"Das alles war gut für das Selbstbewusstsein"

Klopp im Interview

Durch den 4:0-Sieg gegen restlos überforderte Augsburger kletterte Borussia Dortmund am Samstag zumindest für eine Nacht auf Platz vier des Bundesliga-Klassements. Nach dem zweiten nationalen Erfolg in Serie, der den misslungenen Saisonstart des Meisters deutlich abfederte, sprachen wir mit BVB-Trainer Jürgen Klopp.

DORTMUND

von Aufgezeichnet von Sascha Fligge

, 01.10.2011, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Klopp jubelt über den Treffer zum 2:0.

Jürgen Klopp jubelt über den Treffer zum 2:0.

Nein, denn ich glaube nicht, dass ein Tor Augsburg noch inspiriert hätte, Angriffsfußball zu zelebrieren. Offenbar wollten wir ganz kurz das Hannover-Spiel wieder wachrufen. Aber Gott sei Dank hat Roman den Strafstoß von Sankoh pariert. Weil Augsburg hier auch in der Folgezeit keine Anstalten gemacht hat, wild nach vorne zu rennen, ist meine Mannschaft ruhig geblieben, hat sich nicht locken lassen und noch zwei wunderschöne Tore erzielt. Das alles war gut für die Tabelle und gut für das Selbstbewusstsein!

Nein. Bei Shinji war es sicher auch eine Kraftfrage. Er hat einen überragenden Charakter und ruft immer alles ab, was sein Körper gerade hergibt. In der kommenden Woche muss er wieder an den A… der Welt fliegen, um für sein Nationalteam zu spielen. Jetzt wird er das ausnahmsweise mal in ausgeruhtem Zustand machen. Mit Neven habe ich vor dem Spiel über seine Nichtberücksichtigung gesprochen.

Ja, denn ich habe ihn darauf vorbereitet, dass die Presse sein Fehlen in der Startelf womöglich so interpretieren wird, dass ich ihn damit für irgendeinen Fehler bestrafe.

Natürlich! Ich habe schon vor der Saison mit beiden Innenverteidigern besprochen, dass auch mal rotiert werden muss. Es wird die Zeit kommen, in der wir Felipe Santana benötigen. Und es kann nicht sein, dass er an diesem Tag auf sechs Monate ohne Praxis zurückblickt. Neven hat deshalb nicht gespielt, weil er so lange ständig auf dem Platz stand. Und weil Felipe zu nah dran ist, um überhaupt keine Einsatzzeiten zu erhalten.

Er ist erst 20 Jahre alt, und wir wussten, dass wir mit ihm arbeiten müssen. Natürlich gibt es Dinge, die er noch besser machen kann. Sein Passspiel etwa kann deutlicher in den Offensivbereich ausgerichtet werden. Aber Sie haben ja heute bei Robert Lewandowski (drei Tore, eine Vorlage, d. Red.) gesehen, was ein Spieler leisten kann, wenn man als Trainer beharrlich bleibt und nicht sofort mitschwingt, wenn der erste Wind bläst.

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