Die U23-Spieler von Borussia Dortmund haben ihr großes Saisonziel nun auch offiziell erreicht. © Thomas Bielefeld
Meinung

BVB-U23 vereint Qualität und Mentalität – jetzt wartet das nächste große Abenteuer

Borussia Dortmund II ist am Ziel seiner Träume angekommen. Der Drittliga-Aufstieg ist endlich offiziell - und das nach vielen Strapazen rundum verdient. Ein Kommentar.

Chapeau, Borussia Dortmund II und herzliche Glückwünsche zum nun feststehenden Aufstieg in die 3. Liga! Seit Mittwochabend steht auch offiziell fest, dass die BVB-U23 in der kommenden Saison eine Etage höher auflaufen wird. Der BVB hat sich gegen den großen Rivalen RW Essen durchgesetzt – auf und auch neben dem Platz. Sportlich und juristisch – und hat sich dabei (fast) nie auf die verbalen Scharmützel mit RWE eingelassen. Für all das gebührt dem BVB, seinen Spielern und dem Trainerteam um Chefcoach Enrico Maaßen großer Respekt.

Klar, die Videos feiernder BVB-Kicker, die die RWE-Hymne „Oh RWE“ in die Kamera grölen, mussten am Samstag in Wuppertal nach dem sportlichen Aufstieg nicht zwingend sein. Aber die Reaktionen der Spieler sind – zumindest für mich – nachvollziehbar. RWE hatte zuletzt mit dem Einspruchsverfahren – aber auch sonst immer wieder während der Saison – versucht, Unruhe in die junge Truppe der Borussia zu bringen – damit sie irgendwie noch ins Wanken gerät. Dass irgendwann die Retourkutsche vom BVB kommt, der sich die gesamte Spielzeit über sonst auf das Wesentliche – eben den Sport – konzentriert hat – ist menschlich.

Aber kommen wir zum BVB, zum Regionalliga-Meister und Drittliga-Aufsteiger zurück, der nun auch offiziell feiern darf. Die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen, der seine erste Saison als BVB-Coach nun hinter sich hat, darf den Aufstieg zurecht zelebrieren. Die Schwarz-Gelben haben in dieser so arg langen Regionalliga-Saison sämtlichen Widerständen getrotzt, haben sich niemals aus der Ruhe bringen lassen und sind nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden.

BVB-U23 steckt auch lange Verletzungspausen weg

Lange Verletzungspausen von wichtigen Spielern wie beispielsweise Moritz Broschinski, Patrick Osterhage oder Taylan Duman? Die hat die Mannschaft – auch mithilfe ihrer großen Entschlossenheit – kompensiert. Irre anstrengende Englische Wochen im März, Mai und Juni hat der BVB – ohne Niederlage – überstanden. Apropos Niederlage: Davon gab es in 40 Spieltagen gerade einmal eine einzige gegen den SV Rödinghausen. Ansonsten ließ sich dieser BVB einfach nicht besiegen. Eine lange, starke Serie.

Selbst die durch die Corona-Fälle verursachte einmonatige Pause, in der der BVB nur mit einem Mini-Kader trainieren konnte, brachte Schwarz-Gelb nicht zum Umfallen. In den letzten Spielen zeigte sich zwar, dass die Beine der BVB-Spieler im Saisonendspurt immer schwerer und die Akkus immer leerer wurden, doch dies haben Kapitän Steffen Tigges und seine Mitspieler mit einer großen Portion an Willensleistung kompensiert. Ein gutes Beispiel dafür bietet das letzte Saisonspiel in Wuppertal, in dem der BVB einen Rückstand noch zu einem Sieg gedreht hat – einfach weil jeder BVB-Verantwortliche, jeder Spieler mit jeder seiner Nervenfasern unbedingt diesen Aufstieg wollte.

Dass der BVB zwischendrin auch immer wieder ansehnlichen Tempofußball präsentiert hat und neben seiner Mentalität auch qualitativ überzeugt hat, darf allerdings natürlich ebenso nicht unerwähnt bleiben. Die beste Offensive (94 Tore) und die zweitbeste Defensive (31 Gegentreffer) sprechen für sich. All dies ist der Verdienst von Teammanager Ingo Preuß, der den Kader zusammengestellt hat und von Chefcoach Enrico Maaßen, der die U23 charakterlich, taktisch und fußballerisch auf ein neues Level gehievt hat. Sie sind die Architekten des Erfolgs.

BVB-U23 steht ein neuer Umbruch bevor

Borussia Dortmund II ist also am Ziel angekommen und kann jetzt endgültig für die 3. Liga planen. Die ersten Schritte dafür hat der BVB bereits gemacht. Neue Spieler werden den Kader verstärken, manche Meisterhelden haben die Schwarz-Gelben aber auch verlassen. Enrico Maaßen steht also – wie schon vor einem Jahr – wieder ein kleiner Umbruch bevor, der in einer U23-Mannschaft gang und gäbe ist. Dass er Umbrüche so gut kann, dass sie in einen Drittliga-Aufstieg münden, hat er bewiesen. Nun erwartet den Fußballlehrer und seine Jungs ein neues, noch größeres Abenteuer – die 3. Liga.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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