Darum sind die BVB-Neuzugänge Hummels, Brandt, Schulz und Hazard echte Verstärkungen

mlzNach Hoeneß-Stichelei

Bayern-Präsident Uli Hoeneß zweifelt an der Qualität der BVB-Neuzugänge. Matthias Sammer springt ihm zur Seite - und doch hat Borussia Dortmund die Nase auf dem Transfermarkt vorne.

Dortmund

, 09.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Das Thema Transfermarkt ist derzeit nicht unbedingt Uli Hoeneß‘ Lieblingsthema, daraus macht der Präsident vom FC Bayern München keinen Hehl. Und es läuft ja derzeit auch offenkundig nicht alles rund beim Rekordmeister in puncto Neuverpflichtungen. Drei neue Spieler sind bislang da, Benjamin Pavard kommt für 35 Millionen Euro vom Absteiger VfB Stuttgart nach München, Lucas Hernandez für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid und Jann-Fiete Arp für drei Millionen Euro vom Immer-noch-Zweitligisten Hamburger SV.

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120 Millionen Euro für drei Spieler

Gekostet haben diese drei Namen zusammen fast 120 Millionen Euro, das ist sehr viel Geld. Und doch ist es alles derzeit irgendwie zu wenig, um den Münchner Ansprüchen gerecht zu werden – und natürlich diesem vermaledeiten Zitat, das seit mehr als vier Monaten über der Säbener Straße kreist wie ein Polizeihubschrauber auf der Suche nach Verbrechern. „Wenn sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die kommende Saison…“. Sie wissen schon, im Doppelpass auf Sport1 wird Sonntag für Sonntag eben viel Mist erzählt, bei Hoeneß fällt das nur besonders auf.

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Rückblickend betrachtet klingt die Lüge des einen ein bisschen wie die Wahrheit des anderen. Während der FC Bayern noch fleißig nach Personal fahndet, geht es bei Borussia Dortmund in erster Linie nur noch darum, den Kader zu verkleinern. Mats Hummels, Julian Brandt, Nico Schulz und Thorgan Hazard stoßen zum Team und sind allesamt heiße Anwärter für die erste Elf von BVB-Trainer Lucien Favre, dazu kommt Mateu Morey als Perspektivspieler für die Defensive. Gekostet haben diese fünf Namen rund 110 Millionen Euro, auch das ist sehr viel Geld, aber der Effekt in der Öffentlichkeit fällt für Borussia Dortmund deutlich positiver aus als für Bayern München, vermutlich auch deshalb, weil zumindest mit der Hummels-Verpflichtung lange Zeit niemand gerechnet hat.

Koan Sané, koane gute Laune

Der Transfercoup des Sommers, den ganz Fußball-Deutschland seit Hoeneß‘ Doppelpass-Auftritt eigentlich in München erwartet hatte, er ist Stand jetzt Borussia Dortmund geglückt. Die „Koan Neuer“-Plakate einiger Bayernfans aus dem Jahr 2011, die sich damals gegen einen Wechsel des ehemaligen Schalke-Torwarts richteten, sind in diesen Tagen dabei, zum Symbol für die Erfolge des deutschen Meisters auf dem Transfermarkt zu werden. Koan Sané, koan Rodrigo, koan Werner. Koane gute Laune.

Darum sind die BVB-Neuzugänge Hummels, Brandt, Schulz und Hazard echte Verstärkungen

Zweifelt an der Qualität der BVB-Neuzugänge: Uli Hoeneß. © imago

Vielleicht hat Hoeneß auch deswegen Stellung zu Borussia Dortmunds Sommertransfers bezogen. „Der BVB hat viele Spieler gekauft. Ob er sich verstärkt hat, sehen wir im Laufe der Saison“, äußerte er jüngst. Immerhin Matthias Sammer, externer Berater beim BVB, sprang seinem früheren Chef am Wochenende zur Seite: „Ich bin bei Uli Hoeneß, der gesagt hat: Alles, was der BVB gemacht hat, muss sich ja erst einmal beweisen. Wer das sagt, der weiß, wie Fußball funktioniert. Es ist die Wahrheit.“

Ab Mittwoch wird geschuftet

Die Wahrheit ist auch, dass über die Dortmunder Neuzugänge ganz schön viel gesprochen wird, obwohl die meisten von ihnen die Arbeit noch gar nicht aufgenommen haben. Nur Hummels und Morey sind schon im Training, Brandt, Schulz und Hazard schlagen erst ab Mittwoch ihre Zelte auf dem Trainingsgelände in Brackel auf. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich dann bis auf Morey alle Neuzugänge ziemlich schnell als Verstärkung herausstellen werden. Das wird auch Sammer hoffen und glauben, der schließlich all diese Namen in der oft zitierten Elefantenrunde mit diskutiert hat. Hoeneß wird es vermutlich zumindest befürchten.

Hummels als Abwehrchef, Brandt als zusätzliche Option im offensiven Zentrum oder auf dem Flügel, Schulz als Lösung für die Problemstelle hinten links und Hazard als Ersatz für Christian Pulisic und womöglich Raphael Guerreiro – es fällt schwer, nicht daran zu glauben, dass der BVB-Kader in der Saison 2019/2020 besser aufgestellt ist als in der zurückliegenden Spielzeit. Alle Vier kennen die Bundesliga seit vielen Jahren, sprechen Deutsch, waren Leistungsträger in ihren Vereinen, wissen, was beim BVB auf sie wartet und was in Dortmund von ihnen erwartet wird.

Ab Mittwoch werden sie daran arbeiten, sich als Verstärkung für Borussia Dortmund zu erweisen. Ob’s klappt? Wenn Sie wüssten, was alles passieren wird in der kommenden Saison… . Wäre ja auch irgendwie langweilig.

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