Christoph Moritz über Saisonstart und Hjulmand

Der BVB-Gegner

Christoph Moritz (24) hat sich in der Bundesliga etabliert. Im Gespräch mit Martin Niewiadomsky spricht der Ex-Schalker über die Partie gegen den BVB, die Besonderheiten des FSV und den verkorksten Saisonstart unter dem neuen Trainer Kasper Hjulmand.

MAINZ

von Martin Niewiadomsky

, 20.09.2014, 12:35 Uhr / Lesedauer: 5 min
Christoph Moritz (M.) trifft heute mit dem FSV Mainz 05 auf den BVB.

Christoph Moritz (M.) trifft heute mit dem FSV Mainz 05 auf den BVB.

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14. Spieltag: FSV Mainz 05 - BVB 1:3 (0:0)

Borussia Dortmund ist auch in der Fußball-Bundesliga zurück in der Erfolgsspur. Nach den beiden Niederlagen gegen Wolfsburg und Bayern München gewann der BVB etwas glücklich mit 3:1 (0:0) bei Mainz 05.
30.11.2013
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Manuel Friedrich (r.) jubelt mit Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang.© Foto: dpa
BVB-Jubel nach dem 3:1-Sieg in Mainz.© Foto: dpa
Abklatschen mit BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.).© Foto: dpa
Robert Lewandowski verwandelt den Elfmeter zum 2:1.© Foto: DeFodi
Gute Laune: der Mainzer Manager Christian Heidel (r.) und BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem Anpfiff.© Foto: dpa
Doppel-Torschütze Robert Lewandowski (r.) jubelt mit
Pierre-Emerick Aubameyang.© Foto: DeFodi
Erik Durm (r.) stoppt Sebastian Polter.© Foto: dpa
Nicolai Müller (l.) gewinnt das Kopfballduell gegen Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Marco Reus (l.) setzt sich gegen Johannes Geis durch.© Foto: dpa
Sven Bender (l.) musste bereits im ersten Durchgang ausgewechselt werden.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (r.) springt höher als Sebastian Polter.© Foto: DeFodi
Sven Bender (l.) verfolgt Nicolai Müller.© Foto: DeFodi
Trainer unter sich: Jürgen Klopp (vorne) und Thomas Tuchel.© Foto: dpa
Flugeinlage von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Den Ball genau im Blick: Sokratis.© Foto: DeFodi
Luftduell zwischen Sokratis (l.) und Shinji Okazaki.© Foto: DeFodi
Duell zwischen Jakub Blaszczykowski (r.) und Elkin Soto.© Foto: DeFodi
BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.© Foto: DeFodi
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Ich bin ja nicht im Ruhrgebiet aufgewachsen, daher habe ich diese Rivalität natürlich auch nicht so in mir. Es ist für mich jetzt eher ein spezielles Spiel, weil der BVB in den letzten Jahren zusammen mit den Bayern die prägendste Mannschaft in Deutschland war.

Ungewohnt war es eigentlich gar nicht. Wir hatten in der letzten Saison auch mal eine Phase, wo wir ein paar Spiele am Stück nicht gewonnen hatten, daher war es jetzt keine neue Erfahrung, dass hier auch etwas Unruhe aufkommt. Aber Mainz ist in Deutschland trotzdem immer noch ein Standort, wo so eine unruhige Phase noch am besten weggesteckt wird. Das sollten wir uns auch beibehalten. Da gehört natürlich dann auch das gesamte Umfeld dazu inklusive der Presselandschaft, die hier auch ruhiger ist als bei anderen Klubs. 

Die Gefahr sehe ich eher nicht. Ich glaube Harmonie wäre auch das falsche Wort. Wir kommen alle sehr gut miteinander aus. Aber in einer Fußballmannschaft muss man sich trotzdem tagtäglich miteinander auseinandersetzen und auch bei uns kämpfen beispielsweise momentan 28 Leute um elf freie Plätze. Harmonie kann da eigentlich gar nicht groß aufkommen.

