BVB-Sportdirektor Michael Zorc bewertet das 1:1 gegen Lazio mit gemischten Gefühlen. © imago / Kirchner-Media
Champions League

BVB zwischen Freud und Leid: Zorc geht direkt in die Video-Analyse

Das Achtelfinale der Champions League ist für den BVB perfekt, doch vollste Zufriedenheit herrscht nicht vor. Ein Elfmeter sorgt für Ärger. Michael Zorc geht direkt in die Video-Analyse.

Michael Zorc stieg noch in der Nacht zu Donnerstag in die Video-Analyse ein, es wurde die volle Dröhnung Borussia Dortmund gegen Lazio Rom. Der BVB-Sportdirektor war durchaus geladen, an Schlaf war so schnell noch nicht zu denken. Der Ärger über Antonio Mateu Lahoz‘ Elfmeterpfiff aus der 65. Minute war allgegenwärtig, und die Freude über das bereits nach dem fünften Spieltag erreichte Achtelfinale in der Champions League hatte sich noch nicht so recht einstellen wollen.

BVB wäre gerne ohne Druck nach Sankt Petersburg gereist

Also habe er sich das Spiel zu Hause einfach nochmal angeschaut, erklärte Zorc am Donnerstag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten – und sein Fazit fiel durchwachsen aus: „Ich war mit der ersten Hälfte unter dem Strich einverstanden, vor allem die Viertelstunde vor der Pause war gut. Nach der Halbzeit wurde es dann schwieriger. Lazio hatte sicherlich den Vorteil, dass ihnen nur ein Sieg geholfen hätte, das Unentschieden bringt ihnen ja nicht wirklich was. So haben sie dann auch gespielt, das war nicht einfach für uns.“

Es sei am Ende ein „gemischtes Gefühl“, mit dem er aus diesem 1:1 herausgehe, erklärte Zorc. „Auf der einen Seite hätten wir es alle unterschrieben, wenn uns nach dem Spiel in Rom vor sechs Wochen jemand gesagt hätte, dass wir nach dem fünften Spieltag im Achtelfinale der Champions League stehen, auf der anderen Seite hätte ich mich sehr gefreut, wenn wir den Gruppensieg schon gegen Lazio perfekt gemacht hätten und ohne jeglichen Druck nach Sankt Petersburg geflogen wären.“

Keine BVB-Kaffeefahrt in den russischen Winter

Die Chance dazu war durchaus vorhanden gewesen. Raphael Guerreiro hatte den BVB kurz vor dem Pausenpfiff nach der schönsten Kombination der Partie in Führung geschossen. Doch der ehemalige Borusse Ciro Immobile hatte nach einer guten Stunde vom Elfmeterpunk den Ausgleich erzielt, weil der spanische Unparteiische Mateu Lahoz ein Foulspiel von Unglücksrabe Nico Schulz gegen Sergej Milinkovic-Savic erkannt hatte, wo keines gewesen war, und der Video-Schiedsrichter keine Anstalten gemacht hatte, an diesem Abend seine Arbeit aufzunehmen. „Dann ist das Ergebnis 1:1“, sagte BVB-Trainer Lucien Favre, „und es entspricht nicht der Wahrheit.“

Durch das Remis gegen Lazio sieht die Dortmunder Realität nun so aus, dass die BVB-Dienstreise zu Zenit St. Petersburg am nächsten Dienstag keine Kaffeefahrt in den russischen Winter wird. Bei noch sechs ausstehenden Pflichtspielen bis Weihnachten hätte darauf jeder beim BVB nur allzu gern verzichtet.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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