BVB zu Gast bei Zenit St. Petersburg: Es wird höchste Zeit für einen Sieg

Champions League

Mit einem Rumpfkader tritt der BVB in Sankt Petersburg an. Ein Sieg soll her für Platz eins in der Champions League, die üppige Prämie - und weil’s mal wieder Zeit wird.

Dortmund

, 08.12.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Kapitän Marco Reus dürfte gegen Zenit St. Petersburg in die Startelf zurückkehren.

BVB-Kapitän Marco Reus dürfte gegen Zenit St. Petersburg in die Startelf zurückkehren. © Groeger

Beim Rückflug aus Brügge kloppten die Borussen einige Partien Skat. Für zwei, drei Doppelkopf-Runden würde es auch bei der Reisegruppe Sankt Petersburg reichen. Viel mehr als eine Fußballmannschaft samt Trainer- und Betreuerstab umfasst der Dortmunder Reisetross allerdings nicht. Ohne Neun spielt der BVB am Dienstagabend bei Zenit (18.55 Uhr, live bei DAZN) um den Gruppensieg in der Champions League, will aber trotzdem auf Sieg setzen.

Die BVB-Ausfallliste ist übbipg besetzt

Die konkrete Liste der Ausfälle ist üppig und prominent besetzt. Sie umfasst neben den länger verhinderten Erling Haaland, Thomas Meunier (beide Muskelfaserriss), Reinier (Aufbautraining nach Corona-Infektion) sowie Marcel Schmelzer (Reha nach Knie-OP) auch noch Thomas Delaney (Rücken), Raphael Guerreiro, Mateu Morey (beide muskuläre Probleme), Manuel Akanji (Knieprobleme) und Mahmoud Dahoud (krank). Bei Akanji und Guerreiro zerschlug sich die Hoffnung, sie nach Russland mitnehmen zu können - die allergrößte Not besteht ohnehin nicht. Der Aderlass nötigt zwar zum Personalpuzzle, doch ohne Zweifel kann Trainer Lucien Favre immer noch eine exquisite Elf auf den Rasen schicken.

„Wichtig ist, dass wir bereits für das Achtelfinale qualifiziert sind“, sagte der 63-jährige Schweizer. Anders als zuletzt schwenkte er auch bei der die Zielsetzung für die Partie in Russland auf die Linie seiner Vorgesetzten ein. Sportdirektor Michael Zorc („Wir steigen in den Flieger, um dort zu gewinnen. Egal, welche Mannschaft spielt.“) und Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl („Wir wollen unbedingt einen Sieg einfahren und Tabellenführer in dieser Gruppe bleiben.“) hatten sich vehement dagegen ausgesprochen, die Partie in Petersburg mit Rücksicht auf den Endspurt vor Weihnachten abzuschenken.

BVB im Achtelfinale der Champions League - Auslosung am Montag

Das hat Favre inzwischen akzeptiert, er betonte auf Nachfrage: „Natürlich wollen wir gewinnen und die Gruppe auf Platz eins beenden.“

Finanziell wären 2,7 Millionen Euro zusätzlich in diesen Tagen, in denen die Spieler mit der Geschäftsführung über einen verlängerten Gehaltsverzicht bis Ende Juni 2021 sprechen, eine Wohltat. Ob es bei der Auslosung am 14. Dezember mit einem Tabellenzweiten der Parallelgruppen tatsächlich einen vermeintlich leichteren Gegner im Achtelfinale gibt, muss man abwarten.

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Das Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel in Sankt Petersburg

Die Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Champions-League-Spiel bei Zenit St. Petersburg.
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Mittelfeldstratege Axel Witsel ergänzte am Montag noch einen weiteren wichtigen Punkt in der Liste der Argumente, die gegen einen halbherzigen Betriebsausflug sprechen: Es wird schlicht und ergreifend höchste Zeit, nach dem 1:2 gegen Köln und den zwei 1:1-Unentschieden gegen Lazio und in Frankfurt mal wieder mit drei Punkten vom Platz zu stapfen. „Wir wollen auch gewinnen, um schnell zurück auf die Siegerstraße zu kommen“, sagte der Belgier, denn das sei auch bedeutsam fürs Gefühl für die folgenden Partien in der Bundesliga und im DFB-Pokal. Seine Forderung lautet: „Wir müssen uns konzentrieren.“

Der BVB kommt seit mehreren Wochen schwer in die Gänge

Und zwar von Anfang an. Seit mehreren Wochen kommt der BVB nur schwer in die Gänge, drei frühe Gegentore (Berlin, Köln, Frankfurt) erschwerten die Ausgangslage mit der engen Taktung zusätzlich. Mit müden Beinen einem Rückstand hinterherzulaufen, tut doppelt weh. Den Gegner mit einer fulminanten Anfangsoffensive einzuschüchtern, zählt jedoch nicht zum taktischen Repertoire des Trainers.

Überhaupt klemmt der Vorwärtsgang, seitdem Torjäger Haaland ausfällt. Beim abgeschlagenen russischen Vorzeigeklub Zenit dürften die am Samstag geschonten Marco Reus und Thorgan Hazard ihren nächsten Versuch starten, früher oder später winkt dem 16-jährigen Youssoufa Moukoko seine Premiere in der Königsklasse. Ob der Teenager dann auch bei der Skatrunde reizen darf, ist nicht bekannt.

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