BVB-Profi Mo Dahoud erfüllt erneut die Hoffnungen nicht

mlzSaisonbilanz

Bei Borussia Dortmund kann er sich nicht so richtig durchsetzen. Mo Dahoud will es aber. Dabei erfüllte er erneut nicht die Hoffnungen beim BVB.

Dortmund

, 26.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dreimal blitzte sie auf, die große Qualität von Borussia Dortmunds Mo Dahoud. Dreimal war er Lenker und Ballverteiler des BVB. Nur dreimal in einer ganzen Saison. Erneut erfüllte er also die Hoffnungen nicht.

BVB-Profi Dahoud spielte im Derby wie entfesselt auf

Nehmen kann Mo Dahoud dieses Erlebnis keiner mehr. Im Revierderby gegen Schalke durfte er ran. Von Beginn an im Dortmunder Mittelfeld die Fäden ziehen. Und der eigentlich nur aufgrund vieler verletzter Stammkräfte als Notlösung in die erste Elf gespülte Dahoud spielte plötzlich wie entfesselt auf. Er agierte mutig im Vorwärtsgang, avancierte zur zentralen Anspielstation des BVB, lieferte ein sauberes und mitunter kluges Passspiel ab, sammelte 80 Ballkontakte und durfte sich mit über elf gelaufenen Kilometern auch noch als fleißigster Dortmunder Akteur dieses Tages auf dem Rasen feiern lassen. Mo Dahoud nutzte im Sog des berauschenden 4:0-Triumphes der Borussia gegen Schalke eindrucksvoll seine Chance, um sich in Erinnerung zu rufen. Dieser 16. Mai 2020 bot sogar etliche Indizien für seinen lang ersehnten Befreiungsschlag.

Jetzt lesen

Platzte nach über zweieinhalb Jahren im BVB-Trikot nun endlich der Knoten bei diesem hochbegabten Junioren-Nationalspieler, an den Borussias Bosse so lange geglaubt hatten? Zahlte es sich aus, dass sich der frühere Gladbacher extra einen privaten Trainingskäfig auf seiner Dachterrasse hatte installieren lassen, um in der Corona-Zeit Extra-Schichten einlegen zu können?

Knieverletzung wirft BVB-Profi Dahoud wieder zurück

Die Indizienkette des Aufschwungs wurde dichter. Auch gegen Wolfsburg eine Woche später überzeugte Dahoud, dann das Top-Duell mit den Bayern. Es ging zwar mit 0:1 verloren, doch Dahoud zählte erneut zu den besten Spielern der Borussia. Beinahe wäre ihm sogar per sattem Schuss in der Schlussphase noch der Ausgleich geglückt. Doch dann folgte der Schock: Innenbandriss im Knie, das Saisonaus. Dahouds Raketenstart nach der Corona-Zwangspause fand nach drei verheißungsvollen Partien ein jähes Ende. Und nach Abpfiff der Spielzeit 2019/20 steht somit erneut nur eine mäßige Bilanz des Deutsch-Syrers in den Büchern: 12 Einsätze, oft nur für wenige Minuten, nur eine Torvorlage, beim 5:1 gegen Köln. Deutlich zu wenig, um sich als erste Wahl beim BVB zu betrachten.

Jetzt lesen

Dabei sollte doch das dritte Jahr Dahouds in Dortmund die Wende zum Guten besiegeln. Der 24-Jährige sollte, so riet es ihm Sportdirektor Michael Zorc vor einem Jahr, „die Festplatte löschen“ und dann neu durchstarten. Geklappt hat das nicht. Im Gegenteil, Dahouds Abwärtstrend seit seiner Verpflichtung im Sommer 2017 setzte sich fort. 23 Einsätze und vier Torvorlagen im ersten Jahr, 14 Einsätze und ein Tor im zweiten, nur noch 12 Einsätze im dritten. Und dann war da eben noch dieses schlimme Spiel gegen den SC Paderborn.

Dahoud und weitere BVB-Spieler enttäuschten gegen Paderborn

Es wäre unfair und falsch, die peinliche Dortmunder Heimvorstellung in der ersten Halbzeit nur an Dahouds erschreckend schwachem Auftritt festzumachen. Auch andere Borussen enttäuschten. Dahoud aber wurde zur Pause beim Stande von 0:3 ausgewechselt, und ohne ihn rettete der BVB noch ein 3:3. Dieser triste Novemberabend führte Dortmunds Bossen vor Augen, woran der U21-Europameister allzu häufig scheiterte: an sich selbst. Dahoud spielte zu verschnörkelt, traf zu oft auf dem Platz in Stresssituationen die falschen Entscheidungen. Er konnte seine unbestrittenen Qualitäten zu selten im Wettkampfmodus abrufen.

Und auch perspektivisch ziehen für Mo Dahoud sportlich in Dortmund keine Sonnenstrahlen auf. Im zentralen Mittelfeld kann der BVB Axel Witsel, Emre Can, Thomas Delaney, Julian Brandt, Gio Reyna und künftig auch noch Neuzugang Jude Bellingham ins Rennen schicken. Sie alle dürften in der Hierarchie nun vor Dahoud rangieren. Trotzdem wolle sich der 24-Jährige noch immer in Dortmund „durchbeißen“, ließ sein Berater Reza Fazeli wissen.

Dahoud könnte beim BVB noch die Reißleine ziehen

Geht Dahoud wirklich noch in seine vierte Saison mit dem BVB und lässt sich nicht doch noch ausleihen oder gar von einem Wechsel überzeugen, muss er sich einen Platz im Kader ohne Zweifel hart erkämpfen. Dahouds Vorteil: Sieht er in den ersten Trainings- und Spielwochen beim BVB kein Land, könnte er noch die Reißleine ziehen. Das Transferfenster bleibt bis Anfang Oktober geöffnet.

Lesen Sie jetzt

BVB-Profi Marcel Schmelzer stellt seine Traumelf von Borussia Dortmund zusammen, er selbst fehlt. Dafür taucht ein Spieler auf, der sonst wenig Beachtung findet. Von Marvin K. Hoffmann

Lesen Sie jetzt