Moritz Broschinski ist zurück bei der BVB-U23. © Bielefeld
Borussia Dortmund II

BVB-U23 begrüßt zwei Rückkehrer – und muss eine Stammkraft ersetzen

Das Regionalliga-Duell zwischen dem BVB II und RW Oberhausen wird nach elf Minuten abgebrochen - viel war also nicht zu sehen. Und dennoch stechen drei Personalien hervor.

Sicher, mit dem Abbruch des Heimspiels gegen Rot-Weiß Oberhausen waren sie alle einverstanden. „Es ging einfach nicht mehr, man konnte weder quer noch längs gucken“, so kommentierte BVB-II-Trainer Enrico Maaßen das frühzeitige Ende, das wegen des dichten Nebels in Dortmund-Brackel vollkommen in Ordnung ging. Schließlich hatten sich beide Mannschaften zum Fußball-, nicht zum Glücksspiel verabredet.

Das Stochern im Nebel dauerte elf Minuten. Viel war also nicht zu sehen, im wahren Wortsinn – und doch stachen drei Dortmunder Personalien hervor: Moritz Broschinski sowie Patrick Osterhage, beide lange Zeit verletzungsbedingt nicht dienstfähig, standen erstmals im Regionalliga-Kader; Taylan Duman, eminent wichtige BVB-Stammkraft, fehlte im Aufgebot. Die Ruhr Nachrichten erläutern die aktuelle Lage.

BVB-U23-Angreifer Broschinski wurde „sehnsüchtig“ vermisst

Moritz Broschinski: Der Angreifer, im Sommer von Energie Cottbus gekommen und einer der Top-Zugänge der BVB-U23, erlitt in der Sommervorbereitung einen Mittelfußbruch. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits gute Leistungen gezeigt und mit Schnellkraft wie wuchtigem Abschluss überzeugt. Beim BVB warteten sie knapp drei Monaten auf seine Dienste – „sehnsüchtig“, wie Manager Ingo Preuß mal sagte. Nun soll Broschinski in Ruhe aufgebaut werden.

Seit zwei Wochen nimmt er wieder regelmäßig am Mannschaftstraining teil, „ich fühle mich fit“, sagt der 20-Jährige – und freut sich „riesig“, zurück im Aufgebot zu sein. Klar ist allerdings: Eine elementare Rolle ist für Broschinski noch nicht vorgesehen. Gut möglich, dass ihn Maaßen demnächst mal hineinwirft für ein paar Minuten – mehr wäre aber wohl nicht angemessen. Selbst der ehrgeizige junge Mann sagt: „Was die Fitness betrifft, habe ich einiges aufzuholen.“

BVB-U23-Trainer Maaßen muss die Einsatzzeiten dosieren

Erst am Mittwochvormittag, am Tag seiner ersten Kadernominierung für den BVB II, fand der finale Kontrolltermin statt. „Der Arzt“, sagt Broschinski, „war sehr zufrieden mit mir“, Coach Maaßen ist es ebenfalls. Die Fortschritte, die sein Stürmer macht, erfreuen ihn. Doch sein Körper darf freilich unter keinen Umständen überlastet werden. Zum Vielspieler wird Broschinski im Jahr 2020 deshalb nicht mehr aufsteigen.

Patrick Osterhage: Die Leidenszeit des Mittelfeldmannes dauerte circa anderthalb Jahre. Am 2. Juni 2019 stand der inzwischen 20-Jährige letztmals in einem Dortmunder Pflichtspielkader, seinerzeit gewann er im Kreise der U19 des BVB mit 5:3 gegen den VfB Stuttgart – und feierte den A-Junioren-Bundesliga-Titel. Danach plagten Osterhage vor allem hartnäckige Hüftprobleme, die scheinen nunmehr behoben zu sein.

BVB-Talent Osterhage hat viel Konkurrenz

Die Freude sei groß, sagt Osterhage, „dass ich wieder gesund bin und spielen und trainieren kann“. Nach so langer Zwangspause habe er genug Zeit besessen, um sich auf diesen Tag vorzubereiten. Ebenso wie Broschinski soll der seit 2017 in Dortmund kickende Osterhage mit Ruhe und Bedacht herangeführt und eingebaut werden. Nicht zu vergessen ist: Bisher hat der einstige U19-Kapitän noch kein Spiel im Seniorenbereich gemacht.

