Das bedeutet der Transfer von Erling Haaland für die anderen BVB-Angreifer

mlzBorussia Dortmund

Die BVB-Fans fühlen sich mit dem Haaland-Transfer nachträglich reich beschenkt. Für die Konkurrenten des Norwegers in der Dortmunder Offensive sind es dagegen weniger gute Nachrichten.

Dortmund

, 30.12.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erling Haaland kommt zum BVB. Der Norweger hat sich auch für Borussia Dortmund als neuen Klub entschieden, weil er hier Einsatzzeiten bekommen wird. Der 19-Jährige will sich entwickeln, den nächsten Karriereschritt gehen, wie es schon Christian Pulisic oder Jadon Sancho vor ihm in Dortmund geschafft haben.

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Um den Knipser dauerhaft auf der Ersatzbank zu platzieren, stemmt die Borussia das 80-Millionen-Euro-Paket rund um den jungen Norweger aus Ablöse, Gehalt und Berater-Boni sicher nicht.

Paco Alcacer hat seinen Startelf-Platz vorerst verloren

Haaland wird vor allem mit Paco Alcacer um den Platz in der Sturmspitze streiten. Und zum Start der Rückrunde dürfte der junge Norweger in diesem Duell erst einmal die Nase vorn haben.

Paco Alcacer musste beim BVB zuletzt regelmäßig auf der Bank Platz nehmen.

Paco Alcacer musste beim BVB zuletzt regelmäßig auf der Bank Platz nehmen. © Kirchner-Media

Denn Alcacer steckt im Formtief, das letzte Tor für den BVB gelang dem Spanier vor dreieinhalb Monaten. Seitdem warfen ihn diverse Verletzungen zurück. Zum bislang letzten Mal in der Startelf stand Alcacer Ende November in der aus Borussen-Sicht beschämenden ersten Halbzeit gegen Paderborn.

Ohnehin vertraut Cheftrainer Lucien Favre dem Spanier, der in seiner ersten Hinrunde 2018/19 im BVB-Trikot als Tor-Joker noch mit sensationeller Trefferquote aufhorchen ließ, nicht mehr vollends. Er zog sogar häufiger die Mittelfeldspieler Thorgan Hazard, Marco Reus oder Julian Brandt für die Sturmspitze vor, anstatt den einzigen gelernten Mittelstürmer zu bringen.

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Dazu äußerte Alcacer, der nicht selten mit seiner Fitness zu kämpfen hat, jüngst erneut Wechselgedanken und den Wunsch, irgendwann in die spanische Liga zurückzukehren. Läuft ihm Erling Haaland in der Rückrunde den Rang als BVB-Stürmer Nummer eins ab und verpasst Alcacer womöglich so das Ticket für die Fußball-EM, könnte das bei einem entsprechenden Angebot im Sommer 2020 durchaus passieren.

Götze-Abgang wird immer wahrscheinlicher

Durch Haalands Verpflichtung ist auch die Wahrscheinlichkeit weiter gesunken, dass Mario Götze seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag in Dortmund verlängert. Denn für den 27-Jährigen wird es nun noch schwieriger, einen passenden Platz im BVB-Team zu finden.

Mario Götzes BVB-Abgang wird immer wahrscheinlicher.

Mario Götzes BVB-Abgang wird immer wahrscheinlicher. © Kirchner-Media

Profitierte er in der vorigen Saison noch vom Job-Sharing mit Paco Alcacer in der Sturmspitze, so setzte Lucien Favre dort in der aktuellen Hinrunde zumeist auf die Neuzugänge Hazard und Brandt. Götze erhielt oft nur die Chance, sich über Teilzeitarbeit zu empfehlen.

Drei Treffer und eine Torvorlage verbuchte das Dortmunder Eigengewächs bei 16 Einsätzen in allen Wettbewerben, zu wenig, um sich als Stammkraft für die Rückrunde aufzudrängen. Und im offensiven Mittelfeld sind die Plätze an Brandt, Reus, Jadon Sancho und Hazard vergeben.

Jacob Bruun Larsen ist noch bis 2021 gebunden

Frustriert dürfte Jacob Bruun Larsen sein. Erling Haalands teure Verpflichtung zeigt dem zwei Jahre älteren Dänen, dass er sich nun noch weiter hinten anstellen muss.

Bereits die Hinrunde verlief für den U21-Nationalspieler enttäuschend: Null Tore, null Torschüsse, eine Torvorlage, nur 158 gespielte Minuten. Und jetzt kommt also auch noch Haaland. Zwar ist Bruun Larsen eher ein Außenbahnspieler als ein Mittelstürmer, aber ein Hochbegabter mehr im Offensivkader bedeutet noch weniger Spielpraxis für ihn.

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Will Bruun Larsen nicht in seiner Entwicklung ausgebremst werden, so hat er, wenn er sich in der Rückrunde Lucien Favre nicht aufdrängen kann, nur eine Option: Ein Vereinswechsel im Sommer – oder sogar eine Leihe schon jetzt im Winter. Vertraglich gebunden ist der junge Däne noch bis zum 30. Juni 2021 in Dortmund. So lange tatenlos warten kann er sicher nicht.

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