Das hat uns auf jeden Fall gut getan. Es war unser erster Saisonsieg in einem Pflichtspiel in dieser Saison. Ausgenommen vielleicht vom 1:0 gegen Tripolis, aber das war ja dann im Nachhinein kein wirklicher Sieg. Daher tut uns der Sieg jetzt richtig gut. Man kann vorher immer viel reden und versuchen zu beruhigen, aber die beste Beruhigung ist ein Sieg.

Für mich persönlich nicht. Ich habe zwar schon mal in der Champions League gespielt, aber in den letzten zwei Jahren ja auch nicht mehr so regelmäßig, daher fühle ich mich jetzt nicht wirklich als Champions-League-Spieler. In der letzten Saison saß ich glaube ich dann zwar noch sechs Mal in der Champions League auf der Bank, aber da habe ich dann ja eher nur zugeguckt, auch wenn ich vielleicht die besten Plätze im Stadion hatte. Daher freue ich mich jetzt überhaupt wieder international gespielt zu haben, auch wenn es leider nur ganz kurz war. Wir müssen in nächster Zeit dann halt einfach wieder versuchen, in der Bundesliga in die internationalen Plätze zu kommen, auch wenn es natürlich genauso schwer sein wird, wie in der letzten Saison.

Nein, ich glaube nicht. Statt den Spielen haben wir dann ja immer Training. Wir hätten gerne ein paar mehr englische Wochen gehabt. Jetzt müssen wir halt versuchen, daraus einen Vorteil zu ziehen, dass wir uns im Training auch gut einspielen können. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Mannschaften, die nicht international im Einsatz sind, dann in der Liga vielleicht etwas leichter tun. Klar Mannschaften wie Dortmund oder Bayern haben da keine Probleme, aber die anderen Teams, die nicht so einen Kader haben, tun sich mit der Konstanz in der Bundesliga dann vielleicht schwerer.

rstmal ist es natürlich auch für ihn eine schwierige Situation, Thomas Tuchel hat hier viele Jahre gute Arbeit geleistet. Er hat das Mainzer Spiel geprägt und dazu auch noch mit der Qualifikation zur Europa League richtig Erfolg gehabt. Da hätte Kasper Hjulmand sich als direkter Nachfolger sicher auch einen besseren Start gewünscht. Er hat dennoch Ruhe ausgestrahlt und weiter seine Idee vom Fußball durchgezogen. Das entspricht vielleicht auch seinem Naturell. Im täglichen Umgang ist er eher etwas zurückhaltender als beispielsweise Thomas Tuchel. Er kritisiert natürlich auch, aber eben auf eine andere Art und Weise.

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14. Spieltag: FSV Mainz 05 - BVB 1:3 (0:0)

Borussia Dortmund ist auch in der Fußball-Bundesliga zurück in der Erfolgsspur. Nach den beiden Niederlagen gegen Wolfsburg und Bayern München gewann der BVB etwas glücklich mit 3:1 (0:0) bei Mainz 05.
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Manuel Friedrich (r.) jubelt mit Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang.© Foto: dpa
BVB-Jubel nach dem 3:1-Sieg in Mainz.© Foto: dpa
Abklatschen mit BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.).© Foto: dpa
Robert Lewandowski verwandelt den Elfmeter zum 2:1.© Foto: DeFodi
Gute Laune: der Mainzer Manager Christian Heidel (r.) und BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem Anpfiff.© Foto: dpa
Doppel-Torschütze Robert Lewandowski (r.) jubelt mit
Pierre-Emerick Aubameyang.© Foto: DeFodi
Erik Durm (r.) stoppt Sebastian Polter.© Foto: dpa
Nicolai Müller (l.) gewinnt das Kopfballduell gegen Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Marco Reus (l.) setzt sich gegen Johannes Geis durch.© Foto: dpa
Sven Bender (l.) musste bereits im ersten Durchgang ausgewechselt werden.© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (r.) springt höher als Sebastian Polter.© Foto: DeFodi
Sven Bender (l.) verfolgt Nicolai Müller.© Foto: DeFodi
Trainer unter sich: Jürgen Klopp (vorne) und Thomas Tuchel.© Foto: dpa
Flugeinlage von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Den Ball genau im Blick: Sokratis.© Foto: DeFodi
Luftduell zwischen Sokratis (l.) und Shinji Okazaki.© Foto: DeFodi
Duell zwischen Jakub Blaszczykowski (r.) und Elkin Soto.© Foto: DeFodi
BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.© Foto: DeFodi
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Die Leute, die jetzt noch dazugekommen sind, haben sich direkt nahtlos eingefügt. Bis auf Jairo sprechen auch alle gut Deutsch oder Englisch. Aber auch er hat innerhalb der Mannschaft zwei, drei Jungs, mit denen er sich eben auch auf Spanisch unterhalten kann. Das läuft alles ohne Probleme und ich denke, dass die Jungs uns in den nächsten Wochen gut weiterhelfen werden.

