BVB spricht sich Mut zu

Vertagte Titelfeier

Aus Lust wurde Frust. Beim überraschenden 0:1 in Mönchengladbach zeigte Tabellenführer Borussia Dortmund Nerven. Und doch glauben alle Beteiligten weiterhin an ein Happy End im Titelkampf. Ausgangslage und Restprogramm sprechen dafür.

MÖNCHENGLADBACH

von Von Heinz Büse (dpa)

, 24.04.2011, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die BVB-Fans glauben weiterhin fest an den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Die BVB-Fans glauben weiterhin fest an den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

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BVB-Einzelkritik zum Spiel in M'gladbach

Die BVB-Einzelkritik zum Spiel bei Borussia Mönchengladbach.
24.04.2011
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Roman Weidenfeller: Nicht so souverän wie zuletzt. Verschätzte sich bei Daems' Flanke auf Marco Reus und hatte dabei Glück, dass der Gladbacher seinen Fehler nicht ausnutzte (27.). Beim Gegentor durch Idrissou (35.) hätte er einen Tick länger stehen bleiben können. Auch bei Arangos Distanzschuss (64.) klärte er wenig souverän. NOTE: 4,0© Foto: DeFodi
Lukasz Piszczek: Nach 25 Sekunden mit der ersten schönen Flanke, doch danach zu selten mit wirkungsvollen Szenen. Gerade offensiv hat er schon deutlich stärkere Spiele für den BVB abgeliefert. NOTE: 3,5© Foto: DeFodi
Mats Hummels: Ließ sich von der Nervösität seines Nebenmanns Subotic offenbar anstecken. Sein schlimmer Fehlpass in die Füße von Idrissou (30.) blieb jedoch ebenso folgenlos wie seine vereinzelten Stellungsfehler gegen den aufgerückten Marco Reus. NOTE: 4,0© Foto: dpa
Neven Subotic: Zeigte gegen Gladbachs Stürmer Mohamadou Idrissou eine schwache Leistung. Hatte Geschwindigkeitsdefizite, außerdem ließ er sich vor dem 0:1 (35.) viel zu leicht abdrängen. Insgesamt kein gutes Spiel des Innenverteidigers, der ungewohnt nervös wirkte. NOTE: 4,5© Foto: DeFodi
Muss noch pausieren: Marcel Schmelzer.© Foto: DeFodi
Sven Bender wurde am Knie operiert und fällt für die kommenden drei Länderspiele in der Nationalmannschaft aus. © Foto: DeFodi
Antonio da Silva: Kein gleichwertiger Ersatz für den verletzten Nuri Sahin. Leitete mit seinem Fehlpass im Mittelfeld den Treffer zum 0:1 ein (35.) und zeigte auch sonst Schwächen im Spielaufbau. Im Defensivzweikampf häufig einen Tick zu spät. NOTE: 4,5© Foto: dpa
Kein seltens Bild in der vergangenen Saison: Jakub Blaszczykowski wird von Trainer Jürgen Klopp augewechselt.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz: Viel unterwegs, ohne dabei sonderlich aufzufallen. Rückte nach der Pause ins rechte Mittelfeld. Konnte jedoch auch dort nichts bewirken. NOTE: 4,0© Foto: DeFodi
Mario Götze: Sorgte bereits nach 25 Sekunden mit einem schönen Kopfball aufs Tornetz für Aufregung, später dann mit einem starken Distanzschuss (10.). Nach 20 spielfreudigen Minuten tauchte er jedoch bis zur Pause ab. Nach dem Seitenwechsel mit einem tollen Schuss an die Latte (67.). NOTE: 3,0© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski: Verlor fast jedes direkte Duell gegen die Gladbacher Innenverteidiger Brouwers und Stranzl. Als ihn Götze dann einmal freigespielt hatte, scheiterte er freistehend an ter Stegen (45.). Musste Lucas Barrios weichen. NOTE: 4,5© Foto: DeFodi
Mohamed Zidan, Lucas Barrios und Marco Stiepermann wurden erste nach der 60. Minute eingewechselt. Daher: KEINE NOTE© Foto: DeFodi
