BVB-Neuzugang Donyell Malen beim Supercup gegen den FC Bayern München. © imago images/Moritz Müller
Borussia Dortmund

BVB plant mit zwei Stürmern: Nicht nur Neuzugang Malen muss noch etwas verbessern

Marco Rose will „Druck machen“. Mit dem BVB generell, auf dem Platz gerne mit zwei Stürmern. Bei den potenziellen Haaland-Partnern gibt es aber noch größere Probleme.

Erling Haaland passte den Ball dorthin, wo er gestanden hätte. Punktgenau in den Rücken der Abwehrspieler, exakt dorthin, wo er Donyell Malen erwartete. Der Sturmpartner aber war entweder zu schnell oder zu früh losgesprintet, und als die Vorlage von Haaland durch den Strafraum des FC Bayern flutschte, blieben dem BVB-Neuzugang erst nur der verzweifelte Blick zurück auf den davonkullernden Ball und dann der verzweifelte Blick zu Haaland. Chance vertan.

BVB-Neuzugang Donyell Malen muss noch an seiner Fitness arbeiten

Fehlendes Timing und optimierbare Feinabstimmung gehören zu den nachrangigen Defiziten, die Borussia Dortmunds 30-Millionen-Mann Malen noch aufweist. Das körperliche Befinden, mit dem er beim BVB nach dem EM-Urlaub aufkreuzte, bessert sich, lässt aber noch Wünsche offen. „Er selbst weiß auch, dass er im Moment noch nicht in dem physischen Zustand ist, den es braucht, um dieses Spiel zu spielen“, sagt Marco Rose. Er habe viel mit dem Niederländer geredet, viel mit Videos gearbeitet, um Anlaufverhalten oder Raumaufteilung zu skizzieren. Der Trainer beschwichtigt: „Donny braucht noch ein bisschen Zeit. Aber er kommt. Nach und nach.“

Immer mal wieder mit zwei zentralen Stürmern zu agieren, um die Gegner vor weniger bekannte Aufgaben zu stellen, gehört zu den häufigeren Änderungen an der Grundordnung, die BVB-Coach Rose vornimmt. Nur: Aktuell allerdings drängt sich neben dem alles überragenden Haaland noch nicht das passende Pendant auf.

Moukoko darf beim BVB mal wieder von Beginn an ran

Weil Malen intensiv an seiner Fitness und der Integration ins BVB-Spiel arbeiten muss und Thorgan Hazard mindestens in dieser Woche wegen Sprunggelenksproblemen ausfällt, durfte sich am Dienstag BVB-Toptalent Youssoufa Moukoko mal wieder präsentieren, er stand erstmals seit Dezember (!) beim Anpfiff auf dem Rasen. Nach einer Reihe von Kurzeinsätzen zu Beginn des Jahres kostete ihn eine Sprunggelenkverletzung (Syndesmoseriss, Bänder) seit Ende März das Saisonfinale und die U21-Europameisterschaft. Nun will der 16-Jährige wieder angreifen, nach Spielzeit und Toren jagen.

Beim ungleichen Kräftemessen gegen Bayern Münchens Abwehrkolosse Niklas Süle und Dayot Upamecano bescheinigte BVB-Coach Rose ihm zwar „einige gute Ansätze“, lobte unter anderem seine Dynamik. „Mouki“, wie er im Mannschaftskreis genannt wird, hat auch an „Muckis“ zugelegt. Bis zu seiner Etablierung im Profifußball benötigt der Trainer trotzdem viel Fingerspitzengefühl mit dem Hochbegabten. „Man vergisst oft, wie jung er noch ist. Er hat große Qualitäten für sein Alter, das wollen wir fördern. Aber auch er muss sich alle Einsätze sehr hart erarbeiten.“ Die Möglichkeiten, sich zu zeigen, werde „der Dortmunder Junge, der inzwischen zum Mann geworden ist“ (Rose), weiter bekommen.

Borussia Dortmund will weiter mit zwei Spitzen agieren

Nicht zuletzt, weil das Spiel mit zwei Spitzen weiter auf der schwarzgelben Agenda steht. „Die Idee dahinter ist: Wir wollen Druck machen. Direkt und frontal auf beide Innenverteidiger.“ Bei der aktiven, sprint-intensiven Arbeit gegen den Ball sollen gemäß Roses Prinzipien die Angreifer die ersten Verteidiger sein. „Wenn dahinter noch ein Zehner mit presst, werden die Wege für alle kürzer.“

Für den furiosen Erling Haaland, der Roses Gedanken schon aus der kurzen gemeinsamen Zeit bei RB Salzburg kennt, scheint diese Herangehensweise prädestiniert. Seine potenziellen Nebenmänner Malen und Moukoko, die sich bislang mehr auf ihre Aufgaben bei Ballbesitz konzentriert haben, müssen in diesem Fach noch nachsitzen. Vermutlich auch am Samstag, auf der Ersatzbank.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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