BVB-Torwart Roman Bürki und das Streben nach Konstanz

mlzBorussia Dortmund

Roman Bürki geht in seine sechste Saison bei Borussia Dortmund. Es ist seine sechste als Nummer eins des BVB – und das persönliche Ziel für die neue Spielzeit bleibt ein altbekanntes.

Dortmund

, 10.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dieses eine Wort taucht immer wieder auf. Konstanz. Darum gehe es, es sei gewissermaßen das Zauberwort, die Erfolgszutat für die neue Saison. Roman Bürki sagt es selbst. „Ich habe mir für die neue Saison vorgenommen, konstant zu spielen“, hat Borussia Dortmunds Schlussmann vor ein paar Wochen dem „Kicker“ erklärt. Konstant fehlerfrei spielen, konstant die einfachen Dinge gut erledigen, konstant wenig Gegentore kassieren.

BVB-Sportdirektor Zorc hält viel von Roman Bürki

Da passt es ins Bild, dass sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei Bürkis Vertragsverlängerung am 19. Juni in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins mit den Worten zitieren ließ. „Wir freuen uns, dass in Roman Bürki einer der konstantesten Torhüter der Bundesliga weiterhin bei uns zwischen den Pfosten steht.“ Damit sei eine wichtige Position langfristig und exzellent besetzt. Und weiter: „Es spricht für Roman, dass er in dieser Saison schon zwölf Zu-null-Spiele absolviert hat.“

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Am Ende der vergangenen Saison waren es dann sogar 15 Zu-null-Spiele, wenn man alle Wettbewerbe mit in Bürkis Statistik einbezieht. 13 in der Bundesliga, zwei in der Champions League. Das ist die eine Seite der Medaille, nur Manuel Neuer (15-mal) im Tor des FC Bayern München spielte in der vergangenen Bundesliga-Saison häufiger zu null als der Schweizer, der 2015 für 3,5 Millionen Euro Ablöse vom SC Freiburg zum BVB wechselte und im Juni einen neuen Vertrag bis zum Sommer 2023 unterschrieben hat.

BVB-Keeper Roman Bürki und die fiesen Zahlen

Die andere Seite der Medaille ist, dass Zahlen für Torhüter manchmal eine fiese Sache sein können. Denn in den wettbewerbsübergreifenden 24 Pflichtspielen, in denen die Weste nicht weiß blieb, kassierte Bürki 51 Gegentore, im Schnitt über zwei pro Partie. Bei der Statistik der prozentual parierten Bälle belegte der 29-Jährige mit 59,6 Prozent nur Platz 17 in der jüngsten Bundesliga-Tabelle. Lediglich Timo Horn (56,6 Prozent) wies eine schwächere Quote auf. Bürki sagt dazu: „Ich weiß, dass ich in der vergangenen Saison nicht so viel zu tun hatte. Und wenn mal ein Ball aufs Tor kam, ging er dann oft auch noch rein. Manchmal gibt es solche Phasen oder solche Spielzeiten. In der Saison davor hatte ich mehr zu tun und konnte mich besser auszeichnen.“

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Am kommenden Montag beim Pokalspiel des BVB in Duisburg startet nun Bürkis sechste Saison bei Borussia Dortmund, es ist seine sechste als Nummer eins. Die neue Spielzeit soll besser respektive konstanter werden als die vergangene, die wegen einer Schnittwunde in der damaligen Vorbereitung mit etwas Verspätung begann und beim BVB intern als okay, aufgrund der Corona-Situation allerdings auch als schwierig bewertet wird. Bürki zeigte teils überragende Leistungen im Laufe der Saison, beispielsweise und allen voran beim 2:1 gegen Slavia Prag am letzten Gruppen-Spieltag der Champions League, als er den Achtelfinal-Einzug mit zahlreichen spektakulären Rettungstaten fast im Alleingang sicherte. Er leistete sich aber auch den einen oder anderen Patzer, zum Beispiel beim 3:3 gegen RB Leipzig kurz vor Weihnachten, als er die Gäste beim Stand von 2:0 durch eine völlig verunglückte Kopfballabwehr zum Anschlusstreffer und damit zurück ins Spiel einlud.

Rund um Bürki herrscht ein Grundrauschen beim BVB

Es sind Aktionen wie diese, die in Bürkis bisherigen fünf Jahren in Dortmund dafür gesorgt haben, dass ein gewisses Grundrauschen bei der Betrachtung der Torhüter-Position nie gänzlich verstummt ist. Bürki sagt trotzdem, dass er sich beim BVB „sehr wohl“ fühle und „das Vertrauen der Verantwortlichen, des Trainers und der Mitspieler“ spüre. Der Rest interessiere ihn nicht so sehr, hat er dem „Kicker“ erzählt. „Ich versuche einfach, ruhig zu bleiben. Was soll ich auch groß sagen, wenn es nach dem Bayern-Spiel heißt: Der Bürki hat zu kurze Arme. Dann ist es komplett vorbei bei mir. Dann denke ich: Diskutiert doch, über was ihr wollt! Mich trifft das nicht mehr, ich komme gut damit klar, ich weiß, was ich kann.“

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Die Hoffnung bei Borussia Dortmund ist groß, dass es vielleicht früh in der neuen Saison eine Partie gibt, in der es für Bürki die Chance gibt, das nötige Selbstvertrauen für die Spielzeit zu tanken, eine Art „Klickmacher-Spiel“. Dann gerät auch die Paradenquote der vergangenen Spielzeit schneller in Vergessenheit – und es fällt Bürki vielleicht ein bisschen leichter, konstant zu zeigen, „was ich kann“.

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