Joseph Boyamba nennt Dortmund noch immer seine zweite Heimat. Trotz seiner Verbundenheit mit dem BVB wird er sich am Samstag natürlich einzig und allein für Waldhof Mannheim ins Zeug legen. © imago / osnapix
Borussia Dortmund

BVB-U23 empfängt Mannheim: Ex-Borusse Boyamba trifft auf Dortmunder Not-Abwehr

Die BVB-U23 geht mit großen Personalproblemen ins Heimspiel gegen Mannheim. Nutznießer will Ex-Borusse Joseph Boyamba sein. Teammanager Ingo Preuß hat einen Ratschlag für seinen Ex-Spieler.

Im Stadion Rote Erde stehen sich am Samstag (14 Uhr, bei uns im Live-Ticker) zwei Mannschaften gegenüber, deren Saisonstart unterschiedlicher nicht hätte verlaufen können. Die U23 von Borussia Dortmund empfängt den SV Waldhof Mannheim. Während der BVB als Aufsteiger das Ziel Klassenerhalt ausgegeben hat, peilen die Gäste kurzfristig die Rückkehr in die 2. Bundesliga an.

Auftaktsieg in Zwickau gibt der BVB-U23 Auftrieb

Die Schwarzgelben haben mit ihrem 2:1-Sieg beim FSV Zwickau einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Ambitionen des SV Waldhof dagegen haben nach der 0:2-Pleite zum Auftakt gegen den 1. FC Magdeburg direkt einen Dämpfer erlitten.

Dass nach 90 Minuten am Samstag die Gefühlslage umgekehrt ist, dafür möchte unter anderem Joseph Boyamba sorgen. Der 25-Jährige spielte bis Sommer vergangenen Jahres für den BVB, ehe er nach Mannheim wechselte. „Ich freue mich auf das Spiel in Dortmund, das wird ein schönes Aufeinandertreffen“, sagt Boyamba im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Ex-BVB-Spieler Boyamba: „Dortmund ist meine zweite Heimat“

Nach wie vor ist die Stadt auch privat seine zweite Heimat, da seine Freundin Theresa in Dortmund wohnt und er sie regelmäßig besucht. An seiner tiefen Verbundenheit mit Schwarzgelb hat sich auch nichts geändert. „Ich trage den BVB noch immer im Herzen, er ist ein sehr geiler Verein. Aber das Private und das Sportliche muss man trennen. Während der 90 Minuten am Samstag gibt es keine Freunde“, stellt Boyamba klar.

Dennoch freue er sich für die Borussia und ihre Fans, dass ihr mit der U23 die Rückkehr in die 3. Liga gelungen sei. Boyamba selbst stand beim BVB in der Regionalliga West im Dienst, absolvierte unter den Trainern Jan Siewert, Alen Terzic und Mike Tullberg insgesamt 59 Partien, in denen er 24 Treffer erzielte. Es folgte der Wechsel in die 3. Liga zu Mannheim, wo er in seiner ersten Saison auf 33 Einsätze und neun Tore kam.

Ex-BVB-Spieler Boyamba ist in Mannheim ein Kurzarbeiter

Nur in vier von 33 Fällen stand er aber auch die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. Boyamba ist bei Waldhof bislang auch ohne Corona-Pandemie meist jemand, für den Kurzarbeit gilt. Er wird regelmäßig eingewechselt, um der Offensive neue Impulse zu verleihen – häufig mit Erfolg. Gegen längere Einsatzzeiten hätte der Rechtsaußen aber auch nichts einzuwenden. „Ich habe den Anspruch an mich, viel zu spielen – dafür gebe ich alles“, sagt Boyamba.

Januar 2020: In der Partie gegen den Wuppertaler SV bejubelt Joseph Boyamba gemeinsam mit Steffen Tigges, Marco Hober und Chris Führich einen Treffer der BVB-U23. © imago images/Thomas Bielefeld © imago images/Thomas Bielefeld

Natürlich brennt er auch gegen die ehemaligen Kollegen darauf, zu zeigen, was in ihm steckt. Mit Maximilian Hippe, Marco Hober, Kolbeinn Finnsson und Haymenn Bah-Traore hat Boyamba seinerzeit beim BVB zusammengespielt. Gemeinsam mit dem heutigen Stuttgarter Chris Führich und Steffen Tigges ging es für Boyamba auch mal mit ins Trainingslager der Profis nach Marbella. Schöne Erinnerungen, aber am Samstag zählt die Gegenwart.

In der BVB-Dreierkette ist Kreativität gefragt

„Wir wissen, dass Joe torgefährlich, flink und dribbelstark ist. Er kann gerne gegen jeden treffen, aber bei uns darf er ruhig mal eine Ausnahme machen“, sagt BVB-Teammanager Ingo Preuß. Gemeinsam mit Trainer Enrico Maaßen hat er in den vergangenen Tagen daran gearbeitet, die Abwehrreihe bestmöglich zu besetzen, um es Boyamba, aber auch allen übrigen Mannheimern, so schwer wie möglich zu machen. „Mannheim ist eine spielstarke Mannschaft, die über viel individuelle Qualität und Tempo auf den Außenbahnen verfügt“, sagt Maaßen.

Die Besetzung der Dreierkette ist nach wie vor die große Herausforderung. Neben Franz Pfanne und Kolbeinn Finnsson ist Albin Thaqi vorgesehen, da er am Donnerstag gemeinsam mit Ansgar Knauff vorzeitig aus dem Trainingslager der Profis aus Bad Ragaz abgereist ist. Ein Einsatz von Lennard Maloney und Antonios Papadopoulos ist dagegen nahezu ausgeschlossen. „Was wir meistern müssen, ist die personelle Situation“, sagt Maaßen.

Defensivprobleme zwingen BVB-Trainer Maaßen zum Puzzeln

Die Abstellungen an die im Defensivbereich ebenfalls in arge Nöte geratenen Profis erfordert wie schon in der Vorwoche neben Einfallsreichtum auch ein genaues Abwägen bei der Besetzung der Startformation. Es gilt, die richtige Balance zu finden zwischen dem offensiven Profil, das dem BVB eigentlich entspricht, und defensiven Notwendigkeiten, um Waldhof keine Einfallsräume zu bieten.

Beim Auftaktmatch in Zwickau hat das nicht immer geklappt. Gerade zu Beginn und auch ganz am Ende geriet der BVB in Bedrängnis. „Da hat man gesehen, dass wir in dieser Liga in jeder Sekunde hochkonzentriert sein müssen. Fußballerisch hatten wir aber auch einige sehr gute Phasen. Unser Ziel muss es sein, dass wir das noch konstanter hinbekommen“, sagt Maaßen. Es würde die Chancen erhöhen, nach 90 Minuten erneut mit einem guten Gefühl vom Platz zu gehen.

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