Nach einem enttäuschenden Saisonstart hat sich Mario Götze beim BVB zurückgekämpft. Der 26-Jährige nimmt seine neue Rolle an - und gibt auf dem Trainingsplatz in Marbella Vollgas.

Marbella

, 06.01.2019, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ging eng und schnell zur Sache im Training, zehn gegen zehn Spieler ohne Tore, auf verkleinertem Spielfeld. Höchste Intensität hatte Co-Trainer Edin Terzic vorgegeben. Als Mario Götze nach einem Kampf um den Ball gegen zwei Gegenspieler an der Außenlinie den Ball verlor, reklamierter er. „Der war aus!“ Terzic ließ weiterspielen, Götze haderte kurz und sprintete dann dem Ball hinterher. Borussia Dortmunds Zehner geht mit vollem Einsatz zur Sache im Trainingslager in Marbella.

Neue Rolle angenommen

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Diese kleine Episode verdeutlicht, wie gut Götze seine Rolle beim BVB inzwischen angenommen hat. Er beklagt seit langer Zeit keine gesundheitlichen Rückschläge mehr, auch die Demütigungen zu Saisonbeginn, als er von Trainer Lucien Favre mehrfach nicht für den Kader nominiert wurde, hat er weggesteckt. Es wirkt, als habe der Hochbegabte, der seit seiner Rückkehr nach Dortmund im Sommer 2016 mit den hohen Erwartungen an sich selbst und den zu großen Hoffnungen der Öffentlichkeit kämpfte, seinen Weg wieder gefunden.

„Mario war immer mehr ein Vorbereiter, und wer dann die Kugel über die Linie schießt, ist letztlich egal.“
Michael Zorc

Seine Position im Team hat das gestärkt, seine neue Aufgabenbeschreibung als Teilzeit-Stürmer im Austausch mit Torjäger Paco Alcacer erfüllt er immer öfter zur Zufriedenheit des Trainers. „Er interpretierte diese Aufgabe vor allem mit seinen spielerischen Fähigkeiten“, sagt Sportdirektor Michael Zorc.

Beim letzten Hinrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach legte Götze zwei Treffer auf, erarbeitete und erspielte weitere gute Tormöglichkeiten. Der Jahresausklang machte Mut. Zorc betonte auf Nachfrage: „Da war er einer der Spieler, die den Unterschied ausgemacht haben.“ Dass dem 26-Jährigen die Torjäger-Qualitäten eines Paco Alcacer fehlen, weiß natürlich auch der Sportdirektor. „Mario war immer mehr ein Vorbereiter, und wer dann die Kugel über die Linie schießt, ist letztlich egal.“

Vertrag bis Sommer 2020

An die guten Eindrücke will Götze sofort anknüpfen. Diese Einschätzung bestätigt er auch in den Einheiten im Trainingslager in Marbella. Am Sonntag sollte er auch in einer Medienrunde seine aktuellen Eindrücke schildern, musste dann wegen einer Behandlung in der medizinischen Abteilung absagen. Was auch immer ihn gezwickt haben mag, am späten Nachmittag stand er wieder auf dem Platz und wirbelte.

Den Ball genau im Blick: Götze (r.) im Duell mit Raphael Guerreiro.

Den Ball genau im Blick: Götze (r.) im Duell mit Raphael Guerreiro. © Inderlied/Kirchner

Götze gehört zu den Spielern im BVB-Kader, deren Vertrag im Sommer 2020 ausläuft. Was bedeutet, dass er und der Verein sich alsbald Gedanken machen könnten, ob es zu einer noch längeren Zusammenarbeit kommt, zu einem vorzeitigen Wechsel oder ob er mit ungewisser Zukunft in sein letztes Vertragsjahr geht. „Da haben noch keine Gespräche stattgefunden“, erklärte Sportdirektor Zorc. Spielt Götze so weiter wie zuletzt gegen Gladbach, sammelt er Argumente für sich.

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