BVB-Talentcoach Otto Addo: „Gio Reyna hat es noch nicht geschafft“

mlzBorussia Dortmund

Giovanni Reyna (17) ist ein hochbegabter Fußballer und zählt bereits zum Profikader des BVB. Otto Addo bremst die Euphorie und erklärt, was dem US-Amerikaner noch fehlt.

Dortmund

, 11.06.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Talente-Trainer Otto Addo kümmert sich seit einem Jahr speziell um die verheißungsvollsten jungen Spieler von Borussia Dortmund. Um die, die es zum Bundesligaprofi bringen können. Zu ihnen zählt Giovanni Reyna. Der offensive Mittelfeldspieler steht im Kader von Cheftrainer Lucien Favre, hat in der laufenden Saison schon Einsätze in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League gesammelt.

Giovanni Reyna: BVB-Talentcoach Otto Addo bremst Euphorie

„Er hat den ersten Schritt getan, ja, aber erst, wenn er zwei Jahre zum Stammpersonal in der Bundesliga zählt, hat er es in meinen Augen geschafft“, sagt Addo (45). Für Reyna gelte es deshalb nun, nach den ersten Erfolgen nicht nachzulassen. „Er darf nicht zufrieden sein, er muss weiter an seinen Defiziten arbeiten. Gio macht viele Sachen schon sehr gut, aber er kann sich noch weiter verbessern.“ Dass Reyna sich nun zurücklehne, diese Sorge hegt sein Förderer Addo nicht. „Reyna hat ein gutes Umfeld und ist selbst sehr aktiv, immer noch stärker werden zu wollen. Dieses Verhalten ist vorbildlich für unsere anderen Talente.“

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Der BVB hat Addo im Sommer 2019 aus Mönchengladbach losgeeist, um die eigenen Talente noch gezielter zu fördern. Otto Addo, der als Fußballprofi einst in Dortmund Heldenstatus erlangt hatte, weil er im Europapokal gegen Austria Wien trotz eines Kreuzbandrisses weitergespielt und sogar ein Tor erzielt hatte, trat 16 Jahre nach diesem legendären Abend erneut als Arbeitnehmer beim BVB an. Diesmal für einen neu geschaffenen Posten an der Schnittstelle des Nachwuchsbereiches zum Profiteam. Dort, wo sich entscheidet, ob ein junger Spieler den Sprung in den Bundesligakader schafft.

Otto Addo arbeitet beim BVB mit einem Drei-Säulen-Modell

Im Gepäck hatte der frühere Offensivspieler, der für den BVB einst 98 Pflichtspiele bestritten und 16 Tore erzielt hatte, zu seinem Neustart in Dortmund die Fußballlehrer-Lizenz und ein Drei-Säulen-Modell. Er wollte mit den herausragenden jungen Spielern der U17, U19 und des Profikaders zusätzlich zum normalen Training individuell arbeiten: Per Videoanalyse, in praktischen Übungen auf dem Rasen und als Ratgeber und Ansprechpartner außerhalb des Spielfeldes.

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„Ich konnte genau das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte“, resümiert Addo (45) nach seinem ersten Jahr im Amt. „Ich bin rundum zufrieden, wie die Zusammenarbeit mit den Talenten und den anderen Trainern läuft.“

Otto Addo hält Kontakt zu den BVB-Talenten

Wenn er das Haar in der Suppe suchen solle, so sei es der mitunter eng getaktete Spiel- und Reiseplan der Profis mit englischen Wochen oder Champions-League-Einsätzen. „Da mussten wir leider manchmal für den einen oder anderen auf das Zusatztraining auf dem Rasen verzichten. Ansonsten aber passte wirklich alles“, betont Addo im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Auch die Corona-Zwangspause habe den Kontakt zu seinen Schützlingen nicht abreißen lassen.

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Und wie ist es um seine persönliche Erfolgsbilanz bestellt? „Ich bin Teil des Ganzen. Ich glaube, dass wir zusammen einige Spieler im Detail weitergebracht haben, auch wenn das schwierig messbar ist. Aber die Trainer der Jugendteams haben meine Erkenntnisse gut aufgenommen, auch ich habe von ihnen hilfreiche Tipps bekommen, was für die Spieler wichtig und wertvoll ist“, sagt Addo. Geschadet hat Giovanni Reyna diese Förderung sicher nicht.

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