Manuel Akanji hat sich beim BVB zum Leistungsträger entwickelt. © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Spielerzeugnis: Die wundersame Wandlung des Manuel Akanji

Manuel Akanji entwickelt sich bei Borussia Dortmund zum Leistungsträger. In der finalen Saisonphase ist der Schweizer ein Garant für den BVB-Erfolg. Der mentale Faktor macht den Unterschied.

Erling Haaland? Klar! Mats Hummels? Das war auch abzusehen. Aber wer auf Platz drei der BVB-Spieler mit den meisten Spielminuten 2020/21 steht, damit hätten vor der Saison wohl nur wenige gerechnet: Manuel Akanji. Die Statistik belegt jedoch die Wichtigkeit des Innenverteidigers für Borussia Dortmund und seine Entwicklung vom Unsicherheitsfaktor zum absoluten Stammspieler.

Manuel Akanji steht beim BVB 3505 Minuten auf dem Platz

In der Spielzeit 2019/20 war Akanji vor allem für seine Böcke, die auch öfter zu Gegentoren führten, bekannt. Dementsprechend gab es vor der abgelaufenen Saison Zweifel am Schweizer, auch, weil er an seiner neuen Rolle neben Innenverteidiger-Kollege Mats Hummels unübersehbare Anpassungsprobleme aufwies.

In dieser Saison drehte sich das Blatt: Es war nicht mehr Akanji, der die Unsicherheit in die Dortmunder Abwehr brachte. Nur sechs Bundesliga-Partien verpasste der 25-Jährige, vier davon wegen eines Muskelfaserrisses im Februar. 3505 Minuten stand Akanji in allen Wettbewerben insgesamt auf dem Feld.

Die Daten belegen Akanjis überzeugende Saison beim BVB

Seine Statistiken können sich sehen lassen: 61,3 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 93,5 Prozent Passquote (Platz vier in der Bundesliga) und die drittmeisten Ballkontakte bei der Borussia. Dass Trainer Edin Terzic ihm auch in der Phase, in der der BVB im Drei-Tages-Rhythmus spielte, keine Pause gönnte, spricht für Akanjis Qualitäten. Der Spieler selbst sieht die Gründe für seine guten Leistungen vor allem im mentalen Bereich.

„Mein Körper muss sich nicht verändern, also denke ich, dass die größte Veränderung in meinem Kopf sein wird. Die technischen Fähigkeiten, die ein Spieler mitbringt, werden sich von einer Saison zur nächsten nicht so stark verändern. Natürlich kann man seine Kopfbälle verbessern, wenn man jeden Tag daran arbeitet, oder seinen Schuss, aber ich glaube, der größte Fortschritt, den ein Spieler machen kann, ist durch Erfahrungen.“

Fest steht, dass Akanji spätestens in der zweiten Saisonhälfte Werbung in eigener Sache betrieb. So sieht es auch Michael Zorc. „Manuel spielt seit vielen Monaten auf einem sehr guten Niveau. Seine Aufgaben löst er hervorragend. Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Er spielt mindestens so stark wie in der ersten Zeit, als er im Winter 2018 zu uns gekommen ist“, sagte der BVB-Sportdirektor Ende April.

Von Rückschlägen lässt sich Akanji beim BVB nicht aus der Bahn werfen

Auch von Rückschlägen lässt sich Akanji nicht aus der Bahn werfen. Im Herbst infizierte er sich mit dem Coronavirus, im Winter laborierte der Schweizer an Knieproblemen. Später an besagtem Muskelfaserriss. Der Abwehrmann meldete sich immer wieder zurück und stand in 23 seiner 28 Bundesliga-Spiele über die volle Distanz auf dem Platz.

Fazit:

Wenn Akanji in der kommenden Saison an seine Leistungen anknüpfen kann, dann ist er auch unter dem neuen Trainer Marco Rose kaum aus dem Abwehrzentrum wegzudenken. Sein Vertrag wurde heimlich, still und leise bis 2023 verlängert. Es tauchten zwar immer wieder Wechselgerüchte um den 1,87 Meter großen Verteidiger auf – doch dieses Thema hat sich zuletzt deutlich abgekühlt.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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