BVB und Polizei räumen auf

Nach Dynamo-Krawallen

Das Spiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden geriet nach den Ausschreitungen der Gäste-Fans zur Nebensache. Die Polizei bilanzierte vorläufig 17 Verletzte und 15 Festnahmen, die Borussia 150.000 Euro Schaden im Signal Iduna Park. Und die Anhänger von Dynamo Dresden stellen sich weiter selbst ins Abseits.

DORTMUND

26.10.2011, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Leiter des Fan-Projekts von Dynamo Dresden, Torsten Rudolph, räumt zwar ein, dass die Fans des Vereins „wieder einmal die große Fernsehbühne gesucht“ hatten, „um ihr Bad-Boy-Image“ zu pflegen. Damit hätten die Chaoten dem Verein geschadet und die große Zahl der friedlichen Fans im Misskredit gebracht. Allerdings erhob der Dresdener auch Vorwürfe gegen die Polizei, die mit dem Einsatz von Pfefferspray „unverhältnismäßig“ reagiert habe. Dannach sei „die Lage nicht mehr zu beherrschen“ gewesen. Zumal auch einige der 24 Dynamo-Ordner Reizgas abbekommen hätten. „Vor dem Spiel schienen mir die Sicherheitskräfte einigermaßen überfordert“, so die Analyse des Fan-Projekt-Leiters. Die Dynamo-Fans hätten das Stadion deshalb gestürmt, weil vor Spielbeginn zeitweilig die Tore geschlossen worden seien. „So entstand für viele der Eindruck, dass sie nicht mehr ins Stadion kommen“, so Schade.

Die Polizei hat die Ermittlungsarbeit zu den am Dienstagabend begangenen Straftaten aufgenommen. Derzeit werden Zeugenaussagen aufgenommen und Videomaterial ausgewertet. Der Polizei liegen aktuell 17 Strafanzeigen vor. Polizeidirektor Peter Andres zeigte sich entsetzt: "Zuerst mal bin ich sehr froh, dass durch diese gewaltbereiten Straftäter niemand schwer verletzt wurde. Aber auch 17 Leichtverletzte, darunter zwei Polizeibeamte, sind zuviel für ein Fußballspiel. So massive Angriffe gegen die Polizei habe ich in meiner Laufbahn als Polizeiführer von Fußballeinsätzen noch nicht erlebt. Diese angeblichen 'Fußballfans' sind in meinen Augen Straftäter, die es nur auf gewalttätige Auseinandersetzungen abgesehen haben. Sie nutzen den Schutz der friedlichen Fans, um aus der Masse heraus ihre Gewalttaten zu begehen.". Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist tätig geworden. „Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen“, sagte DFB-Medienchef Ralf Köttker am Mittwoch. Dresden droht eine empfindliche Strafe, denn die Anhänger des Vereins gelten als Wiederholungstäter.

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