BVB steht nach 1:3 in Piräus vor dem Aus

Rabenschwarzer Abend

Borussia Dortmund schwimmen in der Champions League die Felle davon. In Athen verlor der BVB Mittwochabend gegen Olympiakos Piräus mit 1:3 (1:2) und steht mit weiter nur einem Punkt auf der Habenseite praktisch vor dem Aus.

ATHEN

von Von Dirk Krampe

, 19.10.2011, 22:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch das zwischenzeitliche Ausgleichstor durch Robert Lewandowski konnte die Niederlage nicht verhindern.

Auch das zwischenzeitliche Ausgleichstor durch Robert Lewandowski konnte die Niederlage nicht verhindern.

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Champions League: Olympiakos Piräus - BVB

Bilder von der Champions-League-Partie Olympiakos Piräus gegen Borussia Dortmund.
20.10.2011
/
Drei Gegentore in Marseille, drei Gegentore in Piräus - die BVB-Probleme liegen derzeit vor allem im Defensivbereich.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) erzielt das 1:1.© Foto: dpa
Pure Enttäuschung auf der Dortmunder Bank.© Foto: dpa
Kevin Großkreutz nach Spielende.© Foto: dpa
Enttäuschte Borussen nach Spielende: Moritz Leitner (l.), Jürgen Klopp.© Foto: dpa
Shinji Kagawa (r.) ist vor Olof Mellberg am Ball. © Foto: dpa
Jose Holebas (M.) köpft zum 1:0 ein.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) feiert mit Ivan Perisic das Ausgleichstor.© Foto: dpa
Mats Hummels (l.) und Avraam Papadopoulos im Kampf um den Ball. © Foto: dpa
Ivan Perisic (hinten) und Robert Lewandowski bejubeln das 1:1.© Foto: dpa
Neven Subotic nach dem 2:1 für Piräus.© Foto: dpa
Die Dortmunder Defensive offenbarte in Piräus eklatante Schwächen.© Foto: dpa
Robert Lewandowski ist frustriert.© Foto: dpa
BVB-Trainer Jürgen Klopp am Spielfeldrand.© Foto: dpa
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Die gut 1000 Dortmunder Fans, abgeschirmt von rund 150 Ordnern, sahen einen nervösen Beginn ihrer Elf, die Trainer Jürgen Klopp im Vergleich zum 2:0 bei Werder Bremen auf drei Positionen verändert hatte. Durch die Rückkehrer Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek waren beide Außenverteidiger-Positionen neu besetzt, dazu stand der Japaner Shinji Kagawa nach zwei Pflichtspielen Pause wieder in der Startelf.Klopp hatte seine Elf vor dem Anpfiff eindringlich eingeschworen. „Wir wollen in der Champions League überwintern“, sagte er, „deshalb sollten wir hier richtig was reißen!“ Schon nach acht Minuten aber führten die Hausherren. Ilkay Gündogan konnte Marcanos Flanke nicht verhindern, in der Mitte ging Schmelzer wie ein Schüler ins Kopfballduell gegen Holebas – 0:1.

Die Fehlerkette hatte ihren Ursprung zuvor schon bei Sven Bender, der den Ball im Zentrum nicht entscheidend klären konnte. Hätte Mirallas Kopfball (19.) das 0:2 gebracht, die Dortmunder Hoffnungen wären früh auf den Nullpunkt gesunken.

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Drei Gegentore in Marseille, drei Gegentore in Piräus - die BVB-Probleme liegen derzeit vor allem im Defensivbereich.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) erzielt das 1:1.© Foto: dpa
Pure Enttäuschung auf der Dortmunder Bank.© Foto: dpa
Kevin Großkreutz nach Spielende.© Foto: dpa
Enttäuschte Borussen nach Spielende: Moritz Leitner (l.), Jürgen Klopp.© Foto: dpa
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Neven Subotic nach dem 2:1 für Piräus.© Foto: dpa
Die Dortmunder Defensive offenbarte in Piräus eklatante Schwächen.© Foto: dpa
Robert Lewandowski ist frustriert.© Foto: dpa
BVB-Trainer Jürgen Klopp am Spielfeldrand.© Foto: dpa
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Die haarsträubenden defensiven Mängel im Spiel des Deutschen Meisters aber blieben. Die Abstimmung untereinander passte nicht, die Absprachen im Kernzentrum der Defensive noch weniger. Dennoch kam der BVB zum Ausgleich, als Roman Weidenfeller mit einem präzisen Abschlag das Spiel schnell machte, Mario Götze außen klug zurücklegte und Robert Lewandowski die Kugel trocken ins Eck donnerte (26.).

Das 1:1 gegen eigentlich eher biedere Griechen, die defensiv einige Schwächen offenbarten, verhalf dem BVB nur kurzzeitig zu mehr Sicherheit. Nach Kagawas Schuss- chance – eine seiner wenigen guten Aktionen – wurde der BVB für seine weiter gravierenden defensiven Patzer bestraft: Schmelzer, der links überhaupt nicht in Tritt kam, ließ zum wiederholten Mal eine Flanke durch, in der Mitte war der bärenstarke Rafik Djebbour, den Dortmunds Innenverteidigung nie stoppen konnte, gedanklich viel schneller als Neven Subotic. Dass Mats Hummels beim Versuch, dem Algerier zu folgen, auch noch ausrutschte, war bezeichnend – 2:0 (40.). Djebbour hätte sogar noch nachlegen können, sein Aufsetzer strich knapp am Tor vorbei (44.) – wieder war Dortmunds Innenverteidigung gedanklich weit weg.

Dass Klopp zur Pause nicht reagierte, war fast schon fahrlässig – vielleicht aber wollte er ja, dass die Startelf das Fiasko auch allein ausbügelte. In der 56. Minute erlöste Klopp dann Ilkay Gündogan und brachte mit Moritz Leitner die personifizierte Hoffnung auf mehr Kreativität im Aufbauspiel. Piräus‘ Torhüter Costanzo hatte kurz zuvor nach langem Ball beherzt gegen den erneut starken Lewandowski gerettet. Weil Piräus gute Konterchancen (Mirallas/65.) nicht nutzte, blieb der BVB zunächst im Spiel. Der eingewechselte Blaszczykowski knallte das Leder neben das Tor (67.), mit seiner Hereinnahme baute Klopp die Offensive komplett um. Zu mehr Durchschlagskraft verhalf ihr das nicht – Modesto per Kopf durfte noch das 1:3 machen – auch er wurde nicht entscheidend gestört (78.). Es war ein rabenschwarzer Abend für den BVB.

5,31 Millionen Zuschauer sehen BVB-Pleite bei Sat.1
Den misslungenen Champions-League-Auftritt des deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund bei Olympiakos Piräus haben 5,31 Millionen Zuschauer bei Sat.1 gesehen. Diesen Durchschnittswert teilte der übertragende Free-TV-Sender am Donnerstag mit.

Er entspricht einem Marktanteil von 17,5 Prozent. Nicht mit eingerechnet sind die Fans, die sich das 1:3 der Dortmunder am Mittwoch beim Pay-TV-Sender Sky anschauten.

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