BVB-Neuzugang Thomas Meunier: Beim Postboten klingelt’s nicht

mlzBorussia Dortmund

Patzer in der Abwehr, Fehlpässe am Fließband: Borussia Dortmunds Neuzugang Thomas Meunier ist bislang ein Unsicherheitsfaktor im BVB-Spiel. Der Belgier benötigt dringend eine Pause.

Rom

, 21.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Thomas Meunier, könnten Spötter behaupten, merkt man, dass er mal als Postbote gearbeitet hat: Ein wesentlicher Teil seiner Zuspiele kommt schließlich nicht beim Adressaten an. 20 seiner 67 Pässe fanden am Dienstagabend in Rom den eigenen Mitspieler nicht, rund ein Viertel aller BVB-Fehlpässe verbuchte allein der Belgier auf seinem Konto. Ein desaströses Arbeitszeugnis, wenn man noch dazu einordnet, dass die Mehrzahl seiner Pässe in tiefen Positionen an die direkten Nachbarn gerichtet war. Die Streuung in der gegnerischen Spielhälfte: untauglich.

Meunier soll ein Faktor für Balance und Stabilität im BVB-Spiel sein

Den Nachweis, eine Verstärkung sein zu können, hat der Rechtsverteidiger, ablösefrei gekommen von Paris Saint-Germain, noch nicht erbringen können. Man dürfe ihn nicht mit seinem Vorgänger, Achraf Hakimi, vergleichen, betonten die Dortmunder Verantwortlichen. Dessen Tempo und offensive Wucht habe Meunier nicht, er könne aber ein wichtiger Faktor für Balance und Stabilität im BVB-Spiel werden, sei erfahren, robust, ein Kämpfer. Außerdem „macht er sehr, sehr wenig Fehler“, erklärte Sportdirektor Michael Zorc.


Diesem Vertrauensvorschuss wird der 29-jährige Neuzugang bislang nicht gerecht. Wie einem Routinier ein derartiger Lapsus wie der Fehlpass vor dem ersten Treffer der Römer unterlaufen kann, bleibt selbst bei wohlwollender Betrachtung schwer verständlich. Ja, Meunier fehlen durch die lange spielfreie Zeit in Frankreich Spielpraxis und Rhythmus, außerdem musste er wegen eines Muskelfaserrisses Mitte August mehrere Wochen pausieren. Als ausreichende Erklärung langt das aber nicht für den bis dato schwächsten Stammspieler der Borussia in dieser Saison.

BVB-Neuzugang Meunier misslingen die einfachsten Aufgaben

Meunier wirkt rechts vor der Dreierkette in seinem Stellungsspiel unsicher, sein Zweikampfverhalten ist längst nicht so resolut wie erhofft und die Akzente im Offensivspiel beschränken sich auf viele Läufe die Linie rauf und runter. Ohne Produktivität, denn kommt der Ball ins Spiel, landet er viel zu oft beim Gegner oder im Aus, siehe oben. Beim Postmann klingelt’s nicht, inzwischen misslingen ihm die einfachsten Aufgaben.

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Auch bei einem vermeintlich gestandenen Profi wie ihm sieht man, dass das Selbstvertrauen bereits stark leidet. Wie ein ehemaliger Stürmer Großchancen wie beim Supercup in München oder in der Champions League in Rom derart dilettantisch vergeben kann, da machen auch die BVB-Trainer nur Fragezeichen mit den Augen. Am Samstag im Derby winkt Meunier eine Pause, BVB-Fanliebling Felix Passlack an seiner Stelle eine weitere Chance. Der U21-Nationalspieler macht weniger Fehler, und die wenigen werden ihm eher verziehen.

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