Sachen packen: Die BVB-U23 musste schon wieder ein Spiel verlegen. © Bielefeld
Borussia Dortmund II

BVB-U23 steht straffes Programm bevor: Das könnte ein Nachteil sein

Borussia Dortmunds U23 muss vor Weihnachten noch vier Partien absolvieren. Das verlangt einen Kraftakt - generell stellt die Spielplanung den BVB vor Probleme.

Die Laune beim BVB II war nicht sonderlich gut. Torwart-Talent Luca Unbehaun verabschiedete sich kurz und knapp, stapfte anschließend zu seinem Privatwagen. Rückkehrer Patrick Osterhage fand den Abbruch des Duells mit Rot-Weiß Oberhausen „schade“. Und Trainer Enrico Maaßen meinte zwar, dass es die einzig richtige Entscheidung gewesen sei – wegen dichter Nebelschwaden war das koordinierte Fußballspielen schlicht nicht umsetzbar. Doch er betonte ebenso, dass ihm dieses abrupte Ende überhaupt nicht in den Kram passe.

Jetzt mag der eine oder andere Beobachter denken: Komfortabel für den BVB, dass er kommenden Mittwoch (16. Dezember, 14 Uhr) wieder bei 0:0 gegen RWO starten darf. Ehe der Schiedsrichter dem Kicken im Nebel ein Ende setzte, war Oberhausen schließlich in Führung gegangen. Maaßen sah das allerdings völlig anders: Es sei ein „denkbar ungünstiger Start gewesen“ für sein Team, gestand er angesichts von sogar zwei verursachten Strafstößen, doch: „Den zweiten Elfmeter hält Luca Unbehaun – sowas kann eine Wende bringen“.

BVB-U23-Spielplan ist eng getaktet

Unabhängig davon waren noch 80 Minuten zu spielen. Zeit genug also, um die Partie in die aus Dortmunder Sicht gewünschten Bahnen zu lenken. Dessen waren sich die Schwarzgelben bewusst – und sie ärgerten sich über den unumgänglichen Abbruch. Vor allem aus einem Grund: „Für uns ist es nicht einfach“, so Maaßen im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten, „jetzt haben wir natürlich noch ein Nachholspiel mehr“. Ohnehin hätte sein Team schon einige bestreiten müssen, zudem sei der Terminkalender extrem „eng getaktet“.

In der Tat: Bereits fünf Mal konnten BVB-II-Ligaspiele nicht wie geplant ausgetragen werden, in vier Fällen waren Corona-Infektionen dafür verantwortlich, in neuerlichen Fall der dichte Nebel. Dass die Partie gegen RWO jetzt zum zweiten Mal keinen Sieger fand – der erste Termin für das Hinspiel musste gecancelt werden, weil es im Team der Borussia einen an Covid-19 erkrankten Spieler gegeben hatte –, fordert den Dortmundern kurz vor Weihnachten einiges ab. In elf Tagen müssen sie vier Spiele absolvieren.

BVB-U23 ist vor Weihnachten noch vier Mal gefordert

Am 12. Dezember geht es zum VfB Homberg, am 16. Dezember kommt es gegen RWO zum dritten Versuch, am 19. Dezember empfängt der BVB II den Wuppertaler SV und am 22. Dezember reist Fortuna Düsseldorfs U23 an – das zehrt an den Kräften. Eigentlich hatten sich Maaßen und Co. für die kommende Woche normale Trainingstage in den Kalender notiert, jetzt kann diese Planung gestrichen werden – und das Team muss sich in Windeseile gleich vierfach um Punkte streiten.

Der enge Terminplan erfreut niemanden bei der Borussia, zumal sie in aller Regelmäßigkeit in die Partie zieht mit dem Malus, dass der jeweilige Kontrahent am Spieltag vorher spielfrei hatte. So ergab es die Planung – und wenn die BVB-Verantwortlichen ab und zu daran erinnern, dann ist es nicht als Ausrede zu werten, sondern als Fakt, der sie aus guten Gründen nicht frohlocken lässt. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, wie stabil sich Maaßens Belegschaft derzeit präsentiert – nach 15 Partien sind hervorragende 38 Punkte gesammelt.

RWE punktet ähnlich konstant wie die BVB-U23

Abzuwarten bleibt, ob diese Quote gehalten werden kann. Da sich Rot-Weiss Essen ähnlich konstant zeigt und nach 18 Partien 44 Zähler hat, steht die Borussia zumindest ein bisschen unter Druck. Wegen der Ausfälle ist sie dazu verpflichtet, nachzuziehen. Erst Anfang Januar – und wenn alles glatt geht – haben RWE und BVB, die beiden überragenden Regionalliga-Teams, dieselbe Spielanzahl bestritten.

Die Borussia muss nämlich bereits am 9. Januar gegen Borussia Mönchengladbach II antreten – ein weiteres Nachholspiel, das die Winterpause des BVB auf wenige Tage reduziert. Normalerweise war der 16. Januar für den Pflichtspielauftakt geplant. Doch dass angedachte Termine in dieser Spielzeit allzu häufig über den Haufen geschmissen werden müssen, ist freilich keine neue Erkenntnis. Damit muss Coach Maaßen mit seiner Dortmunder Mannschaft irgendwie klarkommen – so gut es geht.

BVB-U23 droht noch kein Terminchaos

Immerhin: In 2021 gibt es noch so manche terminliche Ausweichmöglichkeit. Wenn Spiele nicht stattfinden können, werden sich Alternativen finden lassen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass die Regionalliga ihren Betrieb aufrechterhalten kann. Ob er Sorge habe, dass der Spielbetrieb angesichts der Forderungen nach einem harten Lockdown doch noch ausgesetzt werden müsse, beantwortete Manfred Schnieders, seinerseits Vizepräsident Amateurfußball, dem kicker kürzlich optimistisch.

„Klar, das kann uns treffen“, meinte Schnieders. „Die Klubs der Regionalliga West sind jetzt aber mindestens als semiprofessionell eingestuft. Wenn wir angepackt werden, müssten auch die Profis anders behandelt werden. Wir haben extrem wenige positive Testes bei den Klubs und sind besser getestet als bei jedem anderen Arbeitgeber“, sagte er. Sollte die Spielzeit doch noch abgebrochen werden müssen und die Hälfte der Saison wäre absolviert, würde die Quotientenregel den Aufsteiger bestimmen. Dieses Szenario scheint noch weit weg.

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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