BVB-Urgestein Piszczek: Abschiedstour beginnt - diesmal ohne Hintertür

mlzBorussia Dortmund

Lukasz Piszczek geht in sein letztes Jahr als Bundesliga-Profi. Dieses Mal ohne Hintertür. Die elfte Saison im BVB-Trikot wird für den 35-Jährigen ganz besonders - in mehrfacher Hinsicht.

Dortmund

, 28.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allein aufgrund der Geisterspiel-Situation im vergangenen Mai und Juni hätte Lukasz Piszczek seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis Sommer 2021 verlängern müssen. Ein Abschied vor der leeren Südtribüne nach zehn erfolgreichen Jahren in Schwarz und Gelb - das wäre dem ehemaligen polnischen Nationalspieler wahrlich nicht gerecht geworden.

Piszczek hat seinen Wert für den BVB erneut unter Beweis gestellt

Es sind aber selbstverständlich die sportlichen Gründe, die Piszczeks Karriereende um ein Jahr nach hinten verschieben. Dortmunds Urgestein hat seine Stellenwert nach der Corona-Pause noch einmal unter Beweis gestellt: Er stand in allen neun Partien in der Startelf und führte die Mannschaft dabei jeweils als Kapitän aufs Feld. „Lukasz ist absoluter Führungsspieler in unserem Team, außerdem ist er auch körperlich in einer Top-Verfassung“, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

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Wenngleich die Spuren des Alters auch bei Piszczek erkennbar sind: In einigen Situationen fehlt das Tempo. Mit Disziplin, Erfahrung und absoluter Fitness kann er aber weiterhin auf dem höchsten Niveau mithalten.

Piszczek will sich mit einem Titel vom BVB verabschieden

Die letzte Saison als Bundesliga-Profi wird für Lukasz Piszczek dabei auf mehreren Ebenen besonders. Zum Abschluss soll natürlich noch einmal ein Titel mit dem BVB her. Zuletzt ist Dortmund in der Bundesliga zweimal knapp gescheitert. „Ich würde gerne noch etwas mit dem Verein gewinnen und werde weiter Gas geben, dass wir dieses Ziel viellicht noch erreichen.“

BVB-Urgestein Piszczek: Abschiedstour beginnt - diesmal ohne Hintertür

© Deltatre

Wahrscheinlich werden es für Piszczek in der Saison 2021/22 nicht ganz so viele Einsätze wie in der vergangenen Spielzeit (38) - doch in Anbetracht der Vielzahl an Partien im Herbst muss die Belastung auf mehrere Schultern verteilt werden. Aber: „Ich bin noch nicht verbrannt“, meinte Piszczek nach der Unterschrift des neuen Vertrags kämpferisch.

Piszczek-Abschied im Zeichen der Coronavirus-Pandemie

Die Umstellung von Vierer- auf Dreierkette im vergangenen Herbst hat dem ehemaligen Stürmer dabei durchaus in die Karten gespielt. „Ich glaube, ich kann mich gut in jede Rolle hineinversetzen und zeigen, dass ich das Spiel verstehe. Es ist ohnehin so, dass mein Gehirn alles abspeichert, was mit Fußball zu tun hat. Nach jedem Spiel mache ich meine persönliche Analyse und notiere mir, was ich gut gemacht habe - aber auch, was nicht so gut war“, sagte Piszczek zuletzt im Interview auf der vereinseigenen Homepage.

Die Abschiedstournee des Allrounders steht (leider) auch im Zeichen der Coronavirus-Pandemie. Bestenfalls teilweise gefüllte Stadien verbunden mit einer merkwürdigen Stimmung - so wird es zumindest in den ersten Bundesliga-Monaten ab Mitte September aussehen. Doch es lebt die Hoffnung, dass der Ball im Laufe der Rückrunde wieder vor ausverkauften Arenen rollen kann - und Lukasz Piszczek im Mai einen gebührenden Abschied erlebt.

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