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Die BVB-Einzelkritik zum Spiel bei Borussia Mönchengladbach.
24.04.2011
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Roman Weidenfeller: Nicht so souverän wie zuletzt. Verschätzte sich bei Daems' Flanke auf Marco Reus und hatte dabei Glück, dass der Gladbacher seinen Fehler nicht ausnutzte (27.). Beim Gegentor durch Idrissou (35.) hätte er einen Tick länger stehen bleiben können. Auch bei Arangos Distanzschuss (64.) klärte er wenig souverän. NOTE: 4,0© Foto: DeFodi
Lukasz Piszczek: Nach 25 Sekunden mit der ersten schönen Flanke, doch danach zu selten mit wirkungsvollen Szenen. Gerade offensiv hat er schon deutlich stärkere Spiele für den BVB abgeliefert. NOTE: 3,5© Foto: DeFodi
Mats Hummels: Ließ sich von der Nervösität seines Nebenmanns Subotic offenbar anstecken. Sein schlimmer Fehlpass in die Füße von Idrissou (30.) blieb jedoch ebenso folgenlos wie seine vereinzelten Stellungsfehler gegen den aufgerückten Marco Reus. NOTE: 4,0© Foto: dpa
Neven Subotic: Zeigte gegen Gladbachs Stürmer Mohamadou Idrissou eine schwache Leistung. Hatte Geschwindigkeitsdefizite, außerdem ließ er sich vor dem 0:1 (35.) viel zu leicht abdrängen. Insgesamt kein gutes Spiel des Innenverteidigers, der ungewohnt nervös wirkte. NOTE: 4,5© Foto: DeFodi
Muss noch pausieren: Marcel Schmelzer.© Foto: DeFodi
Sven Bender wurde am Knie operiert und fällt für die kommenden drei Länderspiele in der Nationalmannschaft aus. © Foto: DeFodi
Antonio da Silva: Kein gleichwertiger Ersatz für den verletzten Nuri Sahin. Leitete mit seinem Fehlpass im Mittelfeld den Treffer zum 0:1 ein (35.) und zeigte auch sonst Schwächen im Spielaufbau. Im Defensivzweikampf häufig einen Tick zu spät. NOTE: 4,5© Foto: dpa
Kein seltens Bild in der vergangenen Saison: Jakub Blaszczykowski wird von Trainer Jürgen Klopp augewechselt.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz: Viel unterwegs, ohne dabei sonderlich aufzufallen. Rückte nach der Pause ins rechte Mittelfeld. Konnte jedoch auch dort nichts bewirken. NOTE: 4,0© Foto: DeFodi
Mario Götze: Sorgte bereits nach 25 Sekunden mit einem schönen Kopfball aufs Tornetz für Aufregung, später dann mit einem starken Distanzschuss (10.). Nach 20 spielfreudigen Minuten tauchte er jedoch bis zur Pause ab. Nach dem Seitenwechsel mit einem tollen Schuss an die Latte (67.). NOTE: 3,0© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski: Verlor fast jedes direkte Duell gegen die Gladbacher Innenverteidiger Brouwers und Stranzl. Als ihn Götze dann einmal freigespielt hatte, scheiterte er freistehend an ter Stegen (45.). Musste Lucas Barrios weichen. NOTE: 4,5© Foto: DeFodi
Mohamed Zidan, Lucas Barrios und Marco Stiepermann wurden erste nach der 60. Minute eingewechselt. Daher: KEINE NOTE© Foto: DeFodi
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Sowohl das 2:1 von Verfolger Leverkusen gegen Hoffenheim wenige Stunden zuvor als auch der Ausrutscher des BVB nahmen allen Beteiligten die Euphorie der vergangenen Tage. "Sorgen haben wir keine, aber wir ärgern uns natürlich über diese Niederlage", kommentierte Torhüter Roman Weidenfeller. Schließlich verspielte der Revierklub mit der vierten Saisonschlappe die überaus komfortable Ausgangsposition. Angesichts des nun wieder auf fünf Punkte geschrumpften Vorsprungs kann der Revierclub auch im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag nicht ohne Schützenhilfe die Meisterschaft perfekt machen.

Der wachsende Druck macht unverkennbar zu schaffen. Lediglich acht Punkte verbuchte die Borussia in den vergangenen sechs Spielen. Und auch in Mönchengladbach war von der Leichtigkeit vergangener Tage wenig zu spüren. Trotz großer Dominanz in der zweiten Halbzeit und zwei Aluminium-Treffern ging der Tabellenführer leer aus. Trainer Jürgen Klopp machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns, denn in den nächsten Wochen wird es nicht einfacher werden." Doch das Restprogramm mit noch zwei Heimpartien gegen Nürnberg und Frankfurt sowie dem Duell bei Werder Bremen spricht für den BVB. Anders als in den vergangenen drei Auswärtsspielen mit nur einem Zähler konnte er zumindest in den Partien vor eigener Kulisse überzeugen. Nicht zuletzt deshalb ist Sportdirektor Michael Zorc guten Mutes, dass die siebte Meisterschaft nicht noch in Gefahr gerät: "Wir haben schon in der Vergangenheit den ein oder anderen Schlag weggesteckt. Das werden wir auch diesmal tun."

Es passte ins Bild von schwindender Lockerheit, dass selbst ansonsten zuverlässige Profis wie Neven Subotic patzten. In der entscheidenden Szene des Spiels ließ der Innenverteidiger den Torschützen Mohamadou Idrissou (35.) passieren. Freimütig räumte Subotic seinen Fehler ein und gelobte Besserung: "Das war heute ein Ausrutscher von mir und der Mannschaft. Ich denke, in den nächsten Spielen wird es besser."

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Fußball-Bundesliga: Borussia M'gladbach - BVB

Borussia Dortmund zeigt auf der Schlussgeraden im Meisterschaftsrennen der Fußball-Bundesliga Nerven. Der souveräne Tabellenführer unterlag vier Runden vor Saisonschluss beim Ligaletzten Borussia Mönchengladbach mit 0:1 (0:1).
23.04.2011
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Enttäuscht: Lucas Barrios.© Foto: dpa
Enttäuschte Borussen (v.l.): Lucas Barrios, Marcel Schmelzer und Mats Hummels.© Foto: dpa
Jürgen Klopp (l.) tröstet Mario Götze, der in Minute 68 nur die Latte traf.© Foto: dpa
Lukasz Piszczek (r.) bedrängt Juan Arango.© Foto: dpa
Mario Götze (M.) kann in dieser Situation nur durch ein Foul gestoppt werden.© Foto: dpa
Sven Bender (M.) will nach seiner Knie-OP zum Trainingsauftakt wieder voll belastbar sein.© Foto: dpa
Heute gibt die Stadt alle Details zur BVB-Meisterfeier Mai bekannt.© Foto: dpa
Mario Götze (r.) verliert das Luftduell gegen Roman Neustädter.© Foto: dpa
Schwarzgelber Humor in Mönchengladbach.© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowski (l.) gewinnt den Zweikampf gegen Gladbach-Kapitän Filip Daems.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (r.) im Kopfballduell mit Roel Brouwers.© Foto: dpa
Mohamadou Idrissou (l.) jubelt über seinen Treffer zum 1:0.© Foto: dpa
Marcel Schmelzer traf in der 76. Minute nur den Pfosten.© Foto: dpa
Jürgen Klopp sah eine schwache erste BVB-Hälfte.© Foto: DeFodi
Musste verletzt zuschauen: Nuri Sahin (vorne).© Foto: DeFodi
Mohamadou Idrissou (l.) erzielt nach einem Fehler von Neven Subotic den entscheidenden Treffer.© Foto: DeFodi
Gladbacher Matchwinner. tORHÜTER Marc-Andre ter Stegen:© Foto: DeFodi
Am Boden: Sven Bender (unten) verliert das Duell gegen Mohamadou Idrissou.© Foto: dpa
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Anders als die gefrusteten Dortmunder wagte Lucien Favre eine Prognose. Trotz des schwachen Spiels des BVB in der 1. Halbzeit gratulierte der Mönchengladbacher Trainer seinem Gegenüber Klopp indirekt zum Titel: "Ihr werdet Meister. Denn es ist kein Zufall, dass ihr Tabellenführer seid."

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