BVB-Profi Mateu Morey: Die Geduld zahlt sich langsam aus

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Mateu Morey hat noch nicht viele Chancen bekommen bei Borussia Dortmund. Das liegt auch daran, weil er lange verletzt war. In der nächsten Saison will der BVB-Profi voll durchstarten.

Dortmund

, 10.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeitlupe springt ein junger Mann kopfüber von einem Felsen ins Wasser. Ein Effekt sorgt dafür, dass sein Körper auf halber Strecke noch einmal zurück zu den Steinen gezogen wird. Erst dann durchbricht er die blaue Wasseroberfläche. Der junge Mann auf dem Video ist Mateu Morey – und das kleine Filmchen bei Instagram aus seinem Urlaub auf Mallorca spiegelt ziemlich gut seine Anfangszeit bei Borussia Dortmund wider. Der Sprung auf den Rasen hat sich auch gezogen.

Borussia Dortmund will Mateu Morey entwickeln

Im Sommer 2019 wechselte der mittlerweile 20-jährige Mateu Morey für eine läppische Ausbildungsentschädigung in Höhe von knapp 100.000 Euro vom FC Barcelona zu Borussia Dortmund. Ein weitsichtiger Transfer. „Mateu Morey ist ein großes Abwehr-Talent aus der Fußballschule des FC Barcelona, das über ausgeprägte technische Qualität verfügt. Wir sehen diesen Transfer perspektivisch und freuen uns darauf, Mateu im Profibereich weiterentwickeln zu können“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc damals. Doch die Entwicklung dauerte, auch weil der Spanier von Verletzungen zurückgeworfen wurde.

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Im August, kurz nach seinem Wechsel zum BVB, verletzte sich Morey im Trainingslager. Ohne Fremdeinwirkung war er auf dem Rasen weggerutscht, auf die rechte Seite geprallt und renkte sich die Schulter aus. In der Saison zuvor – noch beim FC Barcelona unter Vertrag stehend – musste er bereits wegen einer Knieverletzung acht Monate pausieren. Der nächste Rückschlag dann also in schwarzgelb. „Es war sehr bitter, dass ich mich wieder verletzt habe“, sagte Morey im Oktober im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Aber an meiner Chance im Fußball“, erklärte der Spanier, „habe ich in der Zeit nicht gezweifelt.“

Mateu Morey kämpft sich beim BVB in den Kader

Der Optimismus zahlte sich aus. Über diverse Einsätze in der Dortmunder U23 und mit – von viel Fleiß geprägten – Trainingseinheiten in der Profimannschaft kämpfte sich der Rechtsverteidiger ran. Nach dem Re-Start der Bundesliga Mitte Mai berief BVB-Coach Lucien Favre Morey immer in den Kader, beim 6:1-Kantersieg gegen Paderborn durfte er sein Bundesligadebüt feiern. „Als ich nach Dortmund kam, war mir klar, dass ich mich hier durchsetzen will. Jetzt kommt die Belohnung dafür, dass ich immer optimistisch geblieben bin. Das Warten hat sich gelohnt“, sagte er danach im vereinseigenen BVB-Feiertagsmagazin.

Seine Einsatzzeiten steigerten sich sukzessive. Auf die drei Minuten gegen Paderborn folgten elf Minuten gegen Hertha BSC, gegen Mainz 05 waren es dann 13 Minuten. Längere Spielzeiten gestand Favre seinem jungen Rechtsverteidiger mit dem guten Offensivdrang in den letzten beiden Bundesligaspielen zu. 78 Minuten spielte Morey gegen Leipzig, 90 Minuten gegen Hoffenheim. Auch, um seinen Wert für die kommende Saison unter Beweis zu stellen.

Mateu Morey will auch seine offensive Stärke beim BVB ausspielen

In Dortmund weiß man schon, was man an ihm hat. „Er ist nicht nervös geworden und hat seine Ballsicherheit eingebracht“, sagte Zorc im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten nach Moreys Debüt. Eigenschaften, die der BVB braucht. „Ich glaube, dass mich mein Offensivspiel auszeichnet. Ich versuche, mit viel Tempo nach vorne zu kommen und gefährliche Flanken zu schlagen. Damit will ich der Mannschaft helfen“, sagte Morey.

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In der kommenden Saison wird er das wohl öfter zeigen können. In Achraf Hakimi hat der BVB einen Spieler auf der rechten Seite verloren. Moreys Position ist frei geworden. Zwar hat Borussia Dortmund in Thomas Meunier einen Ersatz verpflichtet – seine Chance wird Morey aber bekommen. Es gilt Kraft zu tanken im Urlaub auf Mallorca. Er wird sie brauchen – für den ganz großen Sprung.

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