Corona-Zwangspause: BVB-Spieler Emre Can „ärgert es extrem“

Borussia Dortmund

Vor der Corona-Zwangspause hat sich Winter-Neuzugang Emre Can beim BVB bemerkenswert schnell integriert. Es lief gut für den Nationalspieler. Jetzt juckt es ihm in den Füßen.

Dortmund

, 04.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Profi Emre Can will wieder Fußball spielen.

BVB-Profi Emre Can will wieder Fußball spielen. © picture alliance/dpa

Emre Can kann sich glücklich schätzen, trotz oder gerade wegen der Coronakrise. Vor einem halbe Jahr fristete er noch ein unbefriedigendes Dasein als Reservespieler bei Juventus Turin, jetzt ist er ein Führungsspieler bei Borussia Dortmund. Und nicht allein das: Wäre er noch in Italien, hätten die Auswirkungen der Pandemie ihn weitaus stärker getroffen. Dort dürfen Fußballprofis erst seit diesem Montag wieder auf den Rasen – ganz alleine! „Ich bin sehr froh, denn ich bin im richtigen Moment zurückgekommen“, sagt der Defensivspezialist beim Talkformat DFB@Home. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir hier zumindest in Kleingruppen trainieren können.“

BVB-Profi Emre Can verärgert über Corona-Zwangspause

Die verrückten ersten Wochen in Dortmund weiß Can einzuschätzen. Vieles lief gut, auch für ihn persönlich gelang der Neuanfang in Deutschland. Doch das Aus in den Pokalwettbewerben trübt die ordentliche schwarzgelbe Zwischenbilanz in der Bundesliga. Den gebürtigen Frankfurter, der nach Stationen in München, Leverkusen, Liverpool und Turin bei den Westfalen gelandet ist, wurmt die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie. „Mich ärgert es extrem“, betont er, „aber wir alle müssen positiv und stark bleiben und versuchen, die Zeit zu überstehen.“ Aktuell herrsche eine Situation, „die es nach dem 2. Weltkrieg noch nicht gegeben hat, aber wenn wir uns an die Vorschriften halten und diszipliniert sind, wird die Zeit hoffentlich schnell vorbeigehen“.

Dann soll es endlich, so hofft er, auch Gelegenheiten geben, die Umgebung seines neuen Zuhauses zu erkunden. „Mir gefällt es in Dortmund gut. Ich habe außerhalb des Platzes nicht viel gesehen. Erst hatten wir viele Spiele in kurzer Zeit, jetzt kann man wegen Corona nicht viel unternehmen.“ Im Verein „passt es aber“.

BVB-Profi Can will sich für Nationalmannschaft empfehlen

Beim BVB will sich Can, der für die Dreierkette oder im defensiven Mittelfeld vorgesehen ist, weiter für die Nationalmannschaft empfehlen. Dazu bleibt, wegen der ins Jahr 2021 verlegten Europameisterschaft, jetzt noch mehr Zeit als im Winter gedacht. „Die Nationalmannschaft hat bei meinem Wechsel sicher auch eine Rolle gespielt, aber mir war es vor allem wichtig, dass ich wieder Fußball spielen konnte. Zuletzt hatte ich keine schöne Zeit in Turin, ich habe nicht viel gespielt.“

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Deswegen hofft der 26-jährige Deutsch-Türke auch, dass die Bundesliga bald fortgesetzt werden kann. Can juckt es in den Füßen. Sein Ziel: Titel gewinnen, mit dem BVB und mit dem DFB, und dabei mit seiner Art zu spielen begeistern. „Als Spieler gebe ich alles für meine Mannschaft, ich bin kein Egoist. Ich will vorangehen und ich glaube, ich kann nicht nur kämpfen, sondern auch Fußball spielen.“

Emre Can will die Bodenhaftung nicht verlieren

Protz und Prunk interessiert Can weniger, Social Media („Was mich selbst angeht, weiß ich, dass ich viel besser werden kann, weil ich nicht so viel poste. Ich müsste mehr Privates posten und will das auch, aber das klappt manchmal nicht.“) liegt ihm nicht im Blut. Was ihn kennzeichne, sei seine Herkunft, meint er. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen und habe Leute, die mich wieder auf den Boden zurückholen. Familie und Freunde haben damit viel zu tun.“ Er sei immer „ein entspannter Typ“ gewesen und geblieben.

Und sehr gerne würde er wieder richtig Fußball spielen.

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