BVB-Torhüter Bürki: Ich habe die Auszeit gewählt, um damit fertigzuwerden

Borussia Dortmund

Roman Bürki hat sich beim BVB zum Leistungsträger entwickelt. Offen spricht der Schweizer nun im Rückblick über seinen schwierigen Start - und den Wendepunkt im Sommer 2018.

Dortmund

, 21.09.2019, 11:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Torhüter Bürki: Ich habe die Auszeit gewählt, um damit fertigzuwerden

Roman Bürki hat sich beim BVB zum Leistungsträger entwickelt. © imago

Es gab eine Zeit, da hatte Roman Bürki einen schwierigen Stand bei den Dortmunder Fans. Vor allem im Januar 2018. Damals, nach dem 2:2 gegen seinen Ex-Klub SC Freiburg, hatte der Torhüter erklärt: „Es berührt und verunsichert uns Spieler auf dem Platz, wenn Pfiffe kommen. Wir brauchen die Unterstützung von jeder Tribüne. So, wie die Süd uns über 90 Minuten unterstützt - das muss das Ziel sein!“

Bürki sucht den Kontakt zu einem Mentaltrainer

In den sozialen Netzwerken hagelte es anschließend Kritik. „Ich hatte Schwierigkeiten, mit Kritik von außen, von den Medien, Experten und der Öffentlichkeit, umzugehen“, sagt Bürki im September 2019 im Interview des DFL-Magazins.

„Damals, vor zwei, drei Jahren, hatte ich das Gefühl, dass bei jedem Misserfolg der Fehler wieder bei mir gesucht wird.“
Roman Bürki

Der Austausch mit einem Mentaltrainer brachte die Wende. „Die Gespräche mit ihm haben mir enorm gutgetan. Danach hatte ich das Gefühl, ich lasse die Fehler, die Kritik wirklich hinter mir zurück: Die neue Saison liegt wie ein weißes, unbeflecktes Blatt vor mir.“

Rückblickend gesteht Bürki ein: „Ich war so entschlossen, mir die Akzeptanz zu erarbeiten, dass ich zu viel wollte. Und daraus resultierten nun einmal oft alles andere als optimale Spiele.“ Nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund 2015 hatte Bürki BVB-Legende Roman Weidenfeller auf die Bank verdrängt - und wurde enstprechend kritisch beäugt.

Bürki kommt nicht an Sommer vorbei

Heute sieht er es deutlicher gelassen: „Ehrlich gesagt, ist es viel leichter, mit einem Fehler umzugehen, wenn du - wie ich jetzt - grundsätzlich eine starke Saison spielst und nur ab und zu einen Bock schießt. Damals, vor zwei, drei Jahren, hatte ich das Gefühl, dass bei jedem Misserfolg der Fehler wieder bei mir gesucht wird. Vielleicht war das gar nicht so, vielleicht habe ich mich da reingesteigert.“

BVB-Torhüter Bürki: Ich habe die Auszeit gewählt, um damit fertigzuwerden

Der BVB blieb zuletzt gegen Leverkusen und Barcelona ohne Gegentor. © imago

Schwierig gestaltete sich die Situation für Bürki auch bei der Schweizer Nationalmannschaft. An Yann Sommer kam der 28-Jährige nicht vorbei. Im Januar dieses Jahres erfolgte der (vorläufige) Rücktritt aus der „Nati“. „Nichts gegen Yann, er ist ein Supertorwart. Aber ich hatte nun mal die Sicht desjenigen, der tun konnte, was er wollte, und Ersatz blieb. Mit so einer Situation musst Du erst einmal klarkommen. Ich habe die Auszeit gewählt, um damit fertigzuwerden.“ Ein Comeback werde es aus eigenem Antrieb nicht geben. „Falls sie mich irgendwann von sich aus rufen, weil sich mich brauchen, wäre das etwas anderes.“

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