Uns Spielern wahrscheinlich eher weniger, wir kennen die Gegenspieler eigentlich alle, weil wir uns im Fernsehen auch regelmäßig die Champions League oder Bundesliga ansehen. Jonas hat sich, so wie es zu erwarten war, wunderbar integriert. Auch bei unserem Mannschafts-Pokertisch hat er bei der Rückfahrt aus Berlin, sein können schon unter Beweis gestellt.

Ich kann im defensiven Mittelfeld spielen oder auch offensiver auf der Außenposition. Beide Positionen gefallen mir. Defensiv hat man mehr Ballkontakte, offensiver kann man dann natürlich mehr Risiko gehen. Als Spieler muss ich mich darauf einstellen, das ist auch kein Problem. So lange es bei meinen zwei Positionen bleibt und ich nicht irgendwann auch noch ins Tor muss, ist alles in Ordnung.

Für mich läuft es in Mainz richtig gut. Für mich war der Wechsel nach zweieinhalb Jahren mit Verletzungen  und auch der Reservisten-Rolle der richtige Schritt. Als Spieler entwickelst du dich nur weiter, wenn du auch spielst. Vergangene Saison habe ich dann einen richtigen Schritt nach vorne gemacht und ein Stück weit auch den Spaß am Fußball zurückgefunden. Es hat mir natürlich immer Spaß gemacht, aber jetzt vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit einem Lächeln auf den Platz gehe, daher muss ich alles richtig gemacht haben.

Ja das bietet sich ja an, ich wohne vielleicht fünf Minuten vom Trainingsplatz entfernt. Also es ist jetzt keine große Strecke, bei der ich mich sportlich betätigen muss, es ist eher ein lockeres ausfahren.

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31. Spieltag: BVB - FSV Mainz 05 4:2 (2:1)

Es war ein tolles Fußball-Erlebnis, das der BVB und Mainz den 80.500 Zuschauern boten. Nach dem 4:2 ist es klar: Dortmund hat zum vierten Mal nacheinander den Start in der Champions League sicher.
19.04.2014
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Kraftvoller Jubel: Lukasz Piszczek nach seinem Treffer zum 3:2.© dpa
Mit der Hand den Treffer verhindert: Schiri Markus Schmidt zeigt Niko Bungert (M) die Rote Karte.© dpa
Oliver Kirch setzt sich gegen Yunus Malli durch.© dpa
Hier wird geschoben: Nikolce Noveski gegen Robert Lewandowski.© DeFodi
Lukasz Piszczek im gemeinsamen Jubel mit Marco Reus.© dpa
Enttäuschung nach dem 1:1: Mitchell Langerak wirft den Ball zurück zum Anstoßpunkt.© dpa
Gegen zwei: Robert Lewandowski und Christoph Moritz (l) sowie Johannes Geis.© dpa
Lukasz Piszczek behauptet sich gegen Choupo-Moting.© dpa
Torjubel von Lukasz Piszczek.© DeFodi
Wie immer unter Strom: Jürgen Klopp.© Foto: DeFodi
Befreiter Jubel nach dem 3:2.© DeFodi
Marco Reus, einer der besten Dortmunder gegen Mainz, jubelt nach dem verwandelten Foulelfmeter.© DeFodi
Skeptischer Blick: Jürgen Klopp.© DeFodi
Junior Diaz im Zweikampf mit Milos Jojic.© DeFodi
Robert Lewandowski setzt sich hier gegen Johannes Geis durch.© DeFodi
Torhüter Loris Karius gegen Henrikh Mkhitaryan.© DeFodi
Mit Haken und Ösen: Erik Durm und Zdenek Pospech.© DeFodi
Thomas Tuchel war nicht zufrieden.© DeFodi
Marco Reus setzt sich gegen Johannes Geis durch.© DeFodi
Tor! Hier trifft Robert Lewandowski zum 2:1.© DeFodi
Robert Lewandowski bejubelt seinen 18. Saisontreffer.© DeFodi
Henrikh Mkhitaryan, Robert Lewandowski und Milos Jojic klatschen sich nach dem treffer zum 2:1 ab.© DeFodi
Muss hier ganz schön durchpusten: Robert Lewandowski gegen Niko Bungert.© DeFodi
Dieses Mal hat Loris Karius den Ball sicher.© DeFodi
Mats Hummels hält gegen Niko Bungert den Kopf hin.© DeFodi
Sokratis, Nuri Sahin, Torschütze Oliver Kirch, Milos Jojic und Lukasz Piszczek (v.l.) jubeln nach dem Tor zum 1:0.© Foto: dpa
Oliver Kirch trifft hier gegen Loris Karius zum 1:0.© dpa
Da ist er zum zweiten Mal drin: Robert Lewandowski muss nach dem Pass von Mkhitaryan nur noch einschieben.© dpa
Eric Durm, Torschütze Robert Lewandowski, Lukasz Piszczek und Milos Jojic freuen sie über die erneute Führung.© dpa
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Ich kannte es von Schalke etwas anders, da war es immer sehr unruhig. Bei jeder Kleinigkeit wurde ja immer direkt alles hinterfragt und alle waren unzufrieden im Umfeld. Das ist hier alles ein bisschen anders und ruhiger. Beim FSV kann jeder einzelne einfach in Ruhe arbeiten.

Wenn es irgendwann mal so kommen sollte, dann nehmen wir es gerne mit. Aber ich glaube nicht, dass hier für die nächsten Jahre ein Titel eingeplant ist. Im DFB-Pokal kann man mit etwas Losglück natürlich schnell was erreichen, auch wenn wir dieses Jahr schon wieder bei einem unterklassigen Verein rausgeflogen sind. Wir haben da auf jeden Fall noch viel Luft nach oben. Aber mit der Deutschen Meisterschaft warten wir glaube ich erstmal noch zehn Jahre in Mainz.

Wir sollten uns vielleicht nicht auf ein Wettrennen einlassen. Also ich glaube gegen Aubameyang wird’s schwierig, wenn ihn ein einzelner Verteidiger im Sprint ablaufen soll. Ich habe gelesen, dass er knapp 35 km/h schnell sprinten kann, ich habe da locker vier, fünf km/h weniger. Die Qualität des BVB gerade in der Offensive ist schon brutal. Aber Fußball wird zum Glück Elf gegen Elf gespielt, wir werden als Team versuchen, dem BVB das Leben schwer zu machen. Letztes Jahr haben wir es fast geschafft, leider aber dann doch zwei Mal verloren. Wir sind der Underdog und Dortmund reist eigentlich mit der Pflicht an, hier drei Punkte mitzunehmen. Aber wir spielen zu Hause, vielleicht schaffen wir es ja diesmal, zumindest einen Punkt zu behalten.

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