Borussia Dortmund

BVB-Spieler auf Länderspielreise – sind Verletzungen vorprogrammiert?

Drei BVB-Profis haben sich in dieser Woche bei ihren Nationalmannschaften verletzt. Ausfälle und Verletzungen nach Länderspielen sind in Dortmund nichts Neues.
Raphael Guerreiro (l.) und Tomas Meunier mussten beide ihre Nationalmannschaften vorzeitig verlassen. © imago images/Panoramic International

Thorgan Hazard, Raphael Guerreiro, Youssoufa Moukoko – sie alle kamen angeschlagen oder sogar verletzt frühzeitig von ihren Nationalmannschaften zurück nach Dortmund. Der BVB und die Länderspielpausen – das hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren Verletzungssorgen zur Folge.

BVB-Youngster Youssoufa Moukoko verletzt sich zweimal bei der U21

Schon aus der ersten Ligaunterbrechung dieses Jahres kehrte Youngster Youssoufa Moukoko verletzt zum BVB zurück. Im Training der deutschen U21-Nationalmannschaft zog sich der 16-Jährige im März eine Bänderverletzung zu und verpasste dadurch nicht nur sein Debüt für die U21 sondern auch die Europameisterschaft. Insgesamt fiel Moukoko 71 Tage aus.

Nun also der nächste Rückschlag: Ein ebenfalls im Training der U21 des DFB zugezogener Muskelfaserriss setzt ihn voraussichtlich für zwei Wochen außer Gefecht. Moukoko ist damit wie schon im März verletzungsbedingt vom Nationalteam abgereist, ohne überhaupt ein Spiel bestritten zu haben.

Mats Hummels verpasste den BVB-Saisonauftakt

Mats Hummels war bei der Europameisterschaft in diesem Jahr fester Bestandteil der deutschen A-Nationalmannschaft. Die hohe Belastung blieb nicht folgenlos. Mit Problemen an der Patellasehne war Dortmunds Abwehrchef für 50 Tage und somit drei Spiele seiner Mannschaft zum Zuschauen verdammt. Nach einem Kurzeinsatz in Freiburg keimten die Beschwerden erneut auf, sodass Hummels abermals 16 Tage ausfiel und ein weiteres BVB-Spiel verpasste.

Während der ersten Länderspielpause der neuen Saison im September gab es für den BVB drei Verletzungen zu beklagen: Marco Reus, Luca Unbehaun und Giovanni Reyna reisten frühzeitig von ihren Auswahlteams ab. „Wir müssen die Spieler ja reisen lassen, es gilt eine Abstellungspflicht“, erklärte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspieler. Im Falle des Dortmunder Kapitäns Reus handelte es sich aber nur um eine Vorsichtsmaßnahme. Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Island verpasste er aufgrund von muskulären Problemen zwar, beim nächsten Bundesligaspiel des BVB in Leverkusen stand er aber wieder auf dem Rasen.

Giovanni Reyna fehlt dem BVB schon seit über einem Monat

Auch der Ausfall von Luca Unbehaun war aus Dortmunder Sicht zu verkraften. Der Ersatztorhüter, der zumeist in der zweiten Mannschaft der Borussia aufläuft, laborierte zwei Wochen an einem Syndesmosebandanriss und verpasste demnach drei Spiele der Profis. Schwerer wog – und wiegt noch immer – der Ausfall von Offensivkraft Reyna. Der 18-Jährige hatte sich im Laufe des Trips mit der US-Nationalmannschaft eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und hat jetzt noch immer einen Trainingsrückstand aufzuholen. Ein Einsatz im nächsten Bundesligaspiel der Dortmunder gegen Mainz ist möglich, aber noch fraglich.

Das ohnehin schon gefüllte Lazarett des BVB wurde inmitten der aktuellen Länderspiele neben Moukoko nun auch um Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro erweitert. Schon vor dem Nations-League-Halbfinale der Belgier gegen Frankreich machte sich Hazard wieder auf den Heimweg gen Dortmund. Ihn plagen Beschwerden am Sprunggelenk, weshalb er auch schon am ersten Spieltag gegen Frankfurt ausgewechselt werden musste. Erst in den letzten Spielen kam er allmählich wieder in Tritt. Auch Teamkollege Thomas Meunier reiste wegen bereits bestehender Knieprobleme frühzeitig von der Nationalmannschaft ab. Guerreiro verließ das Nationalteam seines Heimatlandes Portugal, da er sich dort, wie auch Moukoko beim DFB, einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Für die beiden wird die Partie gegen Mainz kein Thema sein.

Verletzung von BVB-Kapitän Marco Reus bleibt unvergessen

Bereits in den vergangenen Jahren waren Dortmunder Spieler immer mal wieder mit Ausfallzeiten aus der Länderspielpause zurückgekehrt. So musste Real Madrid-Leihgabe Reinier im November vergangenen Jahres nach Spielen in der Olympia-Qualifikation mit Brasiliens U23 wegen einer Corona-Erkrankung für etwas mehr als zwei Wochen pausieren. Gleiches galt einen Monat vorher für Innenverteidiger Manuel Akanji, der anschließend ebenfalls zwei Wochen zusehen musste.

Unvergessen: Marco Reus verletzt sich im letzten Spiel vor der WM 2014 und verpasst das Turnier. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Unvergessen bleibt Marco Reus‘ im letzten DFB-Test vor der WM 2014 zugezogener Syndesmosebandriss. Reus verpasste wegen der Sommerpause zwar nur ein BVB-Spiel, konnte aber nicht bei der Weltmeisterschaft mitwirken und musste den deutschen Erfolg vor dem Fernseher anstatt auf dem Rasen bejubeln.

BVB-Trainer Marco Rose will nicht groß lamentieren

Borussia Dortmund und die Länderspielpausen – vor allem im Jahr 2021 ist das eine Geschichte, die nicht selten mit Verletzungen der Dortmunder Profis einhergeht. Und trotzdem gewinnt BVB-Trainer Marco Rose der aktuellen Pause etwas positives ab: „Da dieses Thema Verletzungen uns schon die ganze Saison begleitet und wir gar nicht mehr wissen, woher die kommen, habe ich jetzt keine Probleme mit der Länderspielpause. Trotzdem können wir ein paar heranführen und gewinnen Zeit, wie etwa bei Erling Haaland. Dass welche wegbrechen, ist ärgerlich. Aber das werden wir hinbekommen.“

In der aktuellen Unterbrechung des Ligabetriebs kamen drei neue Einträge in die Kategorie „Verletzt bei der Nationalmannschaft“ hinzu. Die nächste Länderspielpause folgt schon im November. Welche BVB-Profis dann gesund abreisen und gesund wiederkommen, bleibt abzuwarten.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.