BVB vor dem Rückrundenstart - an diesen Stellschrauben muss Lucien Favre noch drehen

mlzBorussia Dortmund

Der BVB geht mit einiger Ungewissheit in die Saisonfortsetzung. Denn trotz guter Vorbereitung hat der Tabellenführer einige kleinere und größere „Baustellen“, die es abzuarbeiten gilt.

Dortmund

, 15.01.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag startet Herbstmeister Borussia Dortmund mit dem schweren Auswärtsspiel bei RB Leipzig in die Bundesliga-Rückrunde. Mit dem Winter-Trainingslager in Marbella war Trainer Lucien Favre hochzufrieden. Dennoch muss er die Tage bis zum Start nutzen, um noch an einigen Schrauben zu drehen.

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Die Innenverteidigung:

Der BVB hat am Montag die Verpflichtung von Leonardo Balerdi von den Boca Juniors bekanntgegeben, sogleich aber betont, dass der 19-Jährige, der erst fünf Profispiele hinter sich hat, eine perspektivische Verstärkung sein soll. Dabei bestünde durchaus Bedarf für eine Soforthilfe: Abdou Diallo hat nach seinem im Spiel gegen Gladbach kurz vor Weihnachten erlittenen Muskelfaserriss in Spanien die Belastung sehr dosiert gesteigert und nur 45 Testminuten in den Beinen.

Ist Abdou Diallo schon wieder fit genug für Bundesliga-Fußball?

Ist Abdou Diallo schon wieder fit genug für Bundesliga-Fußball? © Inderlied

Dan-Axel Zagadou ist nach noch deutlich längerer Pause erst im Lauftraining und wohl noch keine Alternative für Leipzig. Manuel Akanji fehlt ohnehin, auch wenn die Nachricht, dass er nicht operiert werden muss, am Montag für Positiv-Stimmung sorgte. Ömer Toprak ist daher momentan gesetzt, um den Platz neben dem Türken streiten Diallo und Julian Weigl, dem sich auf ungewohnter Position eine neue Chance eröffnen könnte.

Paco Alcacer dürfte gegen Leipzig nur die Joker-Rolle einnehmen - das muss aber kein Nachteil sein...

Paco Alcacer dürfte gegen Leipzig nur die Joker-Rolle einnehmen - das muss aber kein Nachteil sein... © Inderlied

Der Sturm:

Paco Alcacer bleibt ein kleines Sorgenkind. Der Spanier verpasste große Teile des Teamtrainings im Trainingslager, weil er nach seinem Muskelfaserriss behutsam aufgebaut werden muss. Die beiden Testspiele zum Abschluss der Tage an der Costa del Sol fanden ohne den Torjäger statt. Und den Plan, ihn in den Tagen in Spanien auf höhere Belastungen vorzubereiten, musste Favre schon früh verwerfen. Für Leipzig dürfte damit Mario Götze erste Wahl sein. Dass er nicht zu den abschlussstärksten Borussen gehört, zeigte sich auch in den Tests unter spanischer Sonne.

Marco Reus verpasste große Teile des Trainingslagers - und ist erst jetzt wieder richtig gesund.

Marco Reus verpasste große Teile des Trainingslagers - und ist erst jetzt wieder richtig gesund. © Inderlied

Der Kapitän: Ein Magen-Darm-Infekt, den er sich wohl im Winterurlaub in Dubai eingefangen hatte, legte Marco Reus in Marbella flach – für fast eine komplette Woche. Erst kurz vor der Abreise nach Deutschland kehrte er mit leichtem Lauftraining auf den Platz zurück, verpasste aber die beiden offiziellen Testspiele und auch den inoffiziellen Test gegen Willem II. Auch Reus muss eine Woche reichen, um den Substanzverlust auszugleichen und sich für Leipzig in Form zu bringen.

Die Schärfe: „Wenn man die ersten 20 Minuten gegen Fortuna Düsseldorf gesehen hat, hatte man nicht das Gefühl, dass da jeder bei 100 Prozent war“, sagt Sportdirektor Michael Zorc. Gleich zum Rückrundenstart in Leipzig könnte jedes Prozent weniger für den BVB zum Problem werden. Und die Bayern lauern auf Ausrutscher des Tabellenführers aus Dortmund, dessen Vorsprung von sechs Punkten kein Ruhekissen ist. „Das ist jetzt so: Du guckst auf die Tabelle, Weihnachten kommt, dann Neujahr, du bist irgendwo im Urlaub und viele klopfen dir auf die Schulter. Die Zügel müssen jetzt wieder angezogen werden“, sagt der Dortmunder Sportdirektor. Zorc: „Die Gier im positiven Sinne, die Gier auf Erfolg, die müssen wir uns weiter erhalten.“

Lucien Favre hätte gerne alternative Spielsysteme einstudiert, dazu kam der BVB-Coach aber nicht.

Lucien Favre hätte gerne alternative Spielsysteme einstudiert, dazu kam der BVB-Coach aber nicht. © Inderlied

Die Taktik: Wegen der vielen Ausfälle im Training legte Favre in Spanien die Pläne, neben dem 4-2-3-1 ein oder zwei zusätzliche System einzustudieren, darunter auch eins mit Dreier/Fünferkette, schnell zu den Akten. Die Schwerpunkte lagen daher darin, das Spiel gegen tief stehende Gegner zu perfektionieren. In beiden Testspielen gab es unübersehbare Schwächen im Umschaltspiel nach Ballverlusten. Das darf sich der BVB nicht nur gegen die konterstarken Leipziger nicht erlauben.

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