Geduld ist also angebracht, zumal die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld recht groß ist. Das Duo Franz Pfanne und Marco Hober war dort zuletzt gesetzt; hinzukommen Aday Ercan, eventuell Tobias Raschl und auch Florian Krebs. Sie alle können diesen Job im mittigen Mittelfeld ausüben – ebenso wie Osterhage.

BVB-U23 fehlt eine Stammkraft für längere Zeit

Taylan Duman: Nur im ersten Ligaspiel gegen Aachen (1:0) fehlte Duman, dann wurde der 23-Jährige, der in der Sommervorbereitung viel Zeit mit dem Profi-Team verbringen durfte, zum Fixpunkt beim BVB II. Wohlgemerkt nicht im zentralen Mittelfeld, sondern auf der rechten Seite in Dortmunds 3-5-2-Anordnung. Duman, der Schienenspieler? Auf den allerersten Blick eine gewagte Wahl. Sie erwies sich als goldrichtig. Jetzt fehlt Duman verletzungsbedingt.

„Ich habe einen Haarriss im Knochen über dem linken Knie“, Flüssigkeit sei im Knochen, zudem habe er ein Knochenödem, erzählt Duman. „Die Gefahr ist, dass der Knochen reißt, dann wäre ich sechs Monate verletzt“ – also entschied er sich, lieber Vorsicht walten zu lassen. Duman ist für ein paar Tage im Krankenhaus, wird sich aber keiner Operation unterziehen, sondern andere Mittel nutzen, um schnell wieder bereit zu stehen – Infusionen zum Beispiel.

BVB-U23-Spieler Duman war in Top-Form

Seit ein paar Wochen schon plagten Duman Schmerzen über dem linken Knie, „im Spiel merke ich zwar nichts davon, aber davor und danach. Da ist es besser, wenn ich jetzt mal aussetze bis Anfang Januar“, sagt er. Es sei schließlich eine „entscheidende Saison“ für ihn – am Ende dieser Runde läuft sein Vertrag bei der Borussia aus. Duman will sich empfehlen für höhere Aufgaben – und mit seinem Team so erfolgreich wie möglich sein.

Er selbst war zuletzt in Top-Form, erzielte neun Treffer – vier davon per Strafstoß – und sammelte sieben Assists auf seinem Außenposten, der ihn darüber hinaus zur konsequenten Abwehrhaltung verpflichtet. „Ein paar Facetten eines typischen Rechtsverteidigers“, merkt BVB-II-Manager Preuß an, „fehlen ihm“ – etwa die Endgeschwindigkeit oder ein wenig defensive Stabilität –, „aber das Gesamtpaket ist sehr gut. Er ist technisch gut genug, kann Torgefahr ausstrahlen“, so Preuß.

BVB-U23-Spieler Duman hat Vertrauen

Für den Kaderplaner ist Dumans Ausfall darum „ein Verlust, ganz klar“. Wie der aufzufangen ist? Trainer Maaßen versuchte es gegen RWO mit Florian Krebs auf rechts. Krebs, wie Duman gelernter zentraler Mittelfeldspieler, sollte die für ihn neue Aufgabe mit Spielintelligenz lösen, zudem ist er ein guter Standardschütze und kraft seiner 1,87 Metern Größe brauchbar bei der Flankenabwehr. Gut möglich, dass Krebs am Samstag in Homberg erneut gefordert ist.

Duman äußert sich im Gespräch mit dieser Redaktion jedenfalls optimistisch: „Wir können jeden Spieler ersetzen, weil wir eine super Bank haben“, sagt er. „Ich hoffe, dass wir jetzt noch vier Siege holen, dann sind wir an RW Essen vorbei – und gehen als Tabellenerster ins neue Jahr. Ich vertraue den Jungs und will Anfang Januar wieder dabei sein.“

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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