BVB-Star verkörpert die Hoffnung auf mehr Spielkultur

Reus macht den Unterschied

Ein Tag mehr Pause war Peter Stöger nach der anstrengenden Europapokal-Reise sehr recht. Das erste Montagsspiel des BVB heute Abend gegen Augsburg (20.30 Uhr) steht dabei unter besonderen Vorzeichen. Ein Akteur verkörpert die Hoffnung auf mehr Spielkultur.

DORTMUND

, 26.02.2018, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marco Reus soll gegen Augsburg für mehr BVB-Spielkultur sorgen-

Marco Reus soll gegen Augsburg für mehr BVB-Spielkultur sorgen- © dpa

Sichtbare Lücken im Signal Iduna Park, die gibt es eigentlich nie, wenn Borussia Dortmund spielt. Sie gab es nicht mal in Heimspielen gegen Darmstadt 98 oder den FC Ingolstadt. Das Stadion ist beinahe immer ausverkauft. Vor fast genau einem Jahr, beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg, da blieb mal die gesamte "Süd" leer. Das hatte freilich andere Gründe.

Stöger zeigt Verständnis für die Fans

Heute Abend aber, wenn die Borussia und der FC Augsburg den 24. Spieltag beschließen (20.30 Uhr, live im Eurosport Player), werden etliche Plätze frei bleiben. Die Fans wollen so ihren Protest gegen den ungeliebten und aus ihrer Sicht inakzeptablen Montagstermin in der Fußball-Bundesliga ausdrücken.

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Wie stark der Protest ausfallen wird, darüber gibt es nur Vermutungen. Rund 350 Fanclubs haben einen Boykott angekündigt, Dortmunds Trainer hofft ungeachtet dessen auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen. "Den die brauchen wir." Stöger kennt sich aus mit Montagsspielen, in Köln zu Zweitliga-Zeiten seien das "immer coole Spiele" gewesen, aber er zeigte am Freitag auch Verständnis für die Anhänger.

"Wir müssen vorsichtig sein"

Unabhängig vom Stimmungsbild auf den Zuschauerplätzen brennt einer ganz besonders auf diese Partie. Marco Reus hat nach seiner langen Verletzungspause vier Pflichtspiele hinter sich, gebündelt in zwei Englischen Wochen. Das verlangt für die Dosierung seiner Einsatzzeiten zusätzliches Fingerspitzengefühl. "Wir sind immer noch drin in dieser Thematik", sagt Stöger, "auch wenn wir uns alle wünschen, dass er viel spielt. Er war acht Monate raus, wir müssen vorsichtig sein."

Wenn es einen Beleg gebraucht hätte, um den Wert der Spielkunst von Reus für diese Mannschaft zu verdeutlichen, so lieferte das Rückspiel in Italien einen eindrucksvollen. Ein gut aufgelegter Mario Götze reichte nicht, erst mit Reus (und mit der Einwechslung von Marcel Schmelzer) gewannen die Bemühungen der Borussia erkennbar an Struktur. "Für den Erfolg von Borussia Dortmund ist er ausschlaggebend", sagt Götze. "Er besitzt die Qualität, mit Laufwegen Räume für andere zu schaffen. Das fehlt uns manchmal", lobt Schmelzer. Reus sei gar "der wichtigste Spieler", so der Kapitän.

Probleme in der defensiven Zentrale

Mit dem zusätzlichen Tag Pause steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Stöger seinen lange vermissten Gestalter erneut von Beginn an bringt. Weitere Änderungen wird es geben. Stögers größte Baustelle bleibt die Besetzung der defensiven Zentrale, wo Nuri Sahin und Mahmoud Dahoud gegen Bergamo ihre Chancen nicht nutzen konnten.

Kandidaten für eine schöpferische Pause gibt es allerdings auch auf anderen Positionen. Nicht nur Schmelzer dürfte in die Startelf rücken. Nach elf Pflichtspielen unter seiner Leitung liest sich Stögers Bilanz (sechs Siege, vier Remis, nur eine Niederlage) weitaus besser, als es der gespielte Fußball war. Nicht nur in der Spielanlage hat Dortmund viel Luft nach oben. Das durch die guten Ergebnisse gewonnene Selbstvertrauen hat nicht zu mehr Dominanz und Klarheit im eigenen Spiel geführt.

Andere Tugenden gefordert

Heute dürften ohnehin erneut die anderen Tugenden gefordert sein. "Auch von Augsburg", ahnt Stöger, "könnte einiges an Robustheit kommen."

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