Darum könnte Köln der neue Nürnberg-Moment für Achraf Hakimi werden

mlzBVB-Außenverteidiger

Achraf Hakimi nutzt gegen den 1. FC Köln seine Chance. Am Ende ist er der umjubelte BVB-Siegtorschütze – und darf nun auf einen Platz in der Startelf hoffen.

Köln

, 26.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach 86 Minuten tauchte Achraf Hakimi dort auf, wo man einen Linksverteidiger eher selten trifft – im gegnerischen Fünf-Meter-Raum. Hakimi kam mit Wucht angerauscht, mit Entschlossenheit, mit dem unbedingten Willen, das Tor zu erzielen. Und er erzielte das Tor. Ein sehr wichtiges. 2:1 gegen den 1. FC Köln, Spiel gedreht, Borussia Dortmunds perfekter Saisonstart war perfekt.

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Für Hakimi war es der Schlusspunkt eines ziemlich perfekten Joker-Einsatzes. Der Marokkaner wurde nach 62 Minuten für den in Köln enttäuschenden Nico Schulz eingewechselt, sammelte in der letzten halben Stunde des Spiels stolze 40 Ballaktionen und sorgte nicht nur wegen seines Tores für mehr Durchschlagskraft im bis dato lahmenden BVB-Offensivspiel.

Lob für Hakimi von Favre und Reus

Entsprechend deutlich fiel das Lob des Trainers nach der Partie aus. „Die Einwechslungen haben uns direkt sehr geholfen“, sagte Lucien Favre, „das hat sich gleich bemerkbar gemacht“. Favre meinte damit zum einen Neuzugang Julian Brandt, der zeitgleich mit Hakimi eingewechselt wurde und für Belebung im Zentrum sorgte, er meinte aber eben auch Hakimi, der auf der Position hinten links neuen Schwung brachte.

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Marco Reus verteilte ebenfalls Komplimente. „Wir haben anders Fußball gespielt mit den beiden. Achraf hat gezündet auf der Außenbahn, Julian hat gute Lösungen aus der Tiefe gefunden“, sagte der BVB-Kapitän.

Immer nah dran, aber nicht mittendrin

Hakimi dürfte die warmen Worte mit einer gewissen Genugtuung vernommen haben. In den ersten vier Pflichtspielen blieb ihm beim Anpfiff stets nur der Platz auf der Ersatzbank. 15 Minuten Spielzeit beim 2:0 im Supercup gegen Bayern München, 14 Minuten beim 2:0 im DFB-Pokal gegen den KFC Uerdingen, 22 Minuten beim 5:1 gegen den FC Augsburg zum Bundesliga-Auftakt und jetzt eben 28 Minuten beim 3:1 gegen den 1. FC Köln: Hakimi war immer nah dran, aber nicht mittendrin. Lukasz Piszczek erhielt hinten rechts den Vorzug, Schulz hinten links.

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Dafür gab und gibt es nachvollziehbare Gründe. Wegen des Afrika-Cups in diesem Sommer stieg Hakimi deutlich später in die Saison-Vorbereitung ein als die Konkurrenz auf den defensiven Außenbahnen. Der 20-Jährige verpasste die USA-Reise und kehrte erst Ende Juli aus dem Urlaub zurück. Spätestens seit Freitagabend aber drängt Hakimi – genau wie Brandt – in die Startelf.

Schulz könnte in Berlin für Hakimi weichen

Die Leihgabe von Real Madrid will in seinem zweiten und sehr wahrscheinlichen letzten Jahr bei Borussia Dortmund mehr als nur eine Ergänzung sein. Schulz, bislang hinten links gesetzt, muss sich sorgen, dass er am kommenden Wochenende, wenn es in seiner Heimatstadt Berlin gegen Aufsteiger Union geht, nicht länger den Vorzug vor Hakimi erhält.

Darum könnte Köln der neue Nürnberg-Moment für Achraf Hakimi werden

Achraf Hakimi erzielt das 2:1 gegen den 1. FC Köln. © imago

Für Hakimi, der sowohl links als auch rechts verteidigen kann, ist die Situation, dass er sich gedulden muss, nicht neu. In der vergangen Spielzeit blieb er an den ersten vier Spieltagen in der Liga ohne eine einzige Spielminute. Doch danach ging sein Stern beim BVB schneller auf, als der Mann, der in der vergangenen Saison mit über 35 Kilometern in der Stunde geblitzt wurde, die Außenbahn hoch und runter sprinten kann.

Hakimis Geschichte könnte sich wiederholen

Am fünften Spieltag stand er beim 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg erstmals in der Startelf des BVB, es folgten zehn weitere Einsätze von Beginn an in der Bundesliga. Damals erzielte er gegen Nürnberg übrigens auch ein Tor. Es war der Startschuss für eine furiose Hinrunde Hakimis. Mal sehen, ob sich die Geschichte wiederholt.

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