BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel: „Das war ein grober Fehler von den Bayern“

Borussia Dortmund

BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel hat sich im Sport1-Podcast „Lieber Fußball“ zu seiner großen Liebe Borussia Dortmund geäußert - und was Dortmund so stark macht.

Dortmund

, 06.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel im Gespräch mit Sport1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp.

BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel im Gespräch mit Sport1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp. © Podcastbande/Timo Knop

BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel spricht im Sport1-Podcast „Lieber Fußball“ über ...


… den neuen BVB: „Der BVB von früher hat nichts mehr mit dem BVB von heute zu tun. Wir haben damals 20 Millionen Mark Umsatz gemacht, heute sind es 500 Millionen Euro. Fußball ist heute Business, es geht um viel Geld. Das ist nicht immer nur positiv. (…) Die riesigen Ablösesummen finde ich nicht gut, man sollte sich Gedanken über Höchstgrenzen machen. Oder es gibt doch die Regel, dass man nur einen gewissen Prozentsatz seines Umsatzes ausgeben darf. Aber da hält sich kaum jemand dran.“


… Fußball als reines Geschäft: „Gerade wir Traditionsvereine müssen darauf achten, geerdet zu bleiben und dafür einstehen, dass die Fans zu ihrem Recht kommen. Die völlige Kommerzialisierung sollte in unseren Stadien nicht stattfinden. Da sind auch wir als großer Verein gefordert.“

… den neuen BVB-Torjäger Erling Haaland: „Erling Haaland ist ein besonderer Stürmer. Wenn der auf den Platz kommt, merkst du, da passiert etwas. Das tut der Mannschaft wahnsinnig gut. Immer nur Ballbesitzfußball ist auch nicht so richtig schön. Haaland nimmt einfach den Ball und will Tore schießen. Der steht morgens auf und will ein Tor schießen. Genau so einen Stürmer haben wir gebraucht. (…) Wenn es Haaland nur ums Geld gegangen wäre, wäre er sicherlich nach England gegangen.“


… den Transfer von Mats Hummels vor der Saison: „Das war ein grober Fehler von den Bayern. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Man kann ja sehen, am Wochenende zwei Pässe zu zwei Toren (beim 5:1 gegen Köln, Anm. d. Red.), das macht er einfach klasse.“

… den Tag, als Jürgen Klopp den BVB verließ: „Das war ein Volkstrauertag in Dortmund und für alle Beteiligten schlimm. Man sieht ja, was er aus einem Verein machen kann. Wir können jetzt noch dankbar sein, denn er hat Borussia Dortmund mit seiner Art und Weise auf der ganzen Welt bekannt, berühmt und beliebt gemacht. (…) Mit Kloppo haben wir Titel geholt, das bleibt im Kopf hängen. Die meisten Dortmunder, die ich kenne, schauen inzwischen auch Liverpool.“


… seinen Start in der Bundesliga: „Ich war bei der Bundeswehr und bin immer zweimal pro Woche zum Probetraining nach Uerdingen gefahren. Ich hatte denen gesagt, das kann jetzt nicht fünf Jahre so gehen, irgendwann müsst ihr sagen, ob ich zu euch wechseln kann. Dann kam plötzlich der Anruf von Heinz Slupek (ein Spielervermittler, der hauptberuflich Postangestellter war, Anm. d. Red.). Der sagte: Wir können am Wochenende nach Köln fahren, du unterschreibst da. Also habe ich vollgetankt und bin los.“

… seine Anfänge in Köln: „Nach meinem ersten Training ging Trainer Hannes Löhr zu Manager Kalli Thielen und meinte: Hömma Kalli, wen hast du denn da geholt? Der Dickel, der kann gar nix! Thielen sagte nur: Der hat 38 Tore in der Oberliga gemacht, so schlecht kann der nicht sein. Eine Woche vor Saisonbeginn gab es dann ein Spiel erste Mannschaft gegen zweite Mannschaft, wir haben 3:4 verloren, aber ich habe alle drei Tore gegen Toni Schumacher gemacht. Dann ist der Kalli Thielen zum Löhr gegangen und meinte nur: Hömma Hannes, der Dickel, der kann gar nix, oder?“


… den Transfer zu seinem Lieblingsverein: „Ich bin für 450.000 Mark zum BVB gewechselt. Da kriegst du heute einen Arm für.“

… seinen Job als Stadionsprecher: „Es gibt einige auf der Süd, die glauben, ich mach das seit 1909. Die haben noch nie einen anderen gesehen. (…) Manchmal wundere ich mich schon über mich und denke, könnte man auch anders machen. Aber die Lautstärke, da ist man schon euphorisch. Und ganz wichtig, wir machen das Radio ja für BVB-Fans, deswegen verstehe ich nicht, warum sich die Schalker oder Bayern-Fans beschweren, wenn ich etwas sage über sie, für die machen wir’s ja gar nicht.“

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