BVB-Profi Nico Schulz. © imago images/Jan Huebner
Borussia Dortmund

BVB-Profi Nico Schulz muss liefern: „Dann kann er für uns wertvoll sein“

Die Partie bei Zenit St. Petersburg ist ein Schritt nach vorn für BVB-Profi Nico Schulz. Doch der Linksverteidiger muss noch einen wichtigen Beweis erbringen bei Borussia Dortmund.

Der Trainer freut sich über eine weitere Alternative, vom Sportdirektor der Dortmunder Borussia aber gab es auch einen klaren Auftrag an Nico Schulz. Sein zweiter 90-Minuten-Einsatz hintereinander war ein Lichtblick nach vielen Wochen des Frustes, aber der Linksverteidiger befände sich immer noch am Anfang eines Weges, meinte Michael Zorc, nachdem der BVB-Tross am frühen Mittwochmorgen sicher von der Dienstreise nach St. Petersburg wieder zurückgekehrt war.

BVB-Zeit von Nico Schulz ist von Rückschlägen geprägt

„Er muss sich weiter aus seiner schwierigen Phase rauskämpfen, rausarbeiten und auch rausspielen“, sagte Zorc im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Die eigene Leistung auf höherem Niveau zu stabilisieren, muss das Ziel des ehemaligen Hoffenheimers sein, dessen Zeit in Dortmund bislang von mehr Rückschlägen als Positiverlebnissen geprägt war.

Die Hoffnung des BVB, in Schulz eine Lösung für das lange schwelende Problem auf der linken Abwehrseite gefunden zu haben, erhielt in seiner ersten BVB-Saison regelmäßige Dämpfer. Die Verpflichtung drohte sich zum großen Missverständnis zu entwickeln. Schulz suchte seinen Platz im System des Trainers, er fremdelte mit der Viererkette, später auch mit der Dreierkette und den taktischen Vorgaben von Lucien Favre. Die Folge: Schulz spielte selten und hatte wenig Rhythmus – und wenn er gerade Anschluss gefunden hatte, warfen ihn Verletzungen wieder zurück.

Nico Schulz und Borussia Dortmund: Das Jahr zum Vergessen

Es war ein Jahr zum Vergessen, und die aktuelle Saison begann auch nicht gerade verheißungsvoll. Wadenverletzung am Ende der Vorbereitung, Kurz-Comeback im Spiel bei der Hertha, danach die nächste Muskelblessur. Es war wie verhext für Nico Schulz, der zwischen Reha und Ersatzbank pendelte und es manchmal gar nicht in den Spieltagskader schaffte.

In Frankfurt und in St. Petersburg aber durfte er endlich einmal über die komplette Distanz mitwirken. Und zumindest die Partie am Dienstag in Russland gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Schulz blieb beileibe nicht ohne Fehler, einige Abspiele landeten unerklärlich simpel im Fuß eines Gegenspielers. Aber der 27-jährige Nationalspieler trieb über die linke Seite unermüdlich an, er flankte gefährlich wie bei der Kopfball-Großchance von Jude Bellingham (43.) und riss durch gute Laufwege Lücken in die St. Petersburger Abwehr – wie bei Marco Reus‘ Pfostenschuss (45.). Sein Auftritt gegen Zenit St. Petersburg war daher eindeutig ein erster Schritt nach vorn. „Wichtig ist, dass er seine Schnelligkeit ins Spiel einbringt, aktiv ist“, sagt auch Zorc. „Dann kann er für uns wertvoll sein.“

Nico Schulz muss noch einen Beweis bei Borussia Dortmund erbringen

Den Beweis, über längere Strecke eine Hilfe zu sein, muss Nico Schulz noch erbringen. Er bräuchte weitere Spiele und Praxis, die Krux aus seiner Sicht ist, dass er im internen Duell gegen einen gesunden Raphael Guerreiro wohl immer den Kürzeren ziehen würde. Am Portugiesen, der eindeutige spielstärker und auch -intelligenter ist, gibt es aktuell kein Vorbeikommen, auch für andere Spieler im Kader, die auf der linken Bahn spielen könnten. Doch die hohe Taktung wird auch weitere Chancen für Nico Schulz bringen. Nach der Reise nach Russland ist er deutlich näher ans Team gerückt.

Lucien Favre ist daher mit dem Status Quo nicht unzufrieden. „Er war lange raus, er gibt Gas, ist aktiv. Das hat mir gefallen und ist gut für ihn.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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