BVB-Sportdirektor Zorc kontert Hoeneß: „Mit vollen Hosen lässt sich gut stinken“

mlzBorussia Dortmund

BVB-Sportdirektor Michael Zorc reagiert mit deftigen Worten auf die Polemik von Uli Hoeneß. Die Aussagen seien „ziemlich arrogant“. Und schlicht falsch.

Dortmund

, 03.08.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf Anfrage der Ruhr Nachrichten und bescheinigte dem früheren Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, offensichtlich schlecht informiert zu sein über die Vorgänge bei seinem Klub. „Einiges ist auch sachlich de facto falsch.“ Dabei geht es auch um die Personalien Robert Lewandowski und Jadon Sancho.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc kontert Uli Hoeneß

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte Hoeneß die Transferpolitik von Borussia Dortmund unverhohlen und scharf kritisiert: „Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird“, sagte der 68-Jährige. Das führe zwangsläufig dazu, dass sich die Spieler nicht dauerhaft mit dem Klub identifizierten. „Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein? Bei uns gibt es das überhaupt nicht. Wir holen Spieler für Bayern München. Und niemals, um daraus Geschäfte zu machen.“

Zorcs unverblümte Replik lässt an Schärfe nichts zu wünschen übrig: „Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken.“

Widersprüchliche Aussagen zu BVB-Spieler Jadon Sancho

Auch inhaltlich tauchen in dem Hoeneß-Interview Widersprüche auf. Zum einen schwärmte der Ex-Präsident davon, wie sehr sich die Spieler in München mit dem Klub identifizieren. „Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever“, sagte er. Um im nächsten Satz zu erklären, wie er dem Ex-Dortmunder Robert Lewandowski einen Transfer verweigerte, obwohl der mit Macht auf den Wechsel gedrängt und dazu in Pini Zahivi sogar einen neuen Berater angeheuert hatte. Weil er sich im Leben nichts anders als den FC Bayern vorstellen konnte?

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Ebenfalls fragwürdig sind Hoeneß‘ Aussagen in Bezug auf Jadon Sancho. „Mit Sancho war bei uns alles klar, aber im letzten Moment entschied er sich für Dortmund“, behauptet Hoeneß. Das wiederum ist erwiesenermaßen Unfug. Sancho wurde beim FC Bayern erst ein Thema, als der Wechsel zu Borussia Dortmund feststand. Sportvorstand Hasan Salihamidzic kassierte dafür intern heftige Kritik, weil die Münchner den Spieler schlicht übersehen hatten. Und Sancho selber erklärte, er habe sich klar für die Aussicht auf Spielminuten in Dortmund entschieden und gegen die Perspektive, Münchner Titelgewinne nur von der Tribüne aus zu erleben.

Hoeneß ist derzeit einfaches Mitglied im FCB-Aufsichtsrat

Hoeneß war bis zu seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung im Jahr 2014 und nach seiner Entlassung von 2016 bis 2019 Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern. Inzwischen ist er nur noch einfaches Mitglied im Aufsichtsrat.

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