliga-Spieler in Hoffenheim hatte, wo der damalige Trainer Julian Nagelsmann mit einer Dreier/Fünferkette agieren ließ, und Schulz nun sein bestes Spiel im BVB-Trikot nach einer Systemumstellung eben auf Dreier/Fünferkette ablieferte, diesen Zusammenhang mochte der 26-Jährige aber nicht herstellen. „Ich habe vorher auch in diesem System schlechte Spiele gemacht“, meinte er leicht grinsend. „Ich habe auch oft genug in einer Viererkette gespielt. Meine Leistung hat generell nichts mit dem System zu tun.“

Gegen Leipzig dürfte Guerreiro wieder den Vorzug erhalten

Am Ende sei es auch egal, meinte Schulz, der sehr gern einen Schlussstrich unter seine nicht so erfolgreiche Anfangsphase in Dortmund ziehen möchte. „Wir müssen dran bleiben“, meinte er, auch er selbst. „Ich bin selbstkritisch genug und will es jetzt einfach besser machen. Und als Mannschaft wollen wir weiter nach oben.“

BVB-Neuzugang Nico Schulz blickt selbstkritisch auf seine bisherige Saison zurück

Ex-Hoffenheimer im Gespräch: Nico Schulz (l.) und Adam Szalai. © imago/Jan Huebner

Seinen Trainer bringt Schulz‘ Leistung in Mainz noch nicht in eine Zwickmühle - es war kein großes Geheimnis, dass die Einsatzchance für Schulz auch deshalb kam, weil Lucien Favre Raphael Guerreiro für die Partie am Dienstag gegen Leipzig schonen wollte. Auch wenn Schulz genügend Argumente sammelte, um ihm eine weitere Chance zu geben, wird im Top-Spiel gegen RB wohl der Portugiese Guerreiro wieder auf der linken Bahn agieren.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen