Da Silva: Neuer Vertrag nur noch eine Frage der (Lauf-)Zeit

Vom Gast zum Meister

Deutscher Meister mit dem BVB? Toni da Silva schüttelt mit dem Kopf. „Nein, damit habe ich im Sommer 2010 ganz sicher nicht gerechnet“, sagt er. Binnen zehn Monaten ist aus dem BVB-Trainingsgast der erste Einwechselspieler des Klubs geworden. Und im Endspurt wird er noch wichtiger.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 20.04.2011, 08:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Borussia Dortmunds Toni da Silva (r.), hier im Zweikampf mit Freiburgs Cedric Makiadi, übernimmt in den letzten Saisonwochen die Rolle von Nuri Sahin in der defensiven Schaltzentrale.

Borussia Dortmunds Toni da Silva (r.), hier im Zweikampf mit Freiburgs Cedric Makiadi, übernimmt in den letzten Saisonwochen die Rolle von Nuri Sahin in der defensiven Schaltzentrale.

Durch den wochenlangen Ausfall des jungen Türken, der sich am vergangenen Sonntag im Spiel gegen den SC Freiburg einen Teilriss des Innenbands im rechten Knie zuzog, ist die Bahn frei für den 32-Jährigen. „Und ich möchte dem Trainer zeigen, dass er sich auch dann zu 100 Prozent auf mich verlassen kann, wenn ich von Anfang an auf dem Platz stehe.“ Sein Ex-Trainer und Freund Jürgen Klopp war es, der seinem früheren Mainzer Schützling im Sommer 2010 die Chance eröffnete, sich beim BVB fit zu halten. Da Silva fand keinen neuen Verein, der Karriere des deutschen Meisters von 2007 (mit dem VfB Stuttgart) drohte ein trauriges Ende.

Doch da Silva kämpfte, bot sich im Training an und zeigte, dass er noch über den nötigen Biss und die nötige Qualität verfügt, um höchsten Ansprüchen zu genügen. Als Lohn bekam er einen Ein-Jahres-Vertrag offeriert – und griff zu. Heute sagt er, es sei eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. 18 Mal schenkte Klopp ihm im Laufe der Saison sein Vertrauen (17 Mal eingewechselt, ein Tor, zwei Vorlagen). Stets bewies da Silva, dass er seine Arbeitspapiere keineswegs nur als Freundschaftsdienst bekommen hatte. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich sofort da“, sagt der Sechser. Und gebraucht wird er nach dem Ausfall Sahins und der erneuten Verletzung von Sebastian Kehl in den letzten vier Spielen mehr denn je.

Auch die Verantwortlichen der Borussia wissen, was sie an dem Linksfuß haben. Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung laufen und dürften schon bald zum Abschluss gebracht werden. Strittig ist allein noch die Laufzeit. Während der BVB zu einem erneuten Ein-Jahres-Vertrag tendiert, wünscht sich da Silva zusätzlich eine Option auf ein weiteres Jahr bei den Schwarzgelben. „Natürlich würde sehr gerne bleiben“, so da Silva. „Es macht riesigen Spaß mit den Jungs und dem Trainer. Die Mannschaft hat eine große Zukunft, da wäre ich gerne dabei.“ Zusätzliche Argumente für seine Verhandlungsposition kann er in den nächsten Spielen als Teil der potenziellen Meistermannschaft sammeln